VW Passat CC V6: Kreativer Lückenfüller

Mit Oberklasseflair

VW Passat CC © Foto: Press-Inform

Der VW Passat CC sieht nicht nur ansprechend aus, sondern setzt sich auch mit exklusiven Extra vom Standard-Passat ab. Das ganze ist indes nicht billig, vor allem nicht mit V6-Motor.

Von Holger Holzer

Als kreativen Lückenfüller zwischen Ober- und Mittelklasse bietet VW den Passat CC an. Die coupéhaft gestaltete Limousine setzt sich nicht nur äußerlich vom Standard-Passat ab, sondern wartet auch mit zahlreichen exklusiven Extras auf. Besonders gut funktioniert die Veredelung des Brot-und-Butter-Mobils bei der 220 kW/300 PS starken Top-Version mit V6-Ottomotor und Allradantrieb, die für 40 800 Euro Oberklasse-Flair bietet.

Eigenständiges Auftreten

Auch wenn unter dem Blech konventionelle Passat-Technik steckt, tritt der CC durchaus eigenständig auf. Er ist etwas länger, etwas breiter und deutlich niedriger. Dadurch und durch sein coupéhaft abfallendes Heck sowie die rahmenlosen Seitenfenster wirkt der Wolfsburger sportlich schlank und elegant. An der Front leuchten zwei geschlitzte Scheinwerfer, die einen verchromten Kühlergrill flankieren. Auch das Heck mit seinen geschwungenen Leuchten setzt sich klar vom viertürigen Passat ab.

Im Inneren finden beim CC nur vier Passagiere Platz. Vor allem Fahrer und Beifahrer können sich dabei über ein sehr großzügiges Raumangebot freuen. Auch hinten sitzt es sich trotz der abfallenden Dachlinie bequem; selbst Großgewachsene haben ausreichend Kopffreiheit. Leder, Holzapplikationen und Metall-Zierteile sorgen für edles Wohlfühl-Ambiente, die Verarbeitung ist ohne Tadel. Das Gepäckabteil fasst ein großzügiges Volumen von 535 Litern und liegt damit nur knapp unter dem Niveau der klassischen Passat-Limousine.

Komfortables Gleiten

Innenraum des Passat CC Foto: VW

Der gute Eindruck setzt sich während der Fahrt fort. Die große Limousine gleitet so komfortabel und leise über Landstraßen und Autobahnen wie es sonst fast nur Oberklasseautos können. Wer es etwas sportlicher haben möchte, braucht nur einen Knopf zu drücken und das adaptive Fahrwerk stellt sich straff. Schnelle Kurven werden dann wie auf Schienen durchfahren. Der 3,6-Liter-Motor-bietet spontanen Durchzug in jeder Situation, vor allem in Verbindung mit dem sehr schnell schaltenden Doppelkupplungsgetriebe. Der Verbrauch des Allraders von gut elf bis zwölf Litern geht dabei angesichts der Motorleistung in Ordnung, der Hersteller gibt 10,1 Liter an.

Neben den positiven Seiten zeigt der Passat CC aber auch Schwächen, die meist mit dem schnittigen Karosseriekonzept zu tun haben. So ist der Einstieg in den Wagen aufgrund des kleinen Türausschnittes umständlich. Wer einsteigt, muss wegen des niedrigen Daches seinen Kopf einziehen. Und den Blick nach hinten durch die Heckscheibe kann man sich getrost sparen; die Öffnung ist klein und so ungünstig geschnitten, so dass beim Rangieren nur der Parkpiepser hilft.

Fehlender Heckscheibenwischer

Bequem, zumindest für zwei Foto: VW

Richtiggehend unangenehm kann die Fahrt durch einen nächtlichen Regenschauer sein. Die Heckscheibe wird dann zum Tröpfchensammler und setzt sich innerhalb kürzester Zeit auch bei wehendem Fahrtwind komplett zu. Hier wäre ein Heckscheibenwischer sicherlich angebracht. Gleiches gilt für die windschlüpfrigen Außenspiegel, die bei Nässe das Licht des nachfolgenden Verkehrs stark streuen. Zu allem Überfluss beschlagen auch die Seitenscheiben schnell, so dass dem Fahrer der Blick nach hinten fast unmöglich ist.

Beim Einstiegspreis ist die Top-Version des Passat CC mit 40 800 Euro nach der Sportvariante R36 das teuerste Modell in der Wolfsburger Mittelklassebaureihe. Für einen weiteren fünfstelligen Betrag lässt sich der Viersitzer mit allem aufrüsten, was der VW-Konzern an Hightech zu bieten hat: Unter anderem gibt es einen Abstandsregel-Tempomat, einen Spurverlassenswarner und einen selbstlenkenden Einparkassistenten. Wer weniger zahlen will und sich auch mit weniger Leistung zufrieden gibt, kann unter je zwei Benzinern und Dieseln wählen; das preisgünstigste Modell ist ab 30 300 Euro zu haben. Die Kfz-Haftpflichtversicherung schlägt mit 596,18 Euro pro Jahr zu Buche.

VW Passat CC Foto: VW

Der edle Passat-Ableger fügt sich unterm Strich gut ins VW-Programm ein. Er wendet sich an Kunden, denen der normale Passat zu wenig repräsentativ und der luxuriöse Phaeton zu groß ist. Und trotz starker Motoren und flottem Karosseriedesign bietet der VW ein gutes Maß an Understatement. (mid)