6. Dezember 2017

Elektroauto auf sportlich getrimmt BMW i3s: Elektrisches M

Der BMW i3s verleiht elektrischen Fahrspaß
Der BMW i3s verleiht elektrischen Fahrspaß © BMW

BMW hat dem i3 zu einem Leistungsplus verholfen. Das Elektroauto unterstreicht eindrucksvoll, dass auch Fahrzeuge mit alternativen Antrieben den Fahrspaß erhöhen können.




Von Thomas Flehmer

Es war eine Frage der Zeit. Nachdem die diversen Autohersteller Elektroautos in Serie auf den Markt bringen, dürfen natürlich die sportlichen Varianten nicht fehlen. Was dem gemeinen BMW-Piloten sein M ist, kann der i-Fahrer nun auch genießen. Die elektrische Sparte der Münchner hat mit dem i3s den ersten sportlichen Vertreter im Reich der elektrischen Serienfahrzeuge installiert.

Dafür erhielt der Elektrosportler eine 33 kWh starke Batterie, mit der bis zu 280 Kilometer nach NEFZ-Zyklus, 245 nach dem neuen WLTP-Zyklus, theoretisch machbar sind. Doch die Theorie wird es schwer haben, mit der Praxis mitzuhalten. Ist der Antritt der Elektroautos per se schon immer sehr sportlich, hält der i3s beim Sprint noch länger durch.


BMW i3s mit furiosem Ampelstart

Auf den ersten 50 Metern lässt der trotz Batterie lediglich knapp 1,4 Tonnen schwere Bipper die Konkurrenz stehen. Aber auch die 6,9 Sekunden für die Strecke von Null auf 100 km/h kann sich sehen lassen. Bis 160 km/h hält der Vortrieb an, doch ist dieser Wert nur dann von Bedeutung, wenn eine kurze Strecke schnell zurückgelegt werden soll, da ein höheres Tempo auch schneller die Energie minimiert.

Und die Gefahr ist hoch, da der Antritt zu den schönsten Erlebnissen im E-Auto zählt. Die 250 Newtonmeter stehen von Beginn an zur Verfügung und lassen die Mundwinkel des Fahrers nach oben gleiten während der Kopf an die Kopfstütze gedrückt wird.

Premiere für neue Traktionskontrolle

Doch nicht nur die Leistung an sich zählt, sondern das Zusammenspiel mit dem Fahrwerk, das durch den so genannten Fahrerlebnis-Schalter noch mehr Möglichkeiten erhält. Mit ihm kann der 4,01 Meter lange i3s zwischen Eco und Sport eingestellt werden. Wobei der Elektro-BMW auch schon in der Comfort-Variante recht straff über den Asphalt rollt.

Eine besondere Premiere feiert die Traktionskontrolle. Diese wurde nun direkt in der Motorsteuerung untergebracht und arbeitet nun einhundert Mal schneller als die Vorgängervariante, was sich auf feuchtem Untergrund sehr deutlich bemerkbar macht. Ohne sich beirren zu lassen schnellt der i3s wie vom Bogen geschossen über die nasse Fahrbahn. Nach der in der nächsten Woche anstehenden Premiere wird die neu entwickelte Traktionskontrolle auch in den anderen Serienmodellen der Münchner verbaut werden.

Dynamische Außenhaut

Selbst nasser Asphalt kann den i3s nicht aufhalten
Selbst nasser Asphalt kann den i3s nicht aufhalten © BMW

Doch auch bei schnell gefahrenen Slalomkursen präsentiert sich der Elektroflitzer sehr dynamisch. Der Heckantrieb erlaubt zudem ein besseres Einlenkverhalten, sodass auch der Wendekreis lediglich 9,86 Meter beträgt. Und damit kommen wir zum hauptsächlichen Einsatzgebiet des i3s. Auch wenn bis zu 280 Kilometer theoretisch möglich sind, wird der BMW zumeist in den urbanen Gebieten und deren Peripherien eingesetzt. Seine Dynamik ist dabei ebenso kein Nachteil wie der optische Auftritt.

Zweifarbig lackiert erscheint die sportliche Variante etwas flacher als die normale Serienversion, doch täuscht der Eindruck. Dafür ist die Spur breiter ausgefallen und auch die Radhäuser, was dem i3s einen kompakteren Eindruck verschafft. Im Innenraum dominiert ein Tablet-ähnlicher Touchscreen das Armaturenbrett. Die meisten Funktionen sind dabei ebenso intuitiv bedienbar wie am Lenkrad oder an der Mittelkonsole. Der am Lenkrad befindliche Schalthebel beherbergt auch den Startknopf.

BMW i3s ab 41.000 Euro

Der i3s ist sehr wertig eingerichtet
Der i3s ist sehr wertig eingerichtet © BMW

Leise geht es voran, was vor allem im Stadtverkehr mehr Aufmerksamkeit vom Fahrer erfordert, da dieser mehr Sorgfaltspflicht gegenüber Fußgängern und Fahrradfahrern hat, für die elektrische Fahrzeuge immer noch Nischenfunktionen ausüben. Sie rechnen nicht damit, dass sich ein Auto so leise und quasi unbemerkt fortbewegt und sind dann auch nicht ganz so aufmerksam.

Und auch das Mehr als Verantwortung fällt schwer. Denn auch der Fahrer selbst ändert seine Fahrweise und will mit dem i3s auch sparsam durch den städtischen Verkehr fahren. Die Bremsen werden dabei kaum gebraucht, da der BMW nach Verlassen des rechten Fußes vom Pedal so stark rekuperiert, dass das Auto nach wenigen Metern selbstständig zum Stehen kommt. Zugleich wird die Batterie wieder aufgeladen, sodass im reinen Stadtverkehr recht wenig Energie benötigt wird.

Trotzdem ist die Reichweite irgendwann aufgebraucht und der i3s muss an den Stecker. 39 Minuten dauert es an einer Schnellladesäule, in 7:30 Stunden sind daheim 80 Prozent aufgeladen. BMW gibt den Verbrauch mit je nach Reifengröße 13,1 bis 13,6 kWh an. Doch bevor der Strom durch die Adern fließt, müssen mindestens 41.000 Euro investiert werden für die Basisvariante. Sind alle Gadgets an Bord - also auch Fahrsicherheitssysteme oder Ledersitze - werden 56.000 Euro fällig. Die Preissprünge überraschen nicht, denn auch die M-Varianten der Verbrennermotoren haben ein ähnliches Preisgefüge. Sportlichkeit hat seinen Preis.



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Fahrberichte



Mehr aus dem Ressort

Nissan gibt dem Micra eine neue Basis.
Kleinwagen mit drei ZylindernNissan Micra 1.0: Der kleine Nachzügler

Nissan stellt den Micra auf eine neue Basis. Trotz eines fehlenden Turbos findet sich der Kleinwagen nicht nur im urbanen Einsatzgebiet gut zurecht.


Subaru hat auch den neuen XV markentypisch ausgestattet
Kompaktklasse-SUV mit Boxermotor und AllradantriebSubaru XV: Zwischen Nutzwert-Fahrzeug und Lifestyle-Mobil

Die Subaru-typischen Markenzeichen trägt auch der neue XV rustikal mit sich. Doch das Kompaktklasse-SUV gibt auch außerhalb des Nutzwert-Areals eine gute Figur ab.


Die Alpine kommt im zweiten Quartal 2018 auf den Markt
Sportwagen mit 252 PSAlpine A110: Die Legende kehrt zurück

Alpine belebt den Mythos wieder. Die sportliche Renault-Tochter kehrt mit dem kleinen A110 zurück, der viel Fahrfreude bietet und keine Probleme haben wird, sich im Kreis der Etablierten zurechtzufinden.