11. November 2013

Fahrbericht Ab sofort erhältlich Dacia Duster: Preisbrecher im nächsten Level

Dacia hat den Duster optisch und technisch aufgefrischt. Fotos ▶
Dacia hat den Duster optisch und technisch aufgefrischt. © Dacia

Dacia hat den Duster für die zweite Lebenshälfte aufgefrischt. Trotz eines neuen und sparsameren Benzindirekteinspritzers bleibt der Selbstzünder der bevorzugte Antrieb beim erfolgreichsten Modell der rumänischen Renault-Tochter.




Von Thomas Flehmer

Eins bleibt bei Dacia immer gleich – egal bei welchem Modell und Segment. In jeder Kategorie, in der die rumänische Renault-Tochter auftritt, ist der jeweilige Dacia das günstigste Auto. Auch nach der Auffrischung zur Lebensmitte mit Außenoptimierungen an der Karosserie grüßt der Duster von der Spitze der günstigsten Kompakt-SUV – weiterhin mit Abstand zu den nächst teureren Modellen.


Dacia Duster startet ab 10.490 Euro

Denn weiterhin steigt der Duster - der im Januar erst eingeführt werden soll, aber schon ab sofort erhältlich ist - trotz einem Plus an Ausstattung und optischen Verschönerungen mit 10.490 Euro ein, was allerdings ein Lockangebot darstellt, das Dacia eigentlich gar nicht nötig hat. Denn selbst die 14.890 Euro für den Duster mit dem neuen TCe 125 mit 92 kW/125 PS, der erst in der zweithöchsten Ausstattungsvariante "Laureaté" startet, können von den anderen Mitbewerbern nicht gestemmt werden.

Dafür muss der Duster-Fahrer bereit sein, bestimmte Kompromisse einzugehen. Denn selbst die Erneuerungen im Innenraum mit neuem Instrumententräger, den mittlerweile in den Türen integrierten elektrischen Fensterhebern oder Außentemperatur-Anzeige können nicht darüber hinweg täuschen, in einem günstigen Auto zu sitzen. Dafür ist die Plastik halt nicht so wertig gestaltet, sondern nur solide.

Zu tief sitzendes Navi im Dacia Duster

Solide und übersichtlich ist auch die Anordnung der Knöpfe und Schalter. Schlecht gelöst ist der Platz des neuen Multimediasystems Media-Nav, das in der Mittelkonsole einige Zentimeter zu tief angebracht wurde, sodass der Fahrer den Blick von der Straße nehmen muss, um etwas auf dem Monitor zu erkennen, was zusätzlich schwerfällt, wenn die Sonne in den Innenraum flutet.

Auch die Sitze sind etwas zu weich ausgefallen, dafür ist Platz en masse vorhanden – sowohl vorne wie hinten. Auch die 475 Liter Kofferraumvolumen, die auf 1636 Liter erweitert werden können, sind ordentlich. Wird der Beifahrersitz noch umgeklappt, passen Gegenstände mit einer Länge bis zu 2,70 Meter in den Duster.

Dacia Duster serienmäßig mit ESP

Solides Cockpit des Dacia Duster
Solides Cockpit des Dacia Duster © Dacia

Ebenso wurde bei der Sicherheit gefeilt – und die Franzosen haben aus dem Crashtest-Desaster mit dem Lodgy gelernt. Da dort das ESP serienmäßig fehlte, kam der Van lediglich auf drei Sterne. Mit serienmäßigen ESP hätte der Lodgy ganz knapp die Höchstwertung von fünf Sternen verpasst. Im Duster gibt es nun das Stabilisierungssystem serienmäßig. Auch vier Airbags, ABS und ein Notbremsassistent sind an Bord.

Neu dabei ist der oben bereits beschriebene Benzindirekteinspritzer, der erstmals in einem Dacia eingesetzt wird und in diversen Leistungsstufen bereits andere Modelle von Renault befeuert. Den 1,3-Tonner zieht der Ottomotor so in 10,4 Sekunden auf 100 km/h. Die Kraft reicht bis 170 km/h aus – auch das ist mehr als solide.

Neuer Benziner als "goldene Mitte" für Dacia Duster

Kompromisse müssen beim Dacia Duster eingegangen werden
Kompromisse müssen beim Dacia Duster eingegangen werden © Dacia

Kompromissbereit müssen Fahrer und Beifahrer bei den Fahreigenschaften sein. Bei Kurven zeigt der Duster deutlich seine Wankneigung. Huckel auf den Straßen werden nicht so sanft wie bei Mitbewerbern ausgeglichen. Wer den Duster nicht allzu sehr in die Kurven schmeißt, kommt übrigens dem angegebenen Verbrauch von 6,3 Litern recht nahe. Auf den ersten Testkilometern benötigte der Duster knappe sieben Liter.

Trotz der 125 PS und dem maximalen Drehmoment von 205 Newtonmetern bei 2000 Umdrehungen gibt sich der Duster eher zahm, soll aber in Zukunft zum Volumenmodell avancieren. Rund 70 Prozent Benzinanteil sieht Dacia beim Duster, die Hälfte davon soll davon auf den TCe 125 entfallen, der deshalb als "goldene Mitte" bezeichnet wird.

Suveräner Auftritt des Dacia Duster mit Allrad

Auch im Gelände fühlt sich das Dacia Duster wohl
Auch im Gelände fühlt sich das Dacia Duster wohl © Dacia

Wer ein wenig mehr Kraft spüren möchte, greift auf den bewährten dCi 110 zurück. Der 80 kW/109 PS starke Diesel unterscheidet sich vom Drehmoment zwar nur recht wenig vom Benziner – 240 Newtonmeter, die bei 1750 Umdrehungen anliegen – doch wirkt es während der Fahrt sehr viel spritziger, auch wenn der Sprint erst in 12,2 Sekunden erledigt und die Höchstgeschwindigkeit bereits bei 169 km/h erreicht ist.

Wer den Duster abseits der Straßen bewegen möchte, kann den Diesel auch noch mit einem Allradantrieb ausstatten. Dieser agierte auf einem Offroad-Testgelände sehr souverän und meisterte Hügel und Flussdurchfahrten ohne Makel. 1900 Euro Aufpreis kostet die Kraft der vier Räder, die nur für den dCi 110 arbeiten. Und für diesen müssen weitere 16.590 Euro investiert werden. Für einen Dacia viel Geld – für ein gut ausgestattetes Kompakt-SUV weiterhin unglaublich günstig.






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