28. Juni 2013

Fahrbericht Bestseller erhält effiziente Motoren BMW 5er: Eco für die Business-Class

Der BMW 5er wurde komplett überarbeitet Fotos ▶
Der BMW 5er wurde komplett überarbeitet © BMW

BMW hat die 5er-Baureihe einem Facelift unterzogen. Neben optischen Änderungen erhält die Business-Limousine auch effizientere Motoren. Profitiert von der Modellüberarbeitung hat insbesondere auch der Gran Turismo.




Von Frank Mertens

Der BMW 5er ist mittlerweile etwas in die Jahre gekommen. Seit dreieinhalb Jahren ist die sechste Generation auf dem Markt, nun spendiert der Autobauer seinem Bestseller für die Limousine, den Touring und den GT zur Hälfte seines Lebenszyklus eine umfangreiche Modellpflege. Dabei hätten sich die Verantwortlichen damit noch etwas Zeit lassen können, denn vom aktuellen 5er wurden bislang über eine Million Einheiten ausgeliefert, mehr als von jeder Generation zuvor. Zudem ist der 5er seit 2011 Segmentführer in der oberen Mittelklasse. Damit das so bleibt, kommt nun die Produktüberarbeitung.

Sie bringt neben einigen optischen Änderungen für den BMW 5er vor allem eines: leistungsstärkere und effizientere Motoren. So wuchs beispielsweise beim 550i die Leistung um zehn Prozent auf 450 PS, der Verbrauch wurde jedoch um 17 Prozent auf 8,6 Liter gesenkt. Im Vergleich zum Vorgänger bedeutet das einen Minderverbrauch von fast zwei Litern, wie der Baureihenverantwortliche Peter Wolf sagt. BMW bietet damit Eco für die Business-Class


BMW 5er mit besserem Cw-Wert

Gerade den Maßnahmen zur Effizienzsteigerung kam beim neuen 5er eine hohe Priorität zu. So wurde bei der Limousine der Cw-Wert von 0,28 auf 0,25 reduziert. Gelungen ist dies unter anderem durch Optimierungen an der Frontschürze, den Radhäusern, den Felgen und dem Unterboden. Für den Kunden bedeutet das am Ende einer deutlichen Reduktion im Realverbrauch, entsprechend zufrieden ist man bei BMW über diese Reduktion beim Cw-Wert.

Das Cockpit des BMW 5ers
Das Cockpit des BMW 5ers © BMW

Da der 5er als die klassische Businesslimousine gilt, standen bei der Modellüberarbeitung natürlich auch Optimierungen im Vordergrund, die dem Fahrer sein Geschäftsleben im Auto erleichtern. Dazu gehört beispielsweise das Fahrassistenzsystem "Driving Assistant Plus" (Aufpreis 1990 Euro), das dem Fahrer eine aktive Geschwindigkeitsregelung mit Auffahrwarnung und Abbremsfunktion in einem Geschwindigkeitsbereich von 30 bis 210 km/h bietet. Bestandteil dieses Systems ist auch der Stauassistent, der es dem Fahrer zumindest ein klein wenig erträglicher macht, im Stau zu stehen: denn bis Tempo 40 regelt das System nicht nur die Geschwindigkeit, sondern lenkt auch selbsttätig und hält das Auto entsprechend in der Spur.

Concierge-Service als Option

Daneben findet man neben einer Vielzahl anderer Fahrassistenzsysteme wie einem Spurwechsel- auch einen Einparkassistenten, einem Nachtsichtsystem mit integrierter Wärmebildkamera (2100 Euro) auch einen so genannten Concierge-Service: braucht man beispielsweise Hilfe bei der Suche nach einem Geldautomaten, der nächsten Apotheke, kein Problem. Ein Anruf im BMW Call Center reicht – und schon bekommt man die Information geliefert. Vorausgesetzt, dass man zuvor das Navigationspaket Connected Drive für 3300 Euro bestellt hat, das zudem noch die Vernetzung mit dem Smartphone und einer Vielzahl von Apps ermöglicht. Dass das alles nette Features sind, steht außer Frage.

Doch wie fährt sich der neue 5er denn nun? Denn darauf kommt es neben den Nettigkeiten im Innenraum vor allem an. Gut, wirklich gut. Vor allem ausgesprochen komfortabel, wie unsere Testfahrten mit der Limousine 530d (Einstiegspreis 51.500 Euro) mit 258 PS zeigte. Der Dreiliter-Turbodiesel ist dabei ein Ausbund an Kraft, wie bereits sein maximales Drehmoment von 560 Nm unter Beweis stellt, das zwischen 1500 und 3000 Umdrehungen zur Verfügung steht. Der V6 agiert dabei in Kombination mit der Achtgangautomatik so harmonisch, dass es eine wahre Freue ist, mit ihm unterwegs zu sein. Seine Fahrleistung können sich dabei sehen lassen: so vergehen gerade einmal 5,8 Sekunden bis Tempo 100 und die Höchstgeschwindigkeit ist bei 250 km/h erreicht – was mehr als ausreichend ist. Alles das sind sportliche Leistungsdaten, die jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die 5er Limousine vor allem auf langen Autobahnfahrten ihre wahre Bestimmung findet als bei der Kurvenhatz auf der Landstraße.

Voll und ganz auf Komfort abgestimmt

Das Heck des 5er BMW
Das Heck des 5er BMW © BMW

Wer das will, der sollte dafür das Fahrwerk schon per einfachen Tastendruck auf den Sportmodus einstellen, damit sich der 1785 Kilo schwere 5er auch souverän auf diese Fahranforderung einstellt: grundsätzlich steht beim 5er Komfort vor Sportlichkeit im Vordergrund. Beim Verbrauch werden laut EU-Zyklus durchschnittlich 5,3 Liter (CO2-Ausstoß 139 g/km) in Aussicht gestellt. Bei den Testfahrten waren es laut Bordcomputer indes zwei Liter mehr.

Doch natürlich geht es auch sparsamer, dafür bietet BMW für Limousine und Touring nun auch eine neue Einstiegsmotorisierung an: den 518d. Der Vierzylinder hat 143 PS, ein Drehmoment von 360 Nm und soll sich mit 4,5 Litern begnügen. Er steht als Limousine mit 39.900 Euro in der Preisliste.

Dass BMW die Kritik der Kunden ernst nimmt, zeigt sich beim 5er Gran Turismo. Hier hatte es seit dem Marktstart heftige Kritik am klobigen Heck gegeben. Dem hat man sich nun angenommen und es wohlgeformter gestaltet. Das hat nicht nur der Optik gut getan, sondern auch dem Kofferraumvolumen: es wuchs um stattliche 60 auf nun 500 Liter. Geblieben ist indes das Grundübel der nicht vorhandenen Sicht nach hinten. Entsprechend geht ohne Rückfahrkamera nichts. Aber gerade das dürfte den Kunden egal sein, denn gerade in einem wichtigen Markt wie in China (auf ihn entfallen alle 25 Prozent der GT-Verkäufe) wird der Gran Turismo als klassisches Chauffeursauto genutzt. Auf den Markt kommen wird der neue 5er im Juli.







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