1. Dezember 2016

Fahrbericht Aufgefrischter Kleinwagen Dacia Sandero SCe 75: Günstig besser gestaltet

Dacia hat den Sandero weiter modernisiert Fotos ▶
Dacia hat den Sandero weiter modernisiert © AG/Flehmer

Dacia verschafft dem Sandero einen neuen Einstieg. Mit lediglich drei Zylindern unterstreicht der auch optisch aufgefrischte Kleinwagen den Erfolgszug der Marke.




Von Thomas Flehmer

Es ist schon eine überraschende Erfolgsgeschichte, die Dacia seit über zehn Jahren abliefert. Zum Anfang nicht mehr als belächelt, hat sich die Renault-Tochter aus Rumänien im Volumenmarkt etabliert und liegt mit dem Duster auf dem zweiten Rang im europäischen C-Segment, der Sandero belegt den dritten Podiumsplatz im B-Segment.

Um den Erfolg weiter zu verfolgen, hat Dacia seinen Modellen einer Schönheitskur unterzogen. Neben den optischen Neuerungen, kann der Duster nun mit einer aus der Megane und Scenic-Baureihe stammenden Doppelkupplung geordert werden. Beim Sandero und Logan MCV arbeitet nun ein neuer Einstiegsbenziner unter der Motorhaube.


75 PS für Dreizylinder-Sandero

Dem Trend folgend erhält nun auch die kleinste Baureihe einen Dreizylinder-Benziner. Der ein Liter große SCe 75 greift auf 54 kW/73 PS sowie 97 Newtonmeter, die bei 3500 Kurbelwellenumdrehungen anliegen.

Allein die Zahlen belegen, dass der Sandero nur bedingt bei Ampelstarts die Nase vorn hat, wofür er selbstverständlich nicht produziert wurde. Innerhalb von 14,5 Sekunden erreicht er die 100 km/h-Marke und schafft auf der Autobahn ein Tempo von 162 km/h, wodurch auch die Autobahn-Tauglichkeit belegt wird.

Meilenstein mit Rückfahrkamera

Das Hauptreisegebiet des 4,06 Meter langen Sandero wird die Stadt sein. Hier kann der Kleinwagen gut mitschwimmen, auch wenn die Schwimmzüge des Motors recht rau in den Innenraum dringen. Keine Beanstandungen gibt es dagegen beim Fahrwerk, dass die urbanen Unzulänglichkeiten im Asphalt gut ausbügelt. Mit einem Wendekreis von 10,7 Metern präsentiert sich der Eintonner recht agil, sodass es nicht all zu große Schwierigkeiten bei der Parkplatzsuche geben sollte.

Der Parkplatz selbst kann – für Dacia ein neuer Meilenstein, der vor zehn Jahren noch fast undenkbar gewesen wäre – per Rückfahrkamera angesteuert werden kann. Einen Meilenstein, allerdings einen bekannten, setzen die Rumänen einmal mehr beim Preis. So schützt die Kamera für unschlagbare 150 Euro vor Beulen an der neuen Lichtsignatur des Hecks beziehungsweise des erstmals sichtbaren Chrom-Auspuff beim Sandero Stepway.

Auch das ein Aspekt, den sich Dacia im Laufe der letzten zehn Jahre erarbeitet hat. War der erste Logan vor allem ein nützlicher Gegenstand, könnten Beulen an der aufgefrischten neuen Front mit neuer Lichtsignatur und LED-Scheinwerfern sowie neuer Frontschürze und Nebelscheinwerfern für Ärger beim Eigentümer sorgen. Das neue Design orientiert sich dabei am Duster und soll ein einheitliches Markenbild abgeben. In der Tat hat die Optik des Kleinen merklich dazu gewonnen.

Stark aufgewerteter Innenraum des Dacia Sandero

Selbst mit Ledersitzen kann der Dacia Sandero gestaltet werden
Selbst mit Ledersitzen kann der Dacia Sandero gestaltet werden © Dacia

Auch der Innenraum tritt immer mehr in die Moderne ein. Ein neues Lenkrad in Softtouch erhöht die Haptik, die von der Mittelkonsole in die Türverkleidung abgewanderten Fensterheber den praktischen Nutzen.

Ein sieben Zoll großer Touchscreen des Media-Nav Evolution – den es für lediglich 180 Euro allerdings nur für die höchste Ausstattungsvariante Lauréate gibt – beherbergt zudem Navi, Radio sowie die Freisprech-Einrichtung über Bluetooth. Leider ist der Touchscreen an der Mittelkonsole etwas zu tief platziert und schwer ablesbar, wenn die Sonne auf den Bildschirm scheint. Auf eine Smartphone-Anbindung und die Verbindung zum Internet muss der Sandero-Käufer allerdings noch warten.

Doch auch ohne Smartphone-Anbindung lässt es sich im Sandero aushalten. Platz ist auf den 2,59 Metern genügend vorhanden, die Sitze sind gut konturiert und können mittlerweile für 500 Euro auch mit Leder überzogen werden – auch das wäre früher undenkbar gewesen.

Einstiegspreis bleibt gleich

Der Sandero bleibt der günstigste Kleinwagen
Der Sandero bleibt der günstigste Kleinwagen © Dacia

Treu bleibt sich Dacia aber weiterhin in zwei Sachen. Zum einen liegt der über den Neuen Europäischen Fahrzyklus erzielte Verbrauch schon bei kombinierten 5,2 Litern und wird im Alltag sicher noch höher liegen.

Auf der anderen Seite bleibt sich Dacia bei der Preispositionierung treu, was auch schon die Aufpreise für Leder, Navi und Co. Unterstreichen. So übernimmt der Sandero SCe 75 die 6890 Euro vom Vorgänger mit vier Zylindern und bleibt damit der günstigste Kleinwagen in Deutschland. Rund ein Viertel aller Sandero-Käufer wird sich laut Dacia für das Einstiegsmodell, das in der höchsten Ausstattungsvariante für 9090 Euro im Showroom steht, entscheiden und die Erfolgsgeschichte der Marke fortsetzen.






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