7. Januar 2013

Fahrbericht 2,2 Liter Diesel mit 197 PS Hyundai Santa Fe: Schicker Vorstadt-Indianer

Bereits in dritter Generation wurde der Hyundai Santa Fe aufgelegt.
Bereits in dritter Generation wurde der Hyundai Santa Fe aufgelegt. © Hyundai

Die dritte Generation des Hyundai Santa Fe ist schicker als die Vorgänger ausgefallen. Das SUV der Koreaner gibt aber auch im Gelände eine gute Figur ab.




Zwischen dem Kürzel ix sowie den Ziffern 35 und 55 befindet sich der "Santa Fe" im Produktportfolio des koreanischen Herstellers Hyundai. Als eines der wenigen Modellen darf das mittlerweile in der dritten Generation erhältliche Mittelklassefahrzeug weiterhin einen richtigen Namen tragen. Wir testeten das SUV mit dem 2,2-Liter-Diesel in Kombination mit Allradantrieb.


Optisch gelungener Auftritt des Hyundai Santa Fe

Die Bezeichnung "Santa Fe" weckt zumindest bei der noch von John Wayne geprägten Fernsehgeneration Assoziationen von Cowboys, Colts und Planwagentrecks. Die rustikale Wildwestromantik à la Hollywood kann man aber beim Betrachten des neuen Modells getrost vergessen. Waren die zwei vorangegangen Modellgenerationen noch eher unauffällig gezeichnet, sieht die Neuausgabe richtig schick aus. Er braucht sich optisch nicht hinter der Konkurrenz aus Ingolstadt oder München zu verstecken. Selbstbewusst präsentierte das Testauto seine 19 Zoll-Felgen in den großen und wuchtigen Kotflügeln sowie seine bullige Front.

Auch das Interieur vermittelt alles andere als einen kargen Eindruck. Das liegt zum einen natürlich an der umfangreichen Top-Ausstattung Premium, mit der unser Testauto vorfuhr. Hier gehören beispielsweise eine Zweizonen-Klimaautomatik, Ledersitze, Regensensor für den Scheibenwischer, Navigationssystem, Spurhalteassistent sowie Sitzheizung auf allen Plätzen zum Serienumfang. Zum anderen konnte auch die Verarbeitung überzeugen. Praktische Details wie das einfache Umklappen der dreigeteilten, in Längsrichtung verschiebbaren Rücksitzbank durch Hebelzug oder die vielen Ablagemöglichkeiten haben den positiven Eindruck untermauert, genauso wie die blau illuminierten, gut ablesbaren Anzeigen.

Hyundai Santa Fe mit gutem Eindruck im Gelände

Der Hyundai Santa Fe ist schicker als die Vorgänger ausgefallen.
Der Hyundai Santa Fe ist schicker als die Vorgänger ausgefallen. © Hyundai

Wer als Möchtegern-Cowboy durch die Prärie beziehungsweise über Feldwege oder abseits befestigter Wege mit Allradantrieb unterwegs sein möchte, muss sich für den 145 kW/197 PS starken 2,2-Liter-Diesel entscheiden. Nur diese Motorisierung wird in Verbindung mit einem permanenten Allradsystem angeboten. Per Tastendruck lässt sich die Kraft zu einer starren 50:50-Verteilung aktivieren, falls der Untergrund besonders rutschig oder matschig ist.

42.380 Euro ruft Hyundai für diese Kombination auf. Dazu addieren sich noch 1800 Euro für die Sechsstufen-Automatik sowie 1640 Euro für das Technik-Paket mit den bereits erwähnten 19 Zoll-Leichtmetallfelgen. Außerdem beinhaltet das Paket adaptives Fahrlicht, Reifendruckluftsystem sowie den automatischen Einparkassistenten. Macht also knapp 46.000 Euro, nicht eingerechnet die 550 Euro für die Metallic-Lackierung.

Reichlich Platz im Hyundai Santa Fe

Voll langstreckentauglich zeigt sich der Hyundai Santa Fe
Voll langstreckentauglich zeigt sich der Hyundai Santa Fe © Hyundai

Das Geld scheint indes gut angelegt zu sein. Neben den optischen Werten überzeugt das SUV auch mit seinem Fahrkomfort. Der Santa Fe ist gutmütig abgestimmt, die Sechsstufen-Automatik schaltet schnell und präzise, trotz seiner fast 200 PS ist er aber kein Sportler. Das gut zwei Tonnen schwere Fahrzeug braucht Zeit, um aus den Puschen zu kommen.

Schnellere Kurvenfahrten werden aber für die Insassen nicht zur Schaukelpartie, das SUV wankt wenig; die Gesichtsfarbe der Mitfahrenden wechselt daher nicht in den "grünen Bereich". Der Koreaner ist ein langstreckentauglicher Begleiter. Platz ist reichlich für Passagiere und Gepäck vorhanden. Die Fahrfreude wurde nur vom vergleichsweisen hohen Verbrauch getrübt. Mit 9,2 Litern überboten wir die Werksangaben um fast 2,5 Liter.

Hyundai Santa Fe als Fronttriebler ab 33.000 Euro

Ganz klar: John Wayne würde wohl eher einen großen, uramerikanischen Pick-Up als angemessenes Fahrzeug bevorzugen. Wer indes in seinem automobilen Weltbild offener ist, dürfte am Santa Fe seine Freude haben und im Vergleich zu den deutschen Premiummarken noch den einen oder anderen Euro sparen. Apropos Sparen. Wer auf Allrad verzichten mag, ist vielleicht auch mit dem 110 kW/150 PS starken Diesel gut bedient. Der steht ab knapp 33.000 Euro in der Preisliste. (SP-X)






Mehr zur Marke Hyundai

SUV ab November erhältlichSpätstarter Hyundai Kona: Das fünfte Standbein

Hyundai hat seiner SUV-Familie einen sportlichen Charakter verliehen. Der kleine Kona hat nicht nur vom Aussehen große Chancen im äußerst trendigen Segment der B-SUV.


Weltpremiere des Kona in MailandHyundai surft ins Segment der Mini-SUV

Hyundai steigt in das trendige Segment der Mini-SUV ein. Am Abend lüfteten die Verantwortlichen das Tuch von dem Kona, dem nicht nur durch seine schillernden Farben gewisse Erfolgschancen zugerechnet werden müssen.


Rabatte beim NeuwagenkaufFast 34 Prozent Preisnachlass für Hyundai i40

Die Rabatte auf dem deutschen Automarkt sind im April im Vergleich zum Vormonat leicht zurückgegangen. Mit einem durchschnittlichen Preisniveau von 14,2 Prozent liegen sie aber nach wie vor auf einem hohen Niveau.



Mehr aus dem Ressort

50 Kilometer rein elektrischPorsche Panamera Turbo S E-Hybrid: Der Familien-Spyder

Porsche setzt seine Elektrifizierung fort. So stellt der Panamera Turbo SE-Hybrid das Topmodell der Baureihe dar. Es soll sich mit einem Verbrauch von 2,9 Liter begnügen. Hört sich gut an. Doch wie schaut die Realität aus?


Briten bringen weiteres SUVRange Rover Velar: Sportlichkeit als große Stärke

SUV liegen bei den Kunden im Trend. Das Segment boomt. Davon profitiert auch Land Rover. Nun bringen die Briten mit dem Velar die vierte Range-Rover-Baureihe auf den Markt.


Porsche Panamera Sport Turismo neu Aufmacher Porsche
Nach Limousine nun auch als KombiPorsche Panamera Sport Turismo: Der schönere Panamera

Braucht man das? Einen Kombi von Porsche? Braucht man nicht, ist die erste Reaktion. Doch wenn man erst einmal im neuen Sport Turismo gesessen hat, ändert man schnell seine Meinung. Auch wegen seines Designs.