4. November 2013

Fahrbericht Schickes Design, sparsamer Motor Hyundai i40 1.7 CRDi: Wieso nicht die Limousine?

Der Hyundai i40 ist auch als Limousine recht attraktiv.
Der Hyundai i40 ist auch als Limousine recht attraktiv. © Hyundai

Mit der zuerst auf den Markt geschickten Kombi-Version wollte Hyundai besonders Flottenkunden für den neuen i40 begeistern. Mittlerweile kann aber auch die Limousine voll und ganz punkten.




Von Thomas Flehmer

Deutschland ist Kombiland. Seit Jahren ist diese Karosserieform beliebter als die einer Limousine. Doch die Limos holen auf und erfahren auch in diesen Breitengeraden immer mehr Wertschätzung, auch wenn die Koreaner den Auftritt des neuen VW Passat-Konkurrenten zunächst mit der daparto.vollzogen. Trotzdem sind die Zeiten, in denen die Limousine als gesetzt und bieder galt, vorbei. Die neue Limousine des Hyundai i40 lässt von Beginn an keine Zweifel aufkommen.


Hyundai i40 ohne asiatische Spielereien

Nicht nur die Frontpartie wirkt sehr auffallend, auch Seitenlinie und Heck sind gut gestaltet, auch wenn Ähnlichkeiten mit Jaguar oder BMW nicht zu verleugnen sind. Kühlergrill und Scheinwerfer bilden dabei eine gelungene Symbiose – nicht zu groß und auch nicht zu klein ausgefallen. Eine lang gezogene, ab der B-Säule abfallende Dachlinie verleiht dem seitlichen Anblick Reminiszenzen an englischen Chic, das Heck mit den markanten Leuchten könnten auch bayrische Modelle zieren. Trotz allem ist der Auftritt der 4,74 Meter langen Limousine sehr gelungen.

Der Eindruck setzt sich auch im Innenraum fort. Vorbei die asiatischen Spielereien, was beim i40 auch kein Wunder ist, da er in und für Europa gebaut wird. Die verwendeten Materialien sind hochwertig, die Instrumente blau unterlegt und gut ablesbar, die Anordnung der Knöpfe und Schalter sehr übersichtlich.

Eingeschränkte Fahrer-Freiheit im Hyundai i40

Die Sitze sind auch gut konturiert, allerdings ist beim Fahrer die Beinfreiheit durch das nicht hoch genug verschiebbare Lenkrad und den unteren Rand des Armaturenbrettes etwas eingeschränkt. Ohne Platzängste können die Personen im Fond leben und dahinter warten noch gute 503 Liter Kofferraumvolumen.

Der Fahrer muss auch damit leben, dass die Sicht nach hinten – bedingt durch die formschöne Dachlinie ein wenig eingeschränkt ist. Beim Einparken helfen deshalb Parksensoren oder optional ein Einparkassistent, der für die höchste Ausstattungsvariante "Premium" Bestandteil des 1990 Euro teuren Technik-Paketes ist.

Kleine Anfahrschwäche des Hyundai i40 1.7 CRDi

Das Cockpit des Hyundai i40 ist hochwertig ausgefallen
Das Cockpit des Hyundai i40 ist hochwertig ausgefallen © Hyundai

Die Premium-Variante verwöhnt auch mit einem beheizbaren Lenkrad, welches im Relax-Paket enthalten ist, das für 1160 Euro auch die Vordersitze kühlt und Seitenairbags für hinten bereitstellt. Doch auch die beiden unteren Kategorien "Comfort" und "Style" sind schon gut ausgestattet und haben von vornherein mehr an Bord als andere Mitbewerber. Der Wohlfühl-Charakter ist gegeben.

Dieser wird allerdings manchmal durch die Anfahrschwäche des 100 kW/136 PS starken und 1,7 Liter großen Diesel behindert. Zwar verfügt der 1.7 CRDi über ein Drehmoment von 320 Newtonmetern, die zwischen 2000 und 2500 Umdrehungen anliegen, doch scheint der Hyundai nach mehr Drehzahl zu gieren, denn im Testzeitraum wurde der i40 doch einige Male abgewürgt.

Hyundai i40 mit überzeugendem Verbrauch

Ein wenig Jaguar und BMW spielt beim Hyundai i40 mit
Ein wenig Jaguar und BMW spielt beim Hyundai i40 mit © Hyundai

Wer die Schuld dafür beim Fahrer sieht, sollte miteinberechnen, dass auch bei Überholvorgängen das die Zeit der Überwindung des Turbolochs miteinberechnet werden sollte. Und 136 PS sind für den knapp 1,7 Tonnen schweren i40 zwar eine ausreichende Leistung, aber keinesfalls mehr. Ist der i40 erst einmal in Bewegung, fährt er sehr ruhig und ausgeglichen und quittiert dies in der Stadt mit einem Verbrauch von 5,8 Litern und somit sogar 0,1 Liter weniger als angegeben – ein hoher Anteil an Stadtautobahnkilometern ist der Grund.

Doch auch auf der Autobahn hält sich der i40 zurück. Hier klettert die Anzeige zwar auf sechseinhalb Liter und somit fast zwei Liter mehr als angegeben, doch der Verbrauch ist auch schnelleren Passagen als Tempo 120 km/h geschuldet und geht deshalb in Ordnung.

Ebenso in Ordnung geht der Preis. Mit 28.240 Euro für den erst in der zweiten Variante "Style" startenden 1.7 CRDi liegt der Hyundai i40 gut einen Tausender unter der Basisversion der vergleichbaren Passat-Limousine. Die bessere Ausstattung und auch der schönere Auftritt gegenüber dem eher noch bieder wirkenden Wolfsburger lassen das Pendel deutlich in Richtung Korea ausschlagen.






Mehr zur Marke Hyundai

Premiere des Genesis G70Hyundais Edel-Ableger nimmt Kurs Richtung Europa

Hyundai will seinen edlen Ableger Genesis bis zum Ende des Jahrzehnts in Europa einführen. Dem gerade in Seoul vorgestellten G70 sollen zunächst zwei weitere Limousinen sowie zwei SUV folgen.


Neue Generation im nächsten JahrHyundai erweitert Brennstoffzellenauto-Palette

Hyundai hat ein neues Brennstoffzellenfahrzeug präsentiert. Zugleich kündigte der Hersteller eine Basisarchitektur für Elektroautos an, der erstes Produkt 2018 auf den Markt kommt.


SUV ab November erhältlichSpätstarter Hyundai Kona: Das fünfte Standbein

Hyundai hat seiner SUV-Familie einen sportlichen Charakter verliehen. Der kleine Kona hat nicht nur vom Aussehen große Chancen im äußerst trendigen Segment der B-SUV.



Mehr aus dem Ressort

VW vergrößert das Einsatzgebiet des Crafter
69 verschiedene Kombinationen des NutzfahrzeugsVW Crafter: Den Mount Everest ausgetrickst

Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen hat dem Crafter neue Derivate zukommen lassen. Der im vergangenen Jahr zum Van of the Year gewählte Transporter wird beim Angebot trotzdem weiter nachlegen.


Der Ford F-150 Raptor greift auf 450 PS zurück
Pickup mit 450 PSFord F-150 Raptor: Exotisches Raubtier

Eigentlich ist der F-150 Raptor nur dem amerikanischen Markt vorbehalten. Doch einige Exemplare von Fords Vorzeige-Pickup verirren sich auch mal in die „Alte Welt“.


Honda hat den Civic wieder neu konzipiert
Um 16 Zentimeter gewachsenHonda Civic: Chamäleon zwischen den Welten

Der Honda Civic hat im Laufe von zehn Generationen seinen Charakter immer wieder geändert. In der aktuellen Ausgabe muss der eigentliche Kompaktklässler auch noch die Aufgaben der eingestampften Mittelklasse erfüllen.