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2. August 2013

Gute Alltagstauglichkeit Ford Mondeo: Rüstig bis ins hohe Alter

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Der Ford Mondeo macht seine Sache gut.
Der Ford Mondeo macht seine Sache gut. © Ford

Der Ford Mondeo tut sich gegen Opel Insignia und VW Passat schwer. Kein Wunder, denn sein Nachfolger wird erst nächsten Jahr auf den Markt kommen. Doch wie schlägt er sich im Test. Unser Fahrbericht gibt die Antwort.


Eigentlich sollte der Ford Mondeo der vierten Generation schon längst von seinem Nachfolger abgelöst worden sein. Seriennahe Studien der neuen Mittelklasse-Baureihe wurden schon auf Messen herumgezeigt, in den USA ist das Modell unter dem Namen Fusion längst auf dem Markt. Weil in Europa aber die anvisierte Produktionsstätte im belgischen Genk geschlossen wird, muss bis auf weiteres das alte Modell gegen den Bestseller VW Passat und den frisch renovierten Opel Insignia antreten.

Damit der Mondeo da mithalten kann, hat Ford die Preise massiv gesenkt. Mit rund 20.000 Euro ist das Basismodell nun nicht mehr viel teurer als der kleinere Focus. Super-Schnäppchen oder Altmetall?

Zweiliter-Diesel mit 140 PS

Für unseren Test haben wir den Kombi „Turnier“ gewählt und ihm den beliebten 103 kW/140 PS starken 2,0-Liter-Diesel verpasst – das Triebwerk, das ansprechende Fahrleistungen, geringen Verbrauch sowie niedrige Anschaffungskosten am besten verbindet und daher bei fast 50 Prozent der verkauften Mondeo-Modelle an Bord ist. Exakt 24.990 Euro will Ford für die günstigste Ausführung (Ausstattungslinie „Cool & Sound“ mit Klimaanlage, Radio) haben – beim VW Passat Variant und beim Opel Insignia Sports Tourer bekommt man dafür nicht einmal den Basisbenziner.

Das Cockpit des Ford Mondeo
Das Cockpit des Ford Mondeo © Ford

Für relativ kleines Geld erhält man mit dem Mondeo Turnier also ein wirklich großes Auto. 1.745 Liter passen bei umgelegter Rückbank hinter die große Klappe, bei voller Bestuhlung sind es immer noch 549 Liter. Ein Top-Wert im Segment, der ausreicht, einen Halbjahresvorrat Getränkekisten unterzubringen oder die Einrichtung für ein kleines Zimmer im Selbstabhol-Möbelmarkt einzuladen. Dabei kann man ruhig Echt- statt Furnierholz wählen, denn die Zuladung liegt mit 715 Kilogramm ebenfalls im oberen Bereich, die Anhängelast von 1.800 kann sich gleichsam sehen lassen. Im Gegensatz zu manch modischem Lifestyle-Kombi ist der Ford noch ein echtes Arbeitstier.

Keine Alterserscheinung bei Alltagstauglichkeit

In Sachen Raumangebot und Alltagstauglichkeit sind also keine Alterserscheinungen auszumachen. Auch das Fahrwerk zählt noch immer zu den besten Dynamikern seiner Klasse. Die verbindliche, komfortable Federung, eine angenehm direkte Lenkung und die standfesten Bremsen können immer noch überzeugen. Trotz seiner 4,83 Meter Länge gibt sich der Kombi überraschend handlich. Für den Motor gilt das gute Zeugnis aber nur mit Einschränkungen. Der vom französischen PSA-Konzern entwickelte Vierzylinder zeigt eine leichte Anfahrschwäche und trumpft auch sonst nicht mit besonderer Elastizität auf. Untertouriges Fahren mag er nicht, so dass im Stadtverkehr fleißiges Rühren im - allerdings schön präzisen - Sechsganggetriebe angesagt ist.
Dazu kommt die wenige gefühlvolle Abstimmung der Kupplung, die die Gefahr des Abwürgens erhöht. Der Verbrauch wiederum geht mit knapp sieben Litern im Mittel wieder in Ordnung, auch wenn der Normwert von 4,9 Litern deutlich verfehlt wird.

Das Heck des Ford Mondeo
Das Heck des Ford Mondeo © Ford

Auch die Abteilung Assistenzsysteme ist beim Mondeo noch durchaus zeitgemäß besetzt. Auf Wunsch gibt es sowohl Spurhalte-Helfer, Totwinkel-Warner als auch einen adaptiven Tempomat. Je nach Ausstattungsversion kosten die Sicherheits-Features 800 bis 3.200 Euro extra.

Auch wenn der Mondeo älter ist als Opel Insignia und VW Passat – zum alten Eisen gehört er nicht. Das ausgewogene Fahrwerk, das üppige Platzangebot und der ausreichend kräftige, sparsame Motor machen den geräumigen Kombi zum idealen Familien-Reisewagen. Addiert man zum überzeugenden Gesamtpaket den niedrigen Preis hinzu, ist der Mondeo eine klare Kaufempfehlung wert. Kunden können sich dabei durchaus noch etwas Zeit lassen. Vor Ende 2014 kommt die sechste Generation nicht auf den Markt. (SP-X)