5. Februar 2016

Fahrbericht Kombi wird nicht hybridisiert BMW 330e: Gut und böse

BMW hat den 3er mit einem Elektromotor verstärkt.
BMW hat den 3er mit einem Elektromotor verstärkt. © BMW

BMW verschafft der 3er Limousine zwei grundverschiedene Attitüden. Als sparsamer Hybrid reichen 2,1 Liter Benzin für 100 Kilometer, auf der anderen Seite kann der Kompakte aber auch anders.




Spaß und Sparsamkeit will der neue, ab Anfang März erhältliche BMW 330e verbinden. Um den Spagat zwischen den zwei nicht immer kongruenten Zielsetzungen besser schaffen zu können, verfügt der Plug-in-Hybrid über eine Systemleistung von 185 kW/252 PS und ein maximales Drehmoment von 420 Nm. Nutzt man die Vorteile des Hybridantriebs soll sich der Bayer mit durchschnittlich 2,1 Liter Benzin plus 11,9 kWh Strom zufrieden geben. Wer sich ökologisch vorbildlich verhalten möchte, muss aber zunächst mindestens 43.500 Euro investieren.


Hybrider BMW als Alternative zum Diesel

Ein bisschen erinnert der 330e an Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Auf der einen Seite soll das Fahrzeug durch Effizienz beeindrucken. Das ist wichtig für die europaweit geltenden Vorgaben zum Flotten-CO2-Verbrauch, aber auch für Märkte wie die USA oder Japan, wo sparsame Dieselaggregate keine Alternative für eine Sportlimousine sind. Wie wichtig dieses Märkte für den 330e sind, zeigt sich zum Beispiel darin, dass es das Fahrzeug ausschließlich als Limousine angeboten wird. Der nur in Europa beliebte Kombi (Touring) wird nicht hybridisiert.

Auf der anderen Seite gilt es natürlich, die sportliche Performance nicht aus den Augen zu verlieren. Dazu kombiniert der Plug-in-Hybrid-Antrieb eine E-Maschine mit 65 kW/88 PS und einem maximalen Drehmoment von 250 Nm mit dem aus dem 320i bekannten, 135 kW/184 PS starken Vierzylinder. Die Systemleistung beträgt 185 kW/252 PS und ermöglicht ein maximales Drehmoment von 420 Nm. Der Lithium-Ionen-Akku mit 7,6 kWh ist unter dem Kofferraumboden untergebracht. Dessen Volumen liegt somit statt 480 nur noch bei 370 Liter.

BMW 330e mit kraftvollem Durchzug

In 6,1 Sekunden erreicht der BMW 330e Tempo 100
In 6,1 Sekunden erreicht der BMW 330e Tempo 100 © BMW

Der Standardspurt gelingt in 6,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 225 erreicht. Noch ganz BMW-klassisch erfolgt die Kraftübertragung über die serienmäßige Achtgang-Automatik auf die Hinterräder. Da der E-Motor vor dem Getriebe platziert wurde, können die Getriebeübersetzungen auch bei rein elektrischem Antrieb genutzt werden. Das spart den Drehmomentwandler und so zusätzliches Gewicht. Immerhin wiegt der 330e 165 Kilogramm mehr als der ebenfalls 252 PS starke 330i.

Dass der 330e kein Leichtgewicht ist, fällt aber überhaupt nicht auf. Ein leichter Tritt aufs Gaspedal: schon stürmt er mächtig vorwärts. Der Elektromotor unterstützt den Twin-Turbo mit 100 Nm Drehmoment – kurzfristig sind sogar bis zu 250 Nm als Boostzugabe möglich – so dass immer reichlich Durchzugskraft zum Abruf bereit steht. Außerdem vermittelt die Gewichtsverteilung von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse in Tateinheit mit Heckantrieb ein souveränes Fahrgefühl. In Kombination mit dem Sport-Modus geht so auf der Autobahn oder auf kurvenreichen Landstraßen sprichwörtliche Schmidts Katze ab.

Elektrisch durch die Stadt

Rund drei Stunden dauert der Ladevorgang
Rund drei Stunden dauert der Ladevorgang © BMW

Dann konterkariert man allerdings den Aufwand, den BMW für die Sparmaßnahmen betrieben hat, der Verbrauch bewegt sich auf dem Niveau eines 330i mit artgerechter Fahrweise. Soll das e im Kürzel also einen Sparnutzen haben, gilt es die Limousine und die Batterieleistung anders einzusetzen. Am besten nutzt man die aufwändige Technik aus der heimischen Garage auf dem Weg zum Arbeitsplatz. Idealerweise wurde das Fahrzeug voll aufgeladen – dauert an der Haushaltsdeckdose drei Stunden – und man kann auf bis zu 40 Kilometer elektrische Restreichweite zurückgreifen.

Standardmäßig startet man in der Einstellung Auto eDrive. Sie ermöglicht ein optimales Zusammenspiel von Verbrennungs- und Elektromotor und eine rein elektrische Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Das serienmäßige Navigationssystem berücksichtigt bei seiner Zielführung die Topographie der vorausliegenden Strecke sowie Geschwindigkeitsbegrenzungen und Steigungsinformationen und sorgt so für eine effiziente Nutzung der verfügbaren Energien. So werden Wohngebiete bevorzugt mit E-Antrieb durchfahren.

BMW 330e bis zu 120 km/h rein elektrisch unterwegs

Das Kofferraumvolumen schrumpft von 480 auf 370 Liter
Das Kofferraumvolumen schrumpft von 480 auf 370 Liter © BMW

Wer nur eine Kurzstrecke zu bewältigen hat, kann gleich den Modus Max eDrive aktivieren. Der 330e fährt dann rein elektrisch und bis zu 120 km/h schnell. Nutzt man diese Einstellung oft, verzichtet also so oft wie es geht auf die Zuschaltung des Verbrenners, liegt der Durchschnittsverbrauch von 2,1 Litern nicht ganz in unerreichbaren Sphären.

Wer also über eine Steckdose in der heimischen Garage oder am Arbeitsplatz verfügt, kann die Vorteile der Technik nutzen. Wer auf Langstrecken sportlich und vergleichsweise sparsam unterwegs sein möchte, also ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den konträren Charaktereigenschaften des Dr. Jekyll und Mr. Hyde realisiert, ist sicherlich mit einem Diesel wie dem 325d (190 kW/258 PS, ab 41.500 Euro) besser bedient. (SP-X)






Mehr zur Marke BMW

EICMA MailandBMW Motorrad startet mit vier neuen Modellen durch

BMW wird in der Motorradsaison 2018 vier neue Modelle auf den Markt bringen. Darunter ist mit der C 400 X auch ein neuer Mittelklasse-Roller.


Verstöße gegen EmissionsvorschriftenSüdkorea: Millionenstrafen für BMW, Daimler und Porsche

Den deutschen Autoherstellern BMW, Daimler und Porsche drohen in Südkorea Millionenstrafen wegen Verstößen gegen Emissionsvorschriften. Den höchsten Teil soll BMW zahlen.


Nach neun MonatenBMW muss Ziele zurücknehmen

BMW hat sich für dieses Jahr nur noch ein Umsatzplus von bis zu fünf Prozent vorgenommen. Bisher war der Autobauer von bis zu zehn Prozent ausgegangen.



Mehr aus dem Ressort

Ssangyong hat den Rexton komplett neu gestaltet
Vierte Generation des FlaggschiffsSsangyong Rexton: Neue Proportionen

Ssangyong fährt den Rexton in die vierte Auflage. Dabei hat das Flaggschiff eine komplette Umwandlung erhalten, bei der nur noch der Name übrig blieb.


Der Opel Insignia Country Tourer mag die rustikale Art
Dritte Variante des FlaggschiffsOpel Insignia Country Tourer: Ein wenig Freiheit und Abenteuer

Trotz des Booms bei den SUV gibt es auch noch Anhänger rustikaler Kombis. Opel schickt erneut die Offroad-Variante Country Tourer in den Schnee und Matsch.


Mitsubishi steigt mit dem Eclipse Cross in den Markt der SUV-Coupes ein
Auf der Plattform des OutlanderMitsubishi Eclipse Cross: Erhellender Lückenfüller zum Jubiläum

Mitsubishi startet ins Segment der SUV-Coupés. Mit dem Eclipse Cross wird zum hundertjährigen Jubiläum der Autosparte auf die Vergangenheit verwiesen und die Zukunft bemüht.