18. Oktober 2013

Fahrbericht Marktstart im November Audi A8: Sportlichkeit vereint mit Effizienz

Der neue Audi A8 kommt im November auf den Markt. Fotos ▶
Der neue Audi A8 kommt im November auf den Markt. © Audi

Audi hat seinem A8 zur zweiten Lebenshälfte eine Modellüberarbeitung spendiert. Sie hat dem Flaggschiff der VW-Tochter gut getan, vor allem mit Blick auf die nun noch effizienteren Motoren, wie unser Test mit dem 3.0 TDI zeigt.




Von Frank Mertens

Die Oberklasse ist kein Segment wie jedes andere. Wer hier vorn liegen will, muss sein Kunden neben Komfort vor allem eines bieten: technische Innovationen. Wie das aussehen kann, hat gerade die Mercedes S-Klasse bewiesen, die derzeit den Maßstab in der Oberklasse setzt.

Zu einem der Highlights des Stuttgarter Flaggschiffs gehört dabei zweifelsfrei die so genannte "Magic Body Control". Dahinter verbirgt sich ein Fahrassistent, der Straßenunebenheiten so ausbügelt, dass sie im Innenraum nicht wahrnehmbar sind. Nicht von ungefähr bezeichnet Mercedes sein System umgangssprachlich als fliegenden Teppich. Kein Wunder, dass die S-Klasse mit so viel Magie derzeit das erfolgreichste Oberklasse-Modell ist.


A8 glänzt mit effizienten Motoren

Für die Mitbewerber von BMW und Audi ist es also kein leichtes Unterfangen, sich gegen den Klassenprimus zu behaupten. Die VW-Tochter Audi versucht es derzeit mit einem Facelift seines Flaggschiffs A8, das Mitte November zu einem Einstiegspreis von 74.500 Euro für den 258 PS starken 3.0 TDI Clean Diesel mit Allradantrieb auf den Markt kommen wird. Ein Facelift ist bekanntlich nur eine Modellpflege, keine Neuentwicklung. Entsprechend muss sich der neue A8 beispielsweise mit Blick auf den immer wichtiger werdenden Cw-Wert der S-Klasse geschlagen geben.

Während der S350 BlueTec auf einen Luftwiderstandswert von 0,24 kommt, sind es beim A8 0,26. Ein ebenfalls glänzender Wert, eben nur nicht Benchmark. Doch wenn ein Modell wie der A8 sich gerade erst in seinem vierten Lebensjahr befindet, dann darf man auch kein absolut neues Auto erwarten. Entsprechend fallen die optischen Modifikationen auch verhalten aus. So gibt es einen neu gestalteten Kühlergrill, etwas flacher, dafür breiter gewordene Scheinwerfer und am Heck ist die Abrisskante gestreckt worden. Zugleich gibt es hier nun eine Chromleiste, die die Rückleuchten optisch miteinander verbindet und die Ansicht noch harmonischer erscheinen lassen soll.

Glänzende Verarbeitungsqualität

Wer statt eines neuen Modells ein Facelift anzupreisen hat, muss seine Vorzüge dann auch besonders eloquent anpreisen, wie es Veronika Starringer aus dem Produktmarketing tut. Sie lobt die Manufaktur-Qualität, das sportliche Erscheinungsbild des Audi-Flaggschiffs ("Die sportlichste Limousine im Segment"), 15 Assistenzsysteme und vor allem Effizienz der Motoren. Und wer sich die einzelnen Punkte der Ausführungen der Marketing-Expertin anschaut, kann ihr mit Blick auf die besondere Verarbeitungsqualität des überarbeiteten A8 nur zustimmen. Dass, was die Ingolstädter hier ihren Kunden anzubieten haben, ist Premium – und dass mit Blick auf die Verarbeitung und auch die verwendeten Materialien. Wer hier mit etwas unzufrieden ist, der muss schon ganz besondere Ansprüche haben.

Das Cockpit des neuen Audi A8
Das Cockpit des neuen Audi A8 © Audi

Überzeugen kann dabei auch das Angebot an effizienten Aggregaten, die allesamt natürlich die EU6-Abgasnorm erfüllen. So kommt der von uns gefahrene 3.0 TDI mit seinen 258 PS gerade einmal auf einen Durchschnittsverbrauch von 5,9 Litern auf 100 Kilometern. Das sind 0,5 Liter weniger als beim Vorgänger – und das bei mehr Leistung. Mit Blick auf den CO2-Wert, der für die Premiumhersteller mit Blick auf möglicherweise ab 2020 kommende verschärfte Grenzwerte immer wichtiger wird, bedeutet das eine Reduktion um 14 g/km auf nun 155 g/km. Das lässt sich sehen.

Präzise Lenkung

Das trifft auch auf die Fahrleistungen zu. So wuchs nicht nur die PS-Zahl um acht an, sondern auch das maximale Drehmoment von 580 um 20 Nm im Vergleich zum Vorgängermodell. Entsprechend kraftvoll lässt es der 5,13 Meter lange A8 nach dem Einlegen der D-Position der Achtgangautomatik und eine leisen Tipp aufs Gaspedal auch angehen. Es vergehen gerade einmal 5,9 Sekunden bis Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit ist bei abgeregelten 250 km/h erreicht. Wer es also auch einmal etwas flotter möchte, der kann es mit diesem V6-Diesel bekommen. Der Weg jenseits von Tempo 200 vollzieht sich dabei so souverän, wie man es von einem Auto in dieser Preisklasse erwarten kann: auch ohne fliegenden Teppich bietet der A8 einen glänzenden Fahrkomfort, es dringen selbst bei schlechten Fahrbahnverhältnissen kaum Stöße ins Auto.

Als gelungen kann die elektromechanisch ausgeführte Lenkung bezeichnet werden. Sie bietet nicht nur eine gute Rückmeldung, sondern trägt auch zu einer Verbrauchsreduktion von bis zu 0,3 Litern bei. Die Aeroakustik ist so Premium wie der Preis – entsprechend leise kann man dank einer Doppelakustikverglasung sein Ziel erreichen und entspannt aus dem Auto steigen.

Langversion in China gefragt

Die Seitenlinie des Audi A8
Die Seitenlinie des Audi A8 © Audi

Doch wem all das an Leistung nicht reicht, der hat auch noch die Wahl zwischen dem 4.2 Liter TDI mit 385 PS (ab 94.900 Euro) oder auf der Benzinerseite dem 3.0 TFSI (310 PS/ab 76.900 Euro) und dem 4.0 TFSI (435 PS/ab 96.600 Euro). Das Topmodell ist der S8 mit 520 PS und einem Preis von 114.700 Euro. Der 4.0 TFSI lässt den Fahrer Tempo 100 dann schon in 4,1 Sekunden erreichen, doch das Ende der Glückseligkeit ist auch hier bei 250 km/h erreicht. Doch der Topspeed ist ohnehin nicht das Maß der Dinge in diesem A8, es ist vielmehr der Komfort und die geschmeidige Leistungsentfaltung dieses Oberklassemodells. Natürlich wird vom A8 auch eine Langversion (plus 13 Zentimeter) angeboten. Darauf stehen insbesondere die Kunden in China (sie ordern die Langversion zu fast 100 Prozent) und den USA (75 Prozent). In Europa entfallen auf diese Karosserievariante nur 25 Prozent der Bestelleingänge.

Natürlich bietet der A8 eine Vielzahl von Nettigkeiten wie beispielsweise ein Head-Up-Display (1390 Euro), einen Nachtsichtassistenten (2200 Euro), der neben Fußgänger auch Tiere erkennt und vor allem das LED-Matrix-Licht. Es ermöglicht, dass sich das Fernlicht auf entgegenkommende oder auch vorausschauende Fahrzeuge einstellt, bei Nacht ein deutlicher Sicherheitsgewinn. Mit diesen und anderen Ausstattungsoptionen kommt man mit dem Einstiegsmodell indes locker in den Bereich von 100.000 Euro. Dafür bekommt man dann zwar "nur" ein Facelift, aber ein Auto, das sich auch in der zweiten Lebenshälfte nicht hinter der Konkurrenz aus Bayern und Stuttgart verstecken muss.






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