26. November 2012

Fahrbericht Serienmäßig mit Fußgängerairbag Volvo V40: Es muss nicht immer ein Golf sein

Der Volvo V40 bietet gute Fahrleistungen. Fotos ▶
Der Volvo V40 bietet gute Fahrleistungen. © AG/Flehmer

Wer nach einer Alternativen zum Klassenprimus VW Golf sucht, der sollte sich einmal den Volvo V40 anschauen. Der kompakte Schwede bietet nicht nur gute Fahrleistungen, sondern vor allem eine umfangreiche Sicherheitsausstattung.




Von Elfriede Munsch

Es muss nicht immer VW Golf sein. Wem der Klassenprimus zu bieder ist, und wer sich auch nicht für die schickeren und/oder sportiveren Premiumalternativen wie Audi A3, Mercedes A-Klasse und 1er BMW erwärmen möchte, könnte mit dem Volvo V40 glücklich werden. Der sieht gut aus – extravagant, ohne es zu übertreiben – ist technisch auf der Höhe der Zeit und punktet durch seine umfangreiche Sicherheitsausstattung.

Der so zur Schau gestellte etwas andere Geschmack in der Kompaktklasse hat allerdings seinen Preis. Mindestens 24.680 Euro muss man für den Schweden investieren. In der von uns gefahrenen Top-Ausstattung Summum in Verbindung mit dem 130 kW/177 PS starken Selbstzünder und einer Sechsgang-Automatik werden rund 35.000 Euro aufgerufen. Zählt man alle Extras des Testautos zusammen, erhöht sich der Preis auf 41.520 Euro.


Serienmäßig mit Fußgängerairbag

Zur aufpreispflichtigen Zusatzausstattung zählten neben einem Multimediapaket samt Navigation (1.670 Euro) auch sicherheitsrelevante Techniken. Nicht dass der V40 ohne diese kein sicheres Fahrzeug wäre. Bereits ab Werk verfügt er jenseits der klassenüblichen Merkmale bisher als einziges Kompaktfahrzeug über einen Fußgänger-Airbag. Dieser sitzt zwischen Motorhaube und Windschutzscheibe und schützt im Kollisionsfall einen Fußgänger vor Verletzungen bzw. mindert sie. Ebenfalls serienmäßig ist ein Bremsassistent, der bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h aktiv ist und Auffahrunfälle vermeiden hilft.

Der Innenraum im Volvo V40
Der Innenraum im Volvo V40 © AG/Flehmer

Dazu gibt es nicht nur für die Fahrerknie einen Luftsack, sondern auch für die des Beifahrers. Mit dem „Fahrerassistenz-Paket-Pro“ (knapp 2.000 Euro) erhält man eine Rundum-Sicherheit-Versorgung dazu. Vom Spurhalte- und Totwinkelassistenten bis zum Ausparkassistenten und Abstandsregelsystem sowie Notbremssystem samt Fußgängererkennung ist alles an Bord, was sich die Volvo-Ingenieure so ausdenken.

Natürlich erkennt das Fahrzeug auch Verkehrszeichen: Schilder für Geschwindigkeitsvorgaben, Überholverbote, verkehrsberuhigte Zonen, Autobahnen, Schnellstraßen usw. werden ins Display eingeblendet. Das Problem dabei: Das System unseres Testautos hatte offensichtlich eine Lese- oder Sehschwäche. Ganz gleich, ob es nun mit Legasthenie kämpfte oder zumindest eine Brille brauchte, im Display wurde nur selten das korrekte Schild angezeigt. Ortschilder konnte es ebenfalls nicht mit den vorangegangenen Temporichtlinien in Verbindung bringen, so dass beispielsweise trotz Ortschild immer noch die „70“ aufleuchtete. Vermutlich hilft ein Software-Update weiter. Und ein wenig Mitdenken schadet schließlich auch nicht.

Drei Modi beim Display

Das Heck des Volvo V40
Das Heck des Volvo V40 © AG/Flehmer

Mit voller Absicht dagegen ermöglich Volvo seinen Kunden ein wenig Mittun bei der Display-Gestaltung, sofern man für 450 Euro die digitale Instrumentalisierung bestellt. Je nach Laune kann der Fahrer zwischen drei Modi wählen. In der Elegance-Version sind die Instrumentenanzeigen bernsteinfarben hinterleuchtet, bei „Eco“ wechselt die Farbe ins Grüne. Der Performance-Modus setzt natürlich auf Rot. Außerdem wird hier die gefahrene Geschwindigkeit groß und digital angezeigt. Und das ist auch gut so, denn der Fünfzylinder-Diesel mit 130 kW/177 PS verleitet nicht unbedingt zum Schlendern.

Der Top-Diesel mit 400 Nm sowie einer geschmeidigen, direkt schaltenden Automatik geht vehement zur Sache. Besonders auf der Landstraße muss man sich disziplinieren, um mit der Straßenverkehrsordnung im Einklang zu bleiben. Tut man dies, entfernt man sich auch nicht zu weit vom Normverbrauch (5,2 Liter). Wir benötigten allerdings letztlich im Durchschnitt doch 7,5 Liter Diesel.

Ansprechendes Design

Was spricht noch für den V40? Ganz klar sein Design. Im Vergleich zu seinen Vorgängermodellen, der Limousine S40 und dem Kombi V50, tritt er deutlich selbstbewusster auf. Als Schrägheck hat er nun die Aufgabe, für Käufer beider Karosserieformen attraktiv zu sein. Das Design mit der flachen A-Säule, der hohen Gürtellinie und dem fast coupéhaften Dachverlauf wirkt stimmig. Die schöne Form spricht jedoch nicht unbedingt für eine optimale Raumausnutzung. Vorn geht es noch vergleichsweise üppig zu, im Fond sollten nicht mehr als zwei Erwachsene Platz nehmen und die sollten nicht allzu lang sein. Das Kofferraumvolumen geht mit 335 Litern so gerade noch in Ordnung.

Der V40 ist sicherlich kein Schnäppchen, er bewegt sich preislich selbstbewusst fast auf dem Niveau der deutschen Edel-Mitbewerber. Aber warum auch nicht? Wer beim Platzangebot keine allzu hohen Ansprüche hat und beim Geld nicht knausern muss, fährt mit diesem Volvo alles andere als schlecht. (SP-X)






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