18. November 2014

Fahrbericht Gelifteter Kompakt-SUV Audi Q3: Hotel Ingolstädter Hof

Audi hat den Q3 und RS Q3 bereits nach drei Jahren Laufzeit geliftet.
Audi hat den Q3 und RS Q3 bereits nach drei Jahren Laufzeit geliftet. © Audi

Audi hat den Q3 drei Jahre nach dem Marktstart geliftet. Das Kompakt-SUV kann dabei auch in ein Camping-Fahrzeug verwandelt werden.




Von Thomas Flehmer

Das "Hotel Sachsenhof" war in der DDR eine beliebte Variante, bei dem ein Zelt auf dem Dach eines Trabi installiert wurde, um auf dem Campingplatz die Nacht zu verbringen. 25 Jahre nach dem Fall der Mauer kommen nun auch andere nicht-ostdeutsche Hersteller auf den Geschmack. Nach Jeep hat nun auch Audi beim gelifteten Q3 eine Variante eines modernen Campingautos im Angebot.


Audi Q3 in drei Jahren 400.000 Mal verkauft

Verstaut in einer kleinen Tasche, die bequem in den 460 Liter fassenden Kofferraum passt, lässt sich mittels eines Blasebalgs innerhalb von vier Minuten ein Zelt aufblasen, das mit der Heckklappe des Q3 verbunden wird. Das 1390 Euro teure Zubehör bietet einen Schlafplatz für bis zu drei Personen sowie ein geräumiges Vorzelt und zudem noch bis zu 1365 Liter Platz durch den Kofferraum, der ja weiter zugänglich ist und den Platz im "Hotel Ingolstädter Hof" erweitert.

Es ist nicht die einzige Neuerung des modernisierten Kompakt-SUV, der in seinen drei Jahren auf dem Markt 400.000 Mal verkauft wurde und selbst in diesem Jahr um 30 Prozent bei den Verkäufen zulegen konnte. Die Käufer des neuen Q3 erhalten im Vergleich zum alten Modell einen Single-Frame-Kühlergrill in 3D-Optik, serienmäßige Xenon-Scheinwerfer sowie ein dynamisches Blinklicht und das MMI Navigation Plus und eine elektrische Heckklappe. Im Innenraum ergaben sich keine Veränderungen, er bleibt wertig edel wie man es auch vom Vorgänger gewohnt war.

Audi Q3 mit Zylinderabschaltung

Der Audo Q3 mutiert zum Campingcar
Der Audo Q3 mutiert zum Campingcar © Audi

Dafür wurden alle Motoren komplett überarbeitet und verbrauchen jetzt bis zu 17 Prozent weniger Kraftstoff. Zudem erhielt der Einstiegsbenziner eine Zylinderabschaltung, sodass der 110 kW/150 PS starke 1.4 TFSI bei Teillast lediglich zwei Zylinder bemüht und sich auf diese Weise mit 5,5 Litern auf 100 Kilometern zufrieden geben soll. Dabei schnurrt der Motor leise vor sich hin und gibt sich kraftvoll genug, um auch mal auf der Autobahn die linke Spur einzunehmen.

Die sechs Gänge lassen sich dabei gut einlegen und auch das Fahrwerk gibt keinen Anlass zur Kritik. Dass sich zwischenzeitlich die Zylinder abschalten, passiert unmerklich und lässt sich halt lediglich am Verbrauch erkennen, der bei dem zehn PS schwächeren Vorgänger-Aggregat fast zwei Liter höher lag.

Audi RS Q3 als reine Spaßmaschine

Der Innenraum des Audi Q3 lässt keine Wünsche offen
Der Innenraum des Audi Q3 lässt keine Wünsche offen © Audi

Und auch der gleichstarke 2.0 TDI zeigt sich von der guten Seite. Hier macht sich der Selbstzünder aber stärker bemerkbar als der Ottomotor. Zugleich gibt sich der Diesel auch dank eines Drehmomentes von 340 Newtonmetern – der Benziner verfügt über 250 Newtonmeter – stärker und absolviert den Sprint in 9,6 Sekunden und somit 0,3 Sekunden schneller als der 1.4 TFSI. Wird der 2.0 TDI vorausschauend und zurückhaltend gefahren, sollen lediglich 4,4 Liter auf 100 Kilometern durch die Schläuche fließen.

Als reine Spaßmaschine entpuppt sich der RS Q3, der im Vergleich zum Vorgänger 30 PS und 30 Newtonmeter mehr erhalten hat. Mit nunmehr 340 Pferdestärken ausgerüstet sind die 100 km/h innerhalb von 4,8 Sekunden erreicht. Es macht einfach Spaß, das Gaspedal herunterzudrücken und über verlassene Landstraßen zu donnern.

Audi RS Q3 ab 56.600 Euro

Die Preise für den Audi Q3 beginnen bei 29.600 Euro
Die Preise für den Audi Q3 beginnen bei 29.600 Euro © Audi

Dass die 8,4 Liter auf 100 Kilometern eingehalten werden, kann man getrost vergessen. Auch hier ergeben Kraft und das RS Sportfahrwerk Plus ein schon explosives Gemisch, das die Fahrfreude ständig brennen lässt. Das sollte vor Fahrtbeginn aber darauf geachtet werden, dass das Hotel "Ingolstädter Hof" richtig verstaut wurde.

Um allerdings in den Genuss des kompakten SUV-Sportlers samt Übernachtungsmöglichkeit zu kommen, müssen vorher mindestens 56.600 Euro beim Händler abgegeben werden. Für etwas mehr als die Hälfte erhält man den 1.4 TFSI, dessen Preise bei 29.600 Euro beginnen – ohne das aufblasbare Zelt.






Mehr zur Marke Audi

Aufsteigende Tendenz der VW-Tochter im JuliAudi weiter auf Erholungskurs

Der auf dem größten Einzelmarkt beigelegte Streit lässt die Zahlen von Audi weiter ansteigen. Nach sieben Monaten liegt die VW-Tochter allerdings noch im roten Bereich.


Mensch-Roboter-Kooperation bei AudiKleben mit Klara

Bei der Montage der Audi A4 und A5 arbeiten Mensch und Roboter im Stammwerk erstmals gemeinsam. Der Leichtbauroboter hilft dabei beim Montieren des CFK-Daches des RS 5 Coupés.


Fragen an den Autopapst im August 2017

Sie haben Probleme mit dem Auto? Der Motor springt nicht an? Er ruckelt? Er ölt. Sie wissen nicht weiter? Kein Problem! Autopapst Andreas Kessler hilft Ihnen weiter. Heute geht es um einen Audi A4.



Mehr aus dem Ressort

Der Land Rover Discovery ist noch ein Vertreter der alten Geländewagenschule
Echte Geländewagen-GefühleLand Rover Discovery: Harter Kerl unter Weichspülern

Mit dem Discovery hält noch ein echter Geländewagen die Fahne im SUV-Segment oben. Doch auch der Vertreter alter Werte musste Kompromisse eingehen – allerdings zum Vorteil aller.


Kia hängt den Optima Sportwagen ans Kabel
Mittelklasse mit Plugin-HybridKia Optima Sportswagon PHEV: Lohnenswerte Alternative

Kia will seine Palette umweltfreundlicher Antriebe bis 2020 auf 14 Modelle ausbauen. Als Alternative zu einem Diesel in der Mittelklasse bietet sich der Optima Sportswagon Plugin-Hybrid geradezu an.


Der Renault Talisman Grandtour ist sehr elegant ausgefallen
Kombi mit 160 PSRenault Talisman Grandtour: Mehr als ein Wortspiel

Renault hat den Talisman mit den traditionellen Tugenden der französischen Reiselimousine in die Neuzeit gebeamt – und das auch der Kombivariante. Der Laguna-Nachfolger nähert sich den deutschen Platzhirschen an – auch wenn so manches noch nicht an Bord ist.