5. Januar 2015

Fahrbericht Idealer Viertürer für die Langstrecke BMW 418d Gran Coupé: Sparsamer Designanzug

Das BMW 4er Gran Coupé entpuppt sich als wahre Augenweide Fotos ▶
Das BMW 4er Gran Coupé entpuppt sich als wahre Augenweide © BMW

Das BMW 4er Gran Coupé ist eine pure Augenweide. Wer auf sportliche Beschleunigungen verzichten kann, wird mit der Sparsamkeit des kleinen Diesels belohnt.




Das Verwirrspiel zwischen 3er und 4er BMW hat das Gran Coupé mittlerweile vervollständigt. Nach dem 4er Coupé, dem Cabrio und dem X4 fährt das 4er Gran Coupé als Nachfolger der viertürigen Coupé-Version des 3ers vor, als 418d sogar recht sparsam.


BMW 4er Gran Coupé als Augenweide

Das seit Juni dieses Jahres erhältliche 4er Gran Coupé ist ein Bild von einem BMW. Unverschämt gut sieht er aus. Die nach unten gezogene Motorhaube mit den schmalen Scheinwerfern, die abfallende Coupé-Linie sowie das kurze Heck machen ihn zur Augenweide.

Das BMW 4er Gran Coupé ist mit 4,64 Metern Gesamtlänge zwei Zentimeter länger, dafür aber vier Zentimeter flacher und einen Zentimeter schmaler als der 3er. Auch in Sachen Technik sind 3er und 4er-Reihe nahezu identisch. Der größte Unterschied liegt im Preis. Während der Einstieg in die Welt des 4er Gran Coupés beim 420i ab 35.750 Euro startet, geht es beim Dreier mit der schwächer motorisierten Basisversion des 316i mit 29.650 Euro deutlich günstiger zu. Unser 418d kostet glatte 37.000 Euro ohne Extras.

Vernegte Sicht nach hinten im BMW 4er Gran Coupé

Das Raumangebot des BMW 4er Gran Coupé ist auf Maß geschneidert
Das Raumangebot des BMW 4er Gran Coupé ist auf Maß geschneidert © BMW

Wie sitzt es sich im Wagen mit der Ziffer 4? Der schöne Münchner ist wie ein Designanzug. Das Raumangebot ist praktisch auf Maß geschneidert. Viel Kopffreiheit gibt es dadurch hinten nicht und etwas Gelenkigkeit sollte man auch mitbringen. Kopf und Bauch einziehen und in die Polster fallen lassen - die allerdings gewohnt bequem sind. Am Arbeitsplatz fühlt sich der Fahrer ausgesprochen wohl. Die Einrichtung bietet weniger Überraschendes, mal abgesehen vom messerscharfen Display des neuen Navis.

Nicht sehr gelungen ist die Sicht nach hinten. Durch das schmale Heckfenster und die dicke C-Säule ist sie eher mau. Ein BMW-Fahrer schaut eben nicht gern zurück. Gut, dass es für 420 Euro eine Rückfahrkamera oder für 750 Euro einen Einparkhelfer gibt. Positiv fällt da die ansehnliche Kehrseite des 4er Gran Coupés auf. Durch das Fließheck öffnet sich - per Knopfdruck - eine extrem weit aufschwingende Klappe. Das hat sich der 4er vom 3er GT abgeschaut. Mit 480 Litern Stauraum bringt das Gran Coupé genauso viel unter wie die 3er Limousine und 35 Liter mehr als der Zweitürer. Klappt man die teilbare Rückbank vor, sind es sogar bis zu 1300 Liter.

BMW 418d Gran Coupé für Langstrecke prädestiniert

Entspannte Fahrt im BMW 4er Gran Coupé
Entspannte Fahrt im BMW 4er Gran Coupé © BMW

Angetrieben wird der 418d von einem 105 kW/143 PS starken Aggregat mit 320 Nm Drehmoment. Seine Kraft ist nicht für einen Raketenstart gedacht, lieber rennt er über lange Straßen und offene Kurven. Dort fühlt der Bayer sich zuhause, reagiert schnell auf Brems- oder Gasbefehle und lässt auch bei hohen Geschwindigkeiten nicht viele der störenden Außengeräusche in sein Innerstes. Die Lenkung ist wie gewohnt präzise und direkt, das Sechsgang-Getriebe sauber abgestimmt. Wer es jedoch noch genauer will, kann dem Wagen für 2150 Euro die Achtgang-Automatik einpflanzen lassen.

Neben dem normalen Fahrmodus lassen sich per Knopfdruck eine sportliche und eine besonders sportliche Einstellung wählen. Wer den sogenannten Fahrerlebnisschalter in der Mittelkonsole auf „Sport+“ stellt, kann diesen 1,6 Tonnen schweren 4er in 9,2 Sekunden auf Tempo 100 treiben, dabei reagieren Lenkung und Fahrwerk ruppiger. Das erfreut besonders sportlich fahrende Piloten. Wer sparsam unterwegs sein will, wählt den Eco-Modus und gleitet mit einer kommoderen Version weiter, die zäher anfährt und deutlich verhaltener unterwegs ist.

BMW besetzt jede Nische

Übermäßig durstig wird der BMW bei seiner Arbeit jedoch nicht. Selbst mit hitziger Temperatur im Innenraum, einem bunten Mix aus Stadtfahrten, reichlich Stopp-and-Go und flink gefahrenen Autobahnkilometern, benötigt das Gran Coupé im Schnitt 6,4 Liter.

Ist das 4er Gran Coupé mit seinen vier Türen also „nur“ der praktischere Ableger des 4er Coupés oder der eleganter geformte 3er? Da sind wir wieder bei den Zahlenspielchen. Für BMW ist offenbar keine Nische so klein, dass sie nicht besetzt werden kann. Der bayerische Zahlenstrang vom 1er bis zum 7er ist fast lückenlos besetzt. Das BMW 4er Gran Coupé punktet mit großem Stauraum, kann als kleinere und somit günstigere Alternative zum 6er oder als schönere 3er-Limousine gesehen werden. Vielleicht sogar als attraktiver Kombi-Ersatz. Und den Aufstieg der zusätzlichen zwei Türen bei der Karosserievariante des 4ers gibt’s zum Nulltarif - denn die liegen preislich gleichauf. Und das ist doch auch mal eine schöne Botschaft. (SP-X)






Mehr zur Marke BMW

Nach sechs MonatenBMW freut sich bereits über 5000 elektrifizierte Autos

BMW hat in den ersten sechs Monaten des Jahres in Deutschland 5000 elektrifizierte Modelle abgesetzt. Die Münchner werten dies als großen Erfolg.


Rolls-Royce im MinusBMW Group mit neuen Absatzrekorden

Auf dem Weg zum nächsten Rekordjahr verkündet BMW zur Halbzeit zwei neue Bestwerte. Sowohl der Juni als auch das erste Halbjahr toppten beim Absatz die bisherigen Ergebnisse.


Ab der fünften SaisonBMW steigt in Formel E ein

BMW ist der nächste deutsche Hersteller in der Formel E. Die Münchner bestätigten ihren Einstieg zur fünften Saison der elektrischen Rennserie.



Mehr aus dem Ressort

Der Suzuki Ignis sticht aus der Menge heraus
Kleinwagen mit AllradantriebSuzuki Ignis: Feuer und Flamme in Kistenformat

Suzuki beweist Mut. Die Neuauflage des Ignis polarisiert durch ihr Erscheinungsbild, erzeugt aber im realen Alltag als praktischer Kleinwagen mit eigenem Outfit eine gewisse Wärme.


Die X-Klasse von Mercedes scheut keine Fahrten ins Gelände
Erster Pickup der MarkeMercedes X-Klasse: Komfortabel durch den Matsch

Mercedes fährt mit der neuen X-Klasse ganz komfortabel ins Gelände. Die Basis bildet der Nissan Navara – die Stuttgarter haben den Pickup aber noch weiter aufbereitet. Die Autogazette fuhr schon mal im Gelände mit.


Modellpflege für TopmodellMercedes S-Klasse: Doppelter Espresso inklusive

Audi startet mit dem A8 einen neuen Angriff auf die Mercedes S-Klasse. In Stuttgart gibt man sich davon unbeeindruckt. Dort zeigt sich Entwicklungschef Ola Källenius zuversichtlich, dass man auch mit einer modellgepflegten S-Klasse seinen Spitzenplatz halten kann.