17. Juli 2013

Fahrbericht Ausbau der Modellfamilie Fiat 500 L Living: Mit Retro und viel Platz zum Erfolg

Der Fiat 500 L Living bietet vor allem eines: viel Platz Fotos ▶
Der Fiat 500 L Living bietet vor allem eines: viel Platz © Fiat

Fiat baut seine Modellfamilie aus und nun den 500 L Living. Der Neue hat neben dem bekannten Retro-Stil aber vor allem eines zu bieten: viel, viel Platz. Was der Italiener sonst noch bietet, zeigt unser Fahrbericht.




Der italienische Autobauer Fiat variiert sein Erfolgsmodell weiter. Mit dem neuen 500 L Living wächst die 500er-Familie der Italiener nun auf fünf Varianten. Auch der Neue setzt auf den gefälligen Retro-Stil, bietet aber als erstes Modell des Quintetts neben netter Optik auch richtig viel Platz. Zu Preisen ab rund 19.000 Euro steht der Kompakt-Van ab Herbst beim Händler.

Mit 4,35 Metern Länge streckt sich die Living-Version gut 80 Zentimeter weiter als der Kleinstwagen, mit dem er sich den Namen teilt. Anders als sein Design-Vorbild basiert der 500 L Living wie schon der Mini-Van 500 L jedoch nicht auf dem Kleinstwagen Panda, sondern auf dem etwas größeren Punto. Und das merkt man: Im Cockpit herrscht ein durchaus luftiges Raumgefühl, das sich dank der verschiebbaren Rückbank auch im Fond einstellen lässt.


Fiat 500 Living mit 638 Liter Kofferraum

Das wahre Platzplus findet sich aber hinter der zweiten Reihe. Dort gibt es nun einen 638 Liter großen Kofferraum, der mit zwei versenkbaren Zusatzsitzen ausgestattet ist. Der knappe Bein- und Fußraum prädestiniert die beiden Einzelsitze letztlich als Reiseplätze für den Nachwuchs. Sind die Plätze in der letzten Reihe nicht belegt und klappt man die mittlere Bank nach vorne, entsteht ein 1.704 Liter fassender Kofferraum. Das ist selbst für anspruchsvollere Transportaufgaben genug. Ablagen und Fächer gibt es obendrein in angemessener Zahl und an den richtigen Positionen.

Viel Platz im Kofferraum
Viel Platz im Kofferraum © Fiat

Das Motorenangebot übernimmt der Kompakt-Van vom Mini-Van 500 L. Zum Marktstart hat der Kunde die Wahl zwischen drei Modellen. Einziger Benziner ist zunächst der zweizylindrige Twinair-Turbo mit 0,9 Liter Hubraum und 77 kW/105 PS. Der genügt dem 500L Living für entspanntes Vorankommen, zeigt sich aber auch in dieser Modellvariante nicht als Meister des Sparens. Fast acht Liter Benzin gab zumindest der Bordcomputer als Verbrauchswert für 100 Kilometer an. Genügsamer sind die beiden Diesel mit 62 kW/85 PS und 77 kW/105 PS bei Hubräumen von 1,3 und 1,6 Liter. Dank ihrer höheren Drehmomente erlauben sie schaltfaules Fahren, was auch dem Benziner gut zu Gesicht stünde. Sein manuelles Sechsganggetriebe ist kein Musterknabe was Schaltbarkeit und Präzision angeht. Bis zum Jahressende werden zwei weitere Motoren, ein Benziner und ein Diesel, die Triebwerkspalette erweitern, sie leisten beide 88 kW/120 PS.

Fahrwerk auf Komfort ausgelegt

Das Heck des 500 L Living
Das Heck des 500 L Living © Fiat

Mehr Leistung ist eingedenk des entspannten Fahrverhaltens auch gar nicht nötig. Das Fahrwerk legt den Fokus auf Komfort, nimmt dabei aber eine deutliche Seitenneigung in Kurven in Kauf. Die Lenkung gibt sich dabei leichtgängig und ausreichend präzise, die Bremsen weich, aber gut dosierbar.

Zur Ausstattung zählen in allen Versionen Klimaanlage, Tempomat, ein Radio mit Touchscreen-Bedienung und Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Für die Zweifarben-Lackierung und das Navigationssystem werden Aufpreise fällig. Für etwa 200 Euro gibt es sogar eine Espresso-Maschine im 500 L Living. Zwei verschiedene Innenausstattungen stehen zur Wahl. Die Version Popstar gefällt sich in ausgeprägter Farbigkeit und wird wohl eher die junge Familie ansprechen. Die Lounge-Variante im gedeckten Ton-in-Ton-Design gibt dem Interieur eine fast schon edle Note, die Verarbeitung hinterlässt einen hinreichend soliden Eindruck.

Insgesamt ist der 500 L Living ein stimmiger Kompakt-Van, der zwar in Sachen Raumangebot nicht zu den ganz Großen seiner Klasse zählt, das aber mit seinem speziellen Charme und den vergleichsweise günstigen Preisen ausgleichen kann. (SP-X)






Mehr zur Marke Fiat

Limousine und Kombi im S-DesignFiat Tipo mit günstiger Top-Ausstattung

Fiat erweitert das Angebot für den Tipo. Sowohl Schräghecklimousine als auch Kombi können nun in einer neuen Top-Variante geordert werden.


Konzentration auf MassenmarktFiat Chrysler will sich von Maserati und Alfa trennen

Fiat Chrysler will sich angeblich von seinen beiden Marken Maserati und Alfa Romeo trennen. Dadurch könnte sich der italienisch-amerikanische Autobauer ganz auf den Massenmarkt konzentrieren.


Technologie für 500 Mini-VansGoogle zieht autonome Zweisitzer ab

Google beendet nach drei Jahren das Experiment mit den zweisitzigen Roboterwagen. Die Technologie aber wird in anderen Fahrzeugen weiterleben.



Mehr aus dem Ressort

Der VW Golf GTI TCR darf nur auf Rennkursen bewegt werden
Bei Seat gebautVW Golf GTI TCR: Nur für die Rennstrecke

65 Prozent aller Bauteile sind identisch mit einem normalen Serienmodell. Trotzdem darf der VW Golf GTI TCR nicht am Alltagsverkehr teilnehmen – und das ist auch gut so.


Porsche hat auch den Panamera Kombi hybridisiert
Turbo S E-Hybrid Sport Turismo mit 680 PSHybrider Porsche Panamera Kombi: Teilzeit-Stromer der Superlative

Porsche hat die Kombivariante des Panamera an den Stecker gepackt. Die hybride Zufuhr dient dem Turbo S E-Hybrid Sport Turismo dabei sowohl der Leistungssteigerung als auch der emissionsfreien Fahrt durch urbane Umweltzonen.


Japaner polarisiertHonda Civic Type R: Fast and Furios

Dieses Auto polarisiert: Die einen fahren auf das Design des Honda Civic Type R ab, für die anderen wirkt es schlicht prollig. Dabei hat der Japaner abseits seines Aussehen viele Stärken.