VW Up Fünftürer: Mehr Übersicht dank mehr Türen

Ab Mai im Handel

VW muss einen Rückruf für seine Kleinstwagen starten. © VW

VW sorgt beim Up für die erste Produkterweiterung. Der Fünftürer des Kleinstwagens wird wohl zum Volumenmodell der neuesten Baureihe avancieren.

Von Jens Meiners

Schon bei der Vorstellung des Up war klar, dass es bald weitere Derivate geben würde. Dazu zählen natürlich die Markenverwandten von Seat und Skoda. Aber VW sorgt selbst für die erste Produkterweiterung. Für 475 Euro Aufpreis bieten die Wolfsburger den Kleinstwagen Up mit zwei zusätzlichen Türen an. Bestellbar ist das neue Modell ab dem 6. März, im Mai gelangt es zu den Händlern.

VW Up mit fünf Türen praktischer

Die äußerlichen Unterschiede gegenüber dem dreitürigen Einstiegsmodell erschöpfen sich in der Seitenpartie, der nun zwar der kecke Schwung des hinteren Seitenfensters fehlt, die aber mit zwei klar akzentuierten Knicks in der hinteren Tür gleichfalls recht eigenständig wirkt. Der Kofferraum fasst unverändert 251 Liter und lässt sich auf bis zu 951 Liter erweitern.

Die Operation ist nicht nur stilistisch gelungen, sondern auch praktisch: Der Einstieg ist vorn wie hinten großzügig, und auf den hinteren Plätzen ist auch für Erwachsene ausreichend Platz. Wie beim Dreitürer sitzen die Fondpassagiere etwas höher und genießen damit den entsprechenden Blick nach vorn. Erstaunlich bleibt, wie viel Platz beim Up auf wie wenig Grundfläche geschaffen wurde. Der Fünftürer ist nicht nur praktischer, sondern auch etwas übersichtlicher: Die tiefer gezogene Fensterlinie erlaubt bessere Sicht nach hinten.

Dreizylinder des VW Up mit kerniger Manier

Der VW Up ist für einen Kleinstwagen komfortabel abgestimmt VW

Abgesehen von der modifizierten Karosserie fährt sich der Fünftürer wie ein dreitüriger Up - und zwar gar nicht schlecht. Unter der kurzen Motorhaube steckt ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 44 kW/60 PS bzw. 55 kW/75 PS. Beide Motoren zeichnen sich durch ausreichenden Nachdruck, jedoch keineswegs durch überschäumendes Temperament aus. Gegen Aufpreis gibt es bei beiden Motorisierungen eine Blue-Motion-Variante, die über ein Start-Stopp-System und eine Bremsenergie-Rückgewinnung verfügt. Der Motorenklang ist nach typischer Dreizylinder-Manier leicht kernig, aber so gedämpft, dass er nicht aufdringlich wird. Geschaltet wird mittels einer Fünfgang-Box.

Das Fahrwerk ist ebenso wenig ambitioniert wie die Motoren; zwar bleibt der Up auch bei höheren Kurvengeschwindigkeiten lange stabil, er macht jedoch mit erheblicher Seitenneigung darauf aufmerksam, dass er an der Übung keineswegs besondere Freude hat. Dafür ist komfortabel abgestimmt - das trägt im Zusammenspiel mit der guten Verarbeitungsqualität und der leisen Akustik dazu bei, dass man sich in eine höhere Fahrzeugklasse versetzt fühlt.

VW Up-Fünftürer gerade von Frauen bevorzugt

Weitere Varianten des VW Up folgen VW

Dort, wo gespart wurde, hat Volkswagen es pfiffig gelöst, etwa bei der Türverkleidung, die den Blick auf nacktes Blech erlaubt - stilistisch eine durchaus gelungene Lösung. Der rechte Fensterheber lässt sich nur von der rechten Tür aus betätigen, und bei der Lenkradverstellung haben die Wolfsburger auf eine axiale Justierung verzichtet.

Der Fünftürer wird in allen kommenden Motorvarianten angeboten - noch dieses Jahr auf die Erdgas-Variante und den rustikalen Cross Up, im kommenden Jahr dann auch auf den vollelektrischen E-Up und den Up GT mit einem 81 kW/110 PS starken Turbomotor. Das dürfte den Anteil dieser gerade von Frauen bevorzugten Karosserievariante auf deutlich über 50 Prozent hochtreiben. (SP-X)