14. November 2013

Fahrbericht In 5,7 Sekunden auf 100 BMW Z4 28i Roadster: Einfach nur Spaß haben

Der BMW Z4 ist als Spaßmobil konzipiert.
Der BMW Z4 ist als Spaßmobil konzipiert. © BMW

Der BMW Z4 Roadster kann kaum auf praktische Alltagsqualitäten verweisen. Das Spaßmobil setzt dafür den Unternehmenseigenen Slogan gekonnt um.




Es gibt sie noch: Autos, die keine besondere Daseinsberechtigung erfüllen müssen außer als Spaßfahrzeug zu fungieren. Der BMW Z4 gehört zu dieser Kategorie. Er ist völlig unverdächtig sich als Transportwunder oder als bequemes Familien-Reiseauto geschweige denn als Ökospezialist positionieren zu wollen oder gar zu können. Fahrfreude pur ist sein Anspruch. Wie viel davon der bayrische Roadster vermittelt, haben wir in einem Alltagstest geprüft.


BMW Z4 mit klassischen Roadsterformen

Der Zweisitzer, der seit 2009 in der zweiten Generation auf dem Markt ist und im Frühjahr durch ein leichtes Facelift aufgefrischt wurde, besticht durch seine klassischen Roadsterformen. Gefühlt – und vom optischen Eindruck bestätigt - besteht der 4,24 Meter lange Z4 nur aus dem langen Vorderbau, an dem sich das knappe Cockpit für zwei Personen und der ebenfalls kurz geschnittene Heckstummel anschließen.

Diese Einschätzung muss auch nicht revidiert werden, wenn man hinter dem Volant Platz nimmt. Der Fahrer blickt auf die lange Schnauze, das Raumgefühl des Zweisitzers ist dagegen eher kuschelig, wenn nicht sogar beengt zu nennen, nur das Heck bietet eine kleine Überraschung. Bei geschlossenem Dach passen sogar zwei kleine Koffer hinein, einer Reise steht so nicht viel im Wege. Wenn allerdings die Dachkonstruktion im Gepäckteil verschwinden soll, um den Sonnenstrahlen uneingeschränkten Zugang zum Innenraum zu gewähren, bleibt danach kaum Platz mehr für Reiseutensilien (180 bis 310 Liter). Hinter den Sitzen ist höchstens ein Räumchen für Handtaschen und Co., sofern das für sportlich geformte Körper genormte Gestühl nicht ganz nach hinten geschoben ist.

Erneuter Verdeckwechsel beim BMW Z4

Das Dach selbst ist eine Metall-Konstruktion und eine kleine Reminiszenz von BMW an den damaligen Trendsetter Mercedes SLK, der mit seinem Klappdach die Szene aufwühlte. Der erste BMW Z4 hatte noch ein klassisches Stoffverdeck.

Die zweite Generation folgte mit der Stahlkonstruktion der Mode aus Stuttgart. Das macht ihn winterfester für Kunden, die keine Garage haben, aber die Stoffmütze wäre durchaus stilvoller. Und weil sich die Verdecktechnik inzwischen stark verbessert hat, wagen wir die Prognose, dass der Nachfolger des Z4 auf das Klappdach verzichten wird.

Typisches BMW-Interieur

Das BMW-Cockpit zeigt sich gewohnt wertig
Das BMW-Cockpit zeigt sich gewohnt wertig © BMW

Das Interieur entspricht den typischen BMW-Vorgaben: aufgeräumt, gut verarbeitet und hochwertig. Wobei zur letzten Eigenschaft die Aufwertung der Serienausstattung durch diverse Extras beiträgt. Der Z4 28i kostet ab 43.950 Euro. Unser Testauto hatte im Gegenwert für mindestens weitere 10.000 Euro Zusatzausstattung an Bord, darunter Klimaautomatik, Navigation, Fernlichtassistent oder ein Ablagepaket.

Unbedingt empfehlenswert sind Parksensoren und zwar besonders die, die vorne sitzen. Das Vorwärtsrangieren bedarf aufgrund der unübersichtlich langen Motorhaube einiger Übung, die Piepstöne helfen teure Blechschäden zu vermeiden.

BMW Z4 28i in 5,7 Sekunden auf 100

Bei 250 km/h ist Schluss beim BMW 28i
Bei 250 km/h ist Schluss beim BMW 28i © BMW

Motor vorne, Antrieb auf der Hinterachse – nach diesem Muster agieren die klassischen Roadster. Der Z4 macht auch hier keine Ausnahme. Der 28i mit 180 kW/240 PS ist der stärkste Vierzylinder im Angebot und wirkt nur im Vergleich zu den zwei Sechszylindern mit 225 kW/306 sowie 250 kW/350 PS schwächlich.

Im richtigen Fahrleben reichen die 240 PS natürlich mehr als aus, um mit dem Roadster ganz ungebunden und frei nach Schnauze jede Menge Fahrspaß zu genießen. In 5,7 Sekunden gelingt der Standardspurt, 350 Nm stehen ab 2250 Umdrehungen bereit, die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 250 (elektronisch abgeregelt) erreicht.

Flotte Kurvenjagd mit dem BMW Z4 28i

Der BMW Z4 mag Kurven
Der BMW Z4 mag Kurven © BMW

Viel wichtiger als diese technischen Angaben: Der Z4 hat ein Leistungsgewicht von 5,7 kg/PS. Und er mag Kurven, enge Kurven flott zu fahren liebt er besonders. Zwar möchte das Heck nicht immer brav folgen, doch die elektronischen Helfer bringen es schnell mit dem Geradeauslauf wieder in Einklang. Die Achtgang-Automatik (Aufpreis 2350 Euro) vermittelt durch ihre unaufgeregten, aber äußerst agilen Schaltwechsel "Freude am Fahren". Auch der Verbrauch konnte diese nicht wirklich trüben. Durchschnittlich flossen knapp neun Liter durch die Leitungen, BMW gibt 6,8 Liter (CO2-Ausstoß: 159 g/km) an.

Der Z4 richtet sich an Fahrer, die ihn nur spaßeshalber bewegen wollen. Praktischen Nutzen bietet er dagegen wenig. Aber das ist ja auch nicht die Aufgabe eines Roadsters. (SP-X)






Mehr zur Marke BMW

EICMA MailandBMW Motorrad startet mit vier neuen Modellen durch

BMW wird in der Motorradsaison 2018 vier neue Modelle auf den Markt bringen. Darunter ist mit der C 400 X auch ein neuer Mittelklasse-Roller.


Verstöße gegen EmissionsvorschriftenSüdkorea: Millionenstrafen für BMW, Daimler und Porsche

Den deutschen Autoherstellern BMW, Daimler und Porsche drohen in Südkorea Millionenstrafen wegen Verstößen gegen Emissionsvorschriften. Den höchsten Teil soll BMW zahlen.


Nach neun MonatenBMW muss Ziele zurücknehmen

BMW hat sich für dieses Jahr nur noch ein Umsatzplus von bis zu fünf Prozent vorgenommen. Bisher war der Autobauer von bis zu zehn Prozent ausgegangen.



Mehr aus dem Ressort

Ssangyong hat den Rexton komplett neu gestaltet
Vierte Generation des FlaggschiffsSsangyong Rexton: Neue Proportionen

Ssangyong fährt den Rexton in die vierte Auflage. Dabei hat das Flaggschiff eine komplette Umwandlung erhalten, bei der nur noch der Name übrig blieb.


Der Opel Insignia Country Tourer mag die rustikale Art
Dritte Variante des FlaggschiffsOpel Insignia Country Tourer: Ein wenig Freiheit und Abenteuer

Trotz des Booms bei den SUV gibt es auch noch Anhänger rustikaler Kombis. Opel schickt erneut die Offroad-Variante Country Tourer in den Schnee und Matsch.


Mitsubishi steigt mit dem Eclipse Cross in den Markt der SUV-Coupes ein
Auf der Plattform des OutlanderMitsubishi Eclipse Cross: Erhellender Lückenfüller zum Jubiläum

Mitsubishi startet ins Segment der SUV-Coupés. Mit dem Eclipse Cross wird zum hundertjährigen Jubiläum der Autosparte auf die Vergangenheit verwiesen und die Zukunft bemüht.