7. Juli 2017

Fahrbericht Achte Generation des Kleinwagens Ford Fiesta: Veredelung für die Tabellenführung

Ford führt den Fiesta in die achte Generation Fotos ▶
Ford führt den Fiesta in die achte Generation © Ford

Ford hat den Fiesta in achte Generation geführt. Der Kleinwagen erfüllt die Ansprüche des modernen Zeitalters und bietet selbst mit dem kleinen Dreizylinder viel Fahrfreude.




Von Thomas Flehmer

Man glaubt es kaum, doch es ist Fakt: Der Ford Fiesta gehört zu den begehrtesten Autos in Europa. Die Kleinwagenspitze führt der Kölner seit vier Jahren zumeist vor dem VW Polo an, im März 2017 erklomm der Fiesta sogar Europas Thron und verwies den eine Klasse höher angesiedelten VW Golf auf den zweiten Rang, wobei den Kölnern der Modellwechsel des Klassikers aus Wolfsburg zu Hilfe kam.

Nun steht beim Fiesta selbst der Modellwechsel, mit dem in den kommenden Jahren der Kampf um Europas Krone fortgesetzt und die Zahl von bisher über 17 Millionen Verkäufen möglichst bald in die zweite Dekade geschickt werden soll. Und die ab dem 8. Juli erhältliche achte Generation präsentiert sich für die Vorhaben voll gerüstet.


Ford Fiesta sieben Zentimeter länger

Dafür hat der Fiesta um sieben Zentimeter in der Länge zugelegt und mit nunmehr 4,04 Metern erstmals die Schwelle von vier Metern überschritten. Bei der Breite legte der Fiesta lediglich um 1,3 Zentimeter zu, der Radstand wuchs gerade einmal um vier Millimeter auf 2,493 Meter.

Seine Formen und Linien hat der Fiesta dabei im Wesentlichen behalten, allerdings zeigt der 1,1 Tonner ein erwachseneres Gesicht dank eines markanteren Grills, der weiterhin zweigeteilt ist. Allerdings wurden die Formen getauscht. Lag beim Vorgänger der größere Teil des Grills unten, so trägt der Neue nun den größeren Teil in Wabenstruktur gleich unter der Motorhaube. Und auch die Nebelscheinwerfer lassen den Fiesta interessanter aussehen.

Innenraum mit Premium-Ambiente

Der Innenraum des Fiesta kann individualisiert werden
Der Innenraum des Fiesta kann individualisiert werden © Ford

Interessanter wird es auch im Innenraum, der in Richtung höherer Segmente strebt. Hier wurden die Knöpfe und Schalter halbiert, was dem Fiesta sichtlich gut getan hat. Ein acht Zoll großer Touchscreen, der mittlerweile in keinem Neuwagen mehr fehlen darf, beherbergt neben Navi auch die Infotainment- und Konnektivitäts-Elemente wie das sprachgesteuerte Sync 3, die ganz intuitiv angewählt werden können.

Ford setzt beim Drei- oder Fünftürer auf eine ebenso trendige Individualisierung. Neben sieben Ausstattungsversionen – darunter auch eine im Herbst folgende Variante als Crossover mit drei Zentimetern mehr Bodenfreiheit – stehen zwölf Karosseriefarben, 25 Ausstattungspakete und neun Styling-Pakete zur Auswahl. Die unübersichtliche Vielzahl von Knöpfen früherer Generationen hat nun in anderer Form Aufnahme in der Aufpreisliste gefunden.

Bis zu 15 Fahrsicherheitssysteme für den Fiesta

Doch auch bei der Basis punktet der Fiesta. Die Sitze sind gut konturiert, Platz ist vorne wie hinten genügend vorhanden. Lediglich das Kofferraumvolumen von 269 Litern hinkt den Mitbewerbern hinterher, die teilweise bis zu 100 Liter mehr Raum bieten. Erstmals bietet Ford für den Fiesta ein Panorama-Schiebedach ebenso an wie ein beheizbares Lenkrad.

Und natürlich dürfen auch die Sicherheitssysteme nicht fehlen, von denen bis zu 15 geordert werden können. Erstmals bei Ford überhaupt dabei ist der Park-Assistent, der auch vor Querverkehr warnt und aktiv bremst sowie der Notbrems-Assistent mit Fußgängererkennung. Für Komfort sorgt das 450 Euro teure Soundsystem von Bang und Olufsen mit 675 Watt und zehn Lautsprechern.

Kleiner Dreizylinder reicht Ford Fiesta aus

Sehr agil präsentiert sich der 1.0 Ecoboost im Fiesta
Sehr agil präsentiert sich der 1.0 Ecoboost im Fiesta © Ford

Doch die Beschallung wird nicht benötigt, da der bekannte 1.0 Ecoboost, der seit sechs Jahren in seinem Segment den Titel „Engine of the Year“ einheimst, sich akustisch zurückhält und gar nicht wie ein Dreizylinder klingt. Dabei reicht die kleinste Variante – das wohl auch erneut zum Volumenmodell avancieren wird, neben den Leistungsstufen mit 125 und 140 PS vollkommen aus.

Innerhalb von 10,1 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 183 km/h. Die 170 Newtonmeter werden bei insgesamt sechs Vorwärtsgängen – üblich sind bei Dreizylindern sonst nur fünf Gänge – ab 1500 Umdrehungen erreicht und liefern bis 4000 Umdrehungen das maximale Drehmoment.

Verdoppelung des Einstiegspreises

Die erzeugte Geschwindigkeit kann das bei Ford traditionell sehr gute Fahrwerk optimal umsetzen, sodass es recht spritzig über die Landstraßen geht. Selbst in Kurven hält der Fiesta die Balance äußerst souverän und strebt wie bei der Inneneinrichtung den höheren Segmenten entgegen.

Dieses Streben wirkt sich allerdings auch beim Preis aus. Zwar beginnt die Preisliste bei 12.950 Euro, doch in der vorläufigen Top-Variante Titanium, die zum Glück für Ford rund 60 Prozent der Fiesta-Kunden ordern, verdoppelt sich fast der Preis. Bei 18.950 Euro beginnend und dann komplett ausgestattet mit fünf Paketen, Metallic-Lackierung und Panorama-Schiebedach freut sich der Ford-Händler über 24.520 Euro – auch das ist ein Fakt.






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