8. September 2014

Fahrbericht Digitales Cockpit im Sportcoupé Audi TT: Ganz großes Kino

Der Audi TT sorgt für glänzende Fahrleistungen. Fotos ▶
Der Audi TT sorgt für glänzende Fahrleistungen. © Audi

Audi schickt den neuen TT an den Start. Dabei wartet das Sportcoupé der Ingolstädter mit vielen technischen Finessen auf – dazu auch ein sogenanntes Virtual Cockpit.




Von Frank Mertens

Natürlich kann man Audi für die fehlende Strategie bei der Elektromobilität kritisieren, auch dafür, dass das Thema Carsharing bisher in Ingolstadt keine Rolle spielt. Eines kann man der VW-Tochter aber nicht vorhalten: dass sie langweilige Autos baut. Schon gar nicht, wenn es sich bei dem neusten Modell um den Audi TT handelt, der 1998 erstmals auf den Markt kam und von dem sich bislang mehr als 500.000 Fahrzeuge verkauft haben.

Es ist das Auto, das einen auch dann begeistert, wenn man kein Fan der Marke mit den vier Ringen ist. Glauben Sie nicht? Dann müssen Sie unbedingt eine Testfahrt in dem neuen TT absolvieren. Sie werden Ihre Meinung ändern. Das beginnt bereits in dem Moment, wenn man in der dritten Generation dieser Design-Ikone Platz nimmt und den kleinen silbernen Startknopf drückt. Der erweckt nicht nur den 2.0 TFSI-Vierzylindermotor mit 230 PS zum Leben, sondern sorgt auch für ganz großes Kino. Denn nach dem Starten erscheint hinter dem abgeflachten Sportlenkrad ein 12,3 großes volldigitaler Display, der die analogen Instrumente ersatzlos ablöst. Audi nennt das Ganze "Virtual Cockpit".


Irritationen des Virtual Cockpit legt sich

Dass ist zuerst zwar etwas ungewohnt, ja auch irritierend und erinnert ein wenig an eine Spielekonsole, doch nach längerer Fahrt stellt man fest: Mensch, das hat was. Vor allem ist es einfach zu bedienen. Entweder über das Multifunktionslenkrad oder den Drehknopf in der Mittelkonsole. Auf dem Digitaldisplay lassen sich entweder Tacho und Drehzahlmesser im Vordergrund anzeigen oder man lässt die gestochen scharfe Navigationskarte in den Mittelpunkt rücken. Sie lässt sich deutlich besser ablesen, als das sonst übliche Display oberhalb der Mittelkonsole.

Das Digital-Cockpit im TT von Audi
Das Digital-Cockpit im TT von Audi © Audi

Natürlich lassen sich die Funktionen auch über Sprachsteuerung ansteuern. Das funktioniert alles tadellos. Denn im Hintergrund verrichtet ein Tegra 30-Prozessor von NVIDIA die Arbeit, der es auf acht Milliarden Operationen pro Sekunde bringt. "Der TT ist die Ikone der Marke Audi. Wo, wenn nicht hier, sollten wir ein solches Digital-Display erstmals zum Einsatz bringen", sagte Audi-Chef Rupert Stadler in der Vorwoche bei der Vorstellung des TT im spanischen Marbella. Hier ist er wieder, der von Vielen bereits verloren geglaubte Markenclaim "Vorsprung durch Technik".

Liebe zum Detail

Wer sich im Innenraum des TT genauer umschaut, der stößt auch auf die wirklich pfiffig gestaltete Bedienung der Klimaanlage, die in die Lüftungsdüsen integriert sind, auf den jeweils auch die Temperatur aufleuchtet. Solche Details erfreuen den Kunden.

Wer übrigens glaubt, dass der 4,18 Meter lange TT eh´ nur ein Spaßfahrzug ist, der irrt. Denn der als 2+2-Sitzer ausgewiesene TT bringt es immerhin auf ein Kofferraumvolumen von mindestens 305 Litern, 15 Liter mehr als beim Vorgänger. Nicht schlecht für einen Sportwagen, der von außen mit seiner Frontpartie an den Audi R8 erinnert und dessen Auftritt mit den neuen Scheinwerfern mit LED-Matrix-Licht (Aufpreis 2140 Euro) nochmals einen besonderen Auftritt bekommen. Die Lichtsilhouette der Front findet sich dann auch bei den Rückleuchten wieder. Das ist alles wirklich sehr schick.

2.0 TFSI mit 230 PS-Leistung

Das Heck des Audi TT sieht ansprechend aus
Das Heck des Audi TT sieht ansprechend aus © Audi

So richtig los geht der Spaß aber erst, wenn man den 1230 Kilogramm leichten TT mit leichtem Druck aufs Gaspedal seiner Bestimmung zuführt – in unserem Fall war es ein 2.0 TFSI Quattro mit 230 PS, der mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert war. So lässt es sich dann auch bestens in diesem Sportcoupé durch das bergige Hinterland Marbellas düsen. Dass vollführt der TT so unaufgeregt souverän, dass man verleitet ist, ihn noch flotter als es die Geschwindigkeitsbeschränkung gestattet zu bewegen.

Hier muss man schon arg an sich halten. Doch jederzeit vermittelt einem der TT das Gefühl, mehr zu können als man ihm im öffentlichen Straßenverkehr gestatten darf – ein gutes Gefühl. Der 2.0 TFSI stellt übrigens ein maximales Drehmoment von 370 Nm (1600 bis 4300 Touren) zur Verfügung, die für einen satten Antritt ausreichen.

Wie flott er ist, zeigt der Blick aufs Datenblatt: dort stehen für den Sprint bis Tempo 100 beeindruckende 5,3 Sekunden, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 250 km/h an. Auf dem Weg dahin sorgt die Kraft der vier Räder dafür, dass man sehr satt und sicher auf der Straße liegt. Und der Verbrauch? Nun ja, die in Aussicht gestellten 6,5 Liter hat er laut Bordcomputer nicht erreicht – hier lag der Verbrauch nach Bordcomputer bei 7,9 Liter. Aber sei es drum. Das ist gemessen an dem Fahrspaß eine Marginalie. Wer Lust auf den von uns gefahrenen TT hat, der muss dafür mindestens 39.500 Euro bezahlen. Dafür bekommt er dann aber auch wirklich großes Kino geboten.






Mehr zur Marke Audi

610 PS LeistungAudi R8 Spyder V10: Das Plus macht den Unterschied

Der neue Audi R8 Spyder V10 Plus sorgt für beeindruckende Fahrleistungen. Gerade einmal 3,3 Sekunden vergehen bis Tempo 100. Doch so beeindruckend ist auch der Preis


Schaeffler und Audi verlängern Verträge«Formel E als beste Plattform der Elektromobilität»

Die Elektromobilität steckt in Deutschland immer noch in der Nische. Die Formel E zieht immer mehr Hersteller an und kann einen emotionalen Beitrag für mögliche Antriebe in der Zukunft leisten.


Trotz positiver Signale aus ChinaAudi im Mai mit Absatzeinbußen

Audi musste auch im Mai einen Rückgang bei seinem weltweiten Absatz hinnehmen. Die VW-Tochter konnte 2,8 Prozent weniger Fahrzeuge absetzen als im Vorjahresmonat. In China hofft man wieder auf positive Zahlen.



Mehr aus dem Ressort

Nissan hat dem Qashqai ein neues Aussehen verliehen
Facelift für Crossover-PionierNissan Qashqai: Schönheitskur für den Spitzenplatz

Nissan hat den Qashqai vor allem optisch neuen Glanz verliehen. Technische Neuerungen für den unternehmenseigenen Bestseller sind zwar in der Pipeline, aber noch nicht im Crossover.


Gut 80 Prozent der Insignia-Kunden wählen die Kombivariante
Marktstart des Kombis am 24. JuniOpel Insignia Sports Tourer: Sag beim Abschied glanzvoll Servus

Opel lässt mit dem Insignia Sports Tourer die Zusammenarbeit mit Modellen der bald vergangenen Mutter General Motors auslaufen. Der besonders in Deutschland beliebte Mittelklasse-Kombi legt sich dabei mächtig ins Zeug in Richtung Premium.


Elektrische Reichweite von 155 KilometernSmart Fortwo Cabrio ED: Den Sommer genießen

Nun ist das Angebot komplett. Nach dem elektrisch angetriebenen Zwei- und Viersitzer bietet Smart vom Fortwo auch ein Cabrio an. Bei diesen sommerlichen Temperaturen ist es zweifelsfrei die schönste Art, mit diesem Kleinwagen unterwegs zu sein.