23. Januar 2017

Fahrbericht Dritte Generation des Kompaktautos Hyundai i30: Auf der Fährte des Golfs

Hyundai führt den i30 in die bereits dritte Generation Fotos ▶
Hyundai führt den i30 in die bereits dritte Generation © Hyundai

Hyundai führt den i30 Ende Januar in die dritte Generation. Der kompakte Verkaufsschlager der Koreaner rückt immer mehr in die Nähe des Klassikers aus Wolfsburg.




Von Thomas Flehmer

Vor dem Dieselskandal pries VW jedes neue Produkt als „das beste Auto, das wir je hatten“ an. Im Sog befindet sich nun Hyundai. Markus Schrick propagiert den neuen Kompakten als „den besten i30, den wir je gebaut haben“. Man muss dabei dem Geschäftsführer der Deutschland-Filiale zu Gute halten, dass er Recht hat. Die dritte Auflage hat merklich dazugewonnen und bewegt sich auf Augenhöhe mit dem Klassiker aus Wolfsburg.

Wie der Golf besitzt auch der i30 die qualitativ gute Unauffälligkeit. Da hilft auch der markante Kaskaden-Grill nichts, der zum Maßstab für die folgenden Hyundai-Modelle avanciert, nichts. Der i30 hat eine wohl geformte Karosserie, die aber im Straßenverkehr sich optisch nicht absetzt – halt wie der Golf.


Hyundai i30 im zeitlosen Design

Als „zeitloses Design“ beschreibt Design-Manager Nicola Danza den i30 und trifft damit den Geschmack der Kunden. Schmale LED-Leuchten sowie Lufteinlässe an beiden Seiten der Front geben dem Gesicht einen sportlichen Charakter und zwölf zur Auswahl stehende Lacke sollten jedem Interessenten die jeweils passende Farbe präsentieren.

Auch der Innenraum ist unaufgeregt ausgefallen – und das ist ebenfalls die Stärke des kompakten Koreaners. Die Sitze sind gut konturiert, die Instrumente gut ablesbar und intuitiv zu bedienen. Das Armaturenbrett in Hartplastik wirkt zunächst nicht ganz wertig, passt aber zu dem Innenraum besser als irgendwelche modischen Soft-Touch-Verkleidungen in poppigen Farben, die den eingeschlagenen Weg verlassen würden.

Bei einem Radstand von 2,65 Metern geht es auch auf den hinteren Sitzen bequem zu und bei einem Kofferraumvolumen von laut Hyundai klassenbesten 395 Litern, die auf bis zu 1301 Liter anwachsen können, kann jeder Mitfahrer sein Gepäckstück unterbringen.

Tesla-Momente im Hyundai i30

Im Cockpit des i30 findet man sich schnell zurecht
Im Cockpit des i30 findet man sich schnell zurecht © Hyundai

Ebenso punktet der 4,34 Meter lange i30 mit der Auswahl an Fahrassistenzsystemen. Abstandstempomat, Notbremsassistent, erstmals bei Hyundai dabei ein Müdigkeitswarner, Toter-Winkel-Warner, Fernlicht und Spurhalteassistent erhöhen nicht nur den Fahrkomfort, sondern auch die Sicherheit.

Weit vorne war dabei der Testwagen mit dem neuen 1.4 T-GDI samt Doppelkupplung. Auf der Autobahn verschaffte das Fahrzeug autonome Tesla-Gefühle, da Spurhalteassistent und Abstandstempomat zwischen 36 Sekunden und 2:44 Minuten die Steuerung übernahmen, ehe der Fahrer wieder aufgefordert wurde, das Lenkrad wieder in die Hände zu nehmen – eine überzeugende Performance, die von Hyundai allerdings so nicht gewollt war.

Souveräner neuer Motor für den Hyundai i30

Der Hyundai i30 überzeugt mit seiner kompakten Souveränität
Der Hyundai i30 überzeugt mit seiner kompakten Souveränität © AG/Flehmer

Genauso überzeugend präsentiert sich der neue Antrieb mit seinen 140 PS und 242 Newtonmetern. Sehr zügig geht es los, der Sprint ist nach 8,9 Sekunden absolviert. Bis zu 210 km/h schafft es der 1200 Kilogramm schwere i30 und wirkt dabei auch in höheren Geschwindigkeitsbereichen immer souverän.

Zur Souveränität trägt die Laufruhe des Benziners bei. Motorengeräusche dringen kaum in den Innenraum. Zudem bügelt das Fahrwerk Unebenheiten des Asphalts gut aus. Hinzu kommt, dass die sechs Gänge plus der Rückwärtsgang sich gut einlegen lassen. Die sehr direkte Lenkung, die extra für europäische Ansprüche gefertigt wurde, vermittelt zudem mehr als einen Hauch Sportlichkeit. Die auf der Rolle ermittelten 4,8 Liter werden dann sicherlich nicht erreicht.

Hyundai i30 ab 17.450 Euro

Der Kofferraum des Hyundai i30 schluckt viel Gepäck
Der Kofferraum des Hyundai i30 schluckt viel Gepäck © AG/Flehmer

Etwas weniger spritzig, aber trotzdem vollauf kompatibel, agiert der ein Liter große Dreizylinder mit 120 PS. Zu Beginn röhrt das Aggregat ein wenig, mit zunehmender Wärme aber beruhigt sich der Motor. Und die Kraft von 171 Newtonmetern reicht auch vollkommen aus. Der kleinere Benziner kann nicht ganz so schaltfaul gefahren werden wie der größere Bruder, doch häufige Schaltvorgänge fallen auch nicht an. Zu den Benzinern - ein 100 PS starker Ottomotor bildet die wahrscheinlich zu vernachlässigende Basis - gesellt sich noch ein 1,6 Liter großer Diesel in den Leistungsstufen 95, 110 und 136 PS, der rund 35 Prozent der Kunden zufrieden stellen soll.

Bei 17.450 Euro startet der neue i30 300 Euro teurer als das Vorgängermodell, dafür aber besser ausgestattet. Der Dreizylinder geht in der zweiten Ausstattungsvariante ab 19.700 Euro ins Rennen, die Preise für den 1.4 T-GDI starten bei 22.350 Euro in der dritten Ausstattungsvariante Trend.

Wie bei VW kann natürlich auch der koreanische Mitbewerber weiter aufgerüstet werden und kommt in der Version Premium auf 26.450 Euro, die Doppelkupplung fordert weitere 1900 Euro, um dann am 28. Januar den besten i30, den Hyundai jemals gebaut hat, an den Start zu bringen.






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