9. März 2010

Fahrbericht Fahrbericht Volvo V70 D5 Treuer Begleiter

Der Volvo V70
Der Volvo V70 © Volvo

Er ist der Inbegriff der Solidität: der Volvo V70 ist nicht nur ein komfortables Familienfahrzeug, sondern in Kombination mit dem 205 PS starken Diesel ein ausgesprochenes Kraftpaket.




Von Benjamin Palm

Zu den automobilen Markenzeichen Schwedens zählt der Volvo V70. Der 4,82 Meter lange Kombi führt zuverlässig und sicher durch die nordischen Weiten. Im Alltag außerhalb Skandinaviens erweist sich der äußerlich dezente Fünftürer auch als treuer Begleiter, stellt er doch eine Mischung aus komfortablem Familienfahrzeug und praktikablem Lademeister dar. Angetrieben von einem 151 kW/205 PS starken Dieselmotor werden mindestens 40 290 Euro für den oberen Mittelklässler fällig.


Kantig und kühl

Kantig-kühl im Design präsentiert sich der Schwede mit der klassischen Volvo-Front. Der schwarze, wabenförmige Kühlergrill mit dem Logo der Marke sticht hervor. Das steil abfallende Heck wird durch die große Heckscheibe und ausdrucksstarke Rückleuchten dominiert. Komfortabler zeigt sich der ansprechende Innenraum. Die mit hellem Leder bezogenen Sitze erlauben eine gute Aussicht aus der Windschutzscheibe, auch wenn das Ende der Motorhaube mehr erahnt als erkannt wird. Ihre verhältnismäßig weiche, aber ausreichend lange Sitzfläche ist auch bei längeren Fahrten bequem, der Seitenhalt reicht gerade noch aus. Ein Engegefühl wegen Platzmangels kommt weder vorne noch im Fond auf, was auch dem Radstand von 2,81 Meter zu verdanken ist.

Leder, Holzdekor und Kunststoff wechseln sich an Cockpit und Türen ab. Die zahlreichen Bedieninstrumente sind meist selbsterklärend, für das Verstehen und Bedienen des Navigationssystems wird allerdings eine Anleitung und einige Übung erforderlich. Das Navi muss entweder über einen Knopf am Lenkrad oder über eine Fernbedienung gesteuert werden. Wer außerdem das mit 2 050 Euro aufpreispflichtige Paket aus Totem-Winkel-Assistenten, Abstandsregler und Spurhalteassistent an Bord hat, muss sich an die Sicherheitshinweise gewöhnen: Der Tote-Winkel-Assistent lässt eine rote Leuchte an der A-Säule aufblinken, wenn sich ein Auto in eben diesem toten Winkel befindet. Die Warnleuchte des Abstandsreglers erscheint bei Unterschreitung des nötigen Sicherheitsabstandes zum Vordermann im Armaturenbrett und der Spurhalteassistent gibt einen Ton von sich, wenn die Fahrspur ohne Blinken verlassen wird.

Heckklappe öffnet elektrisch

Über einen Knopf unterhalb und seitlich vom Lenkrad lässt sich die große Heckklappe elektrisch öffnen. Ohne sich die Finger schmutzig zu machen, gelangt der Fahrer so an den riesigen Kofferraum. Er fasst im Normalzustand 575 Liter, was für drei wuchtige Reisekoffer oder rund sechs Getränkekästen problemlos ausreicht. Ein Schienensystem und Befestigungsösen helfen beim Fixieren der Gegenstände. Unterhalb des eigentlichen Kofferraumbodens finden sich zudem weitere Ablagefächer, in die sich unter anderem Verbandskasten und Warndreieck verstauen lassen. Mit dem Umklappen der wuchtigen Rückbank steigt das Ladevolumen im Kofferraum auf 1 600 Liter, womit dem Einkauf von Möbelstücken nichts mehr im Wege steht.
Überzeugen kann der Schweden-Kombi auch während der Fahrt.

Ordentliches Fahrwerk

Das Fahrwerk ist ordentlich abgestimmt, die Federung gibt sich sanftmütig. Die Lenkung arbeitet präzise und zielgerichtet, das Einparken und Rangieren gelingt problemlos. Der mit einer rechtzeitig wechselnden Sechsgang-Automatik kombinierte 2,4-Liter-Dieselmotor leistet 151 kW/205 PS und beschleunigt das Fahrzeug binnen 8,7 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Spitzengeschwindigkeit wird erst bei 220 km/h erreicht, selbst bei hohem Tempo fühlen sich die Insassen sicher und geborgen. Bei dieseltypischem Durchzug kommt der Mittelklässler zügig voran. Vom typischen Dieselnageln ist im Innenraum kaum etwas zu hören, Vibrationen gibt es keine. Allerdings sind Windgeräusche bereits ab Tempo 100 recht laut vernehmbar.

Mit dem vom Hersteller angegebenen Verbrauch von 6,9 Litern Diesel auf 100 Kilometern gibt sich der Topdiesel im Kombi nicht zufrieden. In der Praxis hat er rund 8,5 Liter Diesel auf 100 Kilometern geschluckt. Die CO2-Emissionen belaufen sich auf 183 g/km. An jährlichen Kosten fallen für die Kfz-Steuer 354 Euro an, für die Kfz-Haftpflicht sind beispielsweise bei der AXA 530,67 Euro zu zahlen.

Zur Serienausstattung gehören neben dem Schleuderschutz ESP auch Kopf-Schulter-, Seiten- und Frontairbags, die zusammen mit einem speziellen Seitenaufprall- und einem Schleudertrauma-Schutzsystem das Verletzungsrisiko bei einem Unfall minimieren sollen. Zur Befestigung der Kindersitze gibt es an den äußeren Rücksitzen Isofix-Vorrichtungen, der Beifahrerairbag lässt sich ausschalten. Mit viel Platz für die Passagiere und gleichzeitig großem Laderaum ist der Volvo V70 ein treuer Begleiter in jeder Gelegenheit. Gegenüber vergleichbar motorisierten Konkurrenten wie dem Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell, das rund 48 000 Euro kostet, ist der Topdiesel-Schwede mit einem Preis ab 40 290 Euro zudem ein Schnäppchen. (mid)






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