17. März 2016

Fahrbericht Imposanter Pick-up Ford Ranger: Im Matsch fühlt er sich richtig wohl

Der Ford Ranger in seinem Element
Der Ford Ranger in seinem Element © Ford

Der Ford Ranger macht was her, Nicht nur auf der Straße, sondern vor allem im Gelände. Dort also, wo er mit seinem Allradantrieb seine Stärken ausspielen kann. Was der Pick-up zu bieten hat, lesen Sie in unserem Fahrbericht.




Er ist so etwas wie der heimliche Bestseller in der Ford-Familie, führt souverän die Verkaufshitparade seiner Spezies an – und ist dennoch weithin unbekannt. Jetzt bekommt der Ford Ranger, ein Pick-up der alten Garde, eine Rundumerneuerung. Bis zu 5,35 Meter lang, Passagierabteil mit auf Wunsch zwei Sitzreihen, dahinter eine große Ladefläche.

Unterm Blech Allradtechnik, starker Dieselmotor und vieles mehr, was die Fans solcher Ungetüme erwarten. Die Preise beginnen bei 27.846 Euro, dann allerdings nur mit Heckantrieb. Wer will, kann aber auch bis zu 50.000 Euro ausgeben.


6000 Verkäufe in Deutschland

Man kennt diese Art von Autos aus zahllosen Filmen, die in der Wildnis oder den endlosen Weiten der USA, Afrikas oder Australiens spielen, dort wo feste Straßen die Ausnahme sind. Hier sind die Pickups zu Hause, hier wühlen sie sich durch Schlamm und Sand, hier schleppen sie was weg und sind unverzichtbare Arbeitstiere für Farmer, Förster oder Facharbeiter am Bau. Kombinieren sie doch den praktischen Nutzen eines LKW mit dem Komfort eines Personenwagens.

Im engen Europa sind sie nicht wirklich heimisch, es gibt nur wenige Modelle.
Das erfolgreichste mit fast 6.000 Verkäufen im letzten Jahr in Deutschland kommt von Ford, heißt standesgemäß Ranger und hat schon einen langen Weg hinter sich, bis es jetzt nach einer Generalüberholung beim Händler in Köln, München oder Chemnitz landet.

Ein Weltauto

Das Cockpit des Ford Ranger
Das Cockpit des Ford Ranger © Ford

Der Ranger ist mitnichten im Pickup-Paradies USA zu Hause. In Australien entwickelt, in Südafrika gebaut ist er eines der „Weltautos“ des Riesenkonzerns, wird in 180 Ländern verkauft. Die ersten Fahrten mit der neuesten Version starteten jetzt in Baden-Baden, im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Frankreich. Beide Länder sind nicht reich an unwegsamem Gelände, haben meist gut ausgebaute, stabile Straßen und bieten daher nicht das Terrain, das ein Naturbursche gerne unter die bis zu 18 Zoll großen Räder nimmt.

Unser Test-Ranger war aber auch für Landstraße und Autobahn gut gerüstet. Unter der wuchtigen Haube, deren Design jetzt an die US-Ikone F150 erinnert, werkelt ein Fünfzylinder-Diesel mit 147 kW/200 PS, der schon nach der Papierform eine gute Figur macht. Die Durchzugskraft von 470 Newtonmetern steht dem Riesen gut. Die mögliche Spitze von immerhin 175 km/h ist für die Fans, die für diese Version gut 44.000 Euro ausgeben müssen, eher Nebensache.

Natürlich rollt der Ranger im Normalbetrieb mit Heckantrieb. Sollte der Wunsch aufkommen, mal ins Unwegsame abzubiegen, reicht ein kleiner Dreh am Schalter in der Mittelkonsole. Die Vorderachse kommt ins Spiel, die Elektronik verteilt die Antriebskraft gerecht auf alle vier Räder. Dann allerdings ändert sich das Fahrverhalten abrupt. Bleibt man auf griffigem Untergrund müht sich der Zweitonner nur widerwillig um enge Kurven und beansprucht einen recht üppigen Wendekreis. Die Lehre daraus: Allrad nur, wenn´s schlammig, sandig oder glatt unter den Rädern wird. Denn der Ranger ist ein lupenreiner Geländewagen, den auch Wasserdurchfahrten bis zu 80 Zentimetern Tiefe nicht schocken, der über Böschungen krabbeln kann und der eine Schräglage bis zu 35 Grad akzeptiert. Wenn es zu heftig wird, helfen ein Untersetzungsgetriebe und eine elektronische Fahrhilfe fürs Bergab- und auffahren.

Unterwegs mit Doppelkabine

Das Heck des Ranger
Das Heck des Ranger © Ford

Unser Ranger hatte eine Doppelkabine, eine von drei Karosserievarianten (es gibt auch eine zweisitzige Version und eine mit schmaler Rückbank). Hier bietet er fast schon PKW-Komfort, auf Wunsch beledert und mit vielen weiteren zeitgemäßen Details. Die Preisliste bietet Internet-Anbindung mit speziellen Ford-Apps, Satellitenradio oder ein neues Navigationssystem mit Sprachsteuerung und jetzt 20,3 Zentimeter großem Monitor. Bestellbar sind auch Abstandsradar, Rückfahrkamera, Einparkhilfe und manches mehr. So soll der Riese auch für Freizeitsportler interessant werden, die auf der 1,55 Meter langen Ladefläche diverse Geräte transportieren können. Auch die Zugkraft von bis zu 3,5 Tonnen spricht für den Ford als Spielgefährten.

Die Bilanz nach einer Tour, die auch mal ins Gelände führte: Der Ranger ist geeignet für Profis und Individualisten mit besonderem Anspruch. Er fährt sich problemlos, solange man sich nicht in verwinkelte Altstädte verirrt oder einen Parkplatz in der City sucht. Der Verbrauch des starken Diesel von im Schnitt zehn Litern auf 100 Kilometer ist erträglich, der Komfort besser als das klobige Äußere vermuten lässt. Kritiker solcher Mobile können dennoch beruhigt sein: Man muss sich schon lange an einen Straßenrand stellen, bis man einen Ranger in freier Wildbahn erspähen wird. (SP-X)






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