26. Januar 2010

Fahrbericht Fahrbericht Toyota Verso Künstler der Vielseitigkeit

Toyota Verso
Toyota Verso © Foto: Toyota

Familien brauchen Platz und Variabilität. Wer auf der Suche nach einem derartigen Fahrzeug ist, sollte sich auch einmal den Toyota Verson anschauen.




Von Benjamin Palm

Große Familien benötigen ein geräumiges und variables Fahrzeug. Es muss ausreichend Platz für umfangreiche Einkäufe und gleichzeitig auch alle Familienmitglieder bieten. Solche Kriterien erfüllen kompakte Vans wie der Toyota Verso, der mit wahlweise sieben Sitzen oder einem großen Kofferraum aufwartet. Angetrieben von einem 93 kW/126 PS starken Dieselmotor steht der Japaner ab 26 500 Euro beim Händler.


Äußerlich eher unauffällig

Der 4,44 Meter lange Vielseitigkeitskünstler präsentiert sich äußerlich eher unauffällig. Eine vorgewölbte Motorhaube vorn und in die Seite reichende Rückleuchten am Heck fallen ins Auge. Das Herzstück des Familien-Vans ist aber der Innenraum. Durch vier weit nach außen öffnende Türen gelangen die Passagiere ohne Schwierigkeiten auf die erhöhten Sitzplätze. Dabei lassen sich die beiden Vordersitze wegen ihrer kurzen Sitzfläche und dem geringen Seitenhalt auf längeren Fahrten jedoch nur bedingt als komfortabel bezeichnen. Doch Fahrer und Beifahrer haben von ihnen aus eine gute Sicht auf den vorausfahrenden Verkehr. Blickt der Fahrer allerdings zur Heckscheibe hinaus, beschränken die ausgefahrenen Kopfstützen der hinteren Sitze das Sichtfeld. Die optionale Rückfahrkamera, deren Bild im Navigationsdisplay angezeigt wird, schafft hier dann für Abhilfe.

Gewöhnungsbedürftig ist die im Cockpit mittige Platzierung von Anzeigeninstrumenten wie Drehzahlmesser, Tacho und Tankanzeige. Der Fahrer muss sich umstellen, damit er nicht mehr zunächst auf das blanke Armaturenbrett hinter dem Lenkrad schaut. Klare Pluspunkte sammelt der Japaner mit zahlreichen «Familien-Extras», die von Seitentaschen und versteckten Ablagefächern im Fahrzeugboden hinter den Vordersitzen bis hin zu einem ausklappbaren, zweiten Innenspiegel unter dem klassischen Rückspiegel reichen, mit dem sich die Kinder in der zweiten Reihe gut beobachten lassen.

Ausreichend Platz

Variabilität im Verso
Variabilität im Verso © Foto: Toyota

Auf den drei Einzelsitzen in der zweiten Reihe finden auch drei Erwachsene bequem Platz. Großgewachsene stoßen allerdings mit ihrem Kopf gegen den Fahrzeughimmel. Und die beiden, mit wenigen Handgriffen innerhalb von zwei Minuten ausklappbaren Sitze in Reihe drei sollten mangels Platz und Komfort sowieso nur Kindern vorbehalten bleiben. Sie sind als Notlösung gedacht, wenn der eigene Sprössling samt Freunden beispielsweise zum Fußballtraining gebracht werden muss oder kürzere Ausflugsfahrten mit der gesamten Familie anstehen.

Denn mit dem Aufstellen der dritten Sitzreihe schrumpft auch das Kofferraumvolumen von 607 Liter auf 178 Liter, was dann gerade noch für zwei kleinere Einkaufstüten ausreicht. Mit nur fünf Sitzen lassen sich jedoch drei große Reisekoffer und eine kleinere Tasche problemlos transportieren, mit dem Umklappen der zweiten Sitzreihe entsteht zudem eine ebene Kofferraumfläche auf der Fahrräder und sperrige Möbel wie Türen oder Regale mühelos verstaut werden können. Nur die recht hohe Ladekante erschwert die Beladung. Auf ein Reserverad wurde mangels Platz verzichtet, ein Reparatur-Set hilft im Pannenfall.

Zweiliter-Einstiegsdiesel

Den Vortrieb besorgt unter anderem ein 2,0-Liter-Einstiegsdiesel, der 93 kW/126 leistet. Für den Ausflug ins Grüne oder die Fahrt zur Schule reicht dieses Aggregat vollkommen aus, auf Autobahnen wird gemütlich ein bequemes Reisetempo von 130 km/h erreicht. Möglich sind in der Spitze bis zu 185 km/h. Während der Fahrt sind dann aber Windgeräusche vernehmbar, dazu kommtdas unter Lasten hörbare Dieselmotoren-Nageln. Der Normverbrauch wird vom Hersteller mit 5,6 Litern Diesel je 100 Kilometer angegeben, doch in der Praxis sind regelmäßig 6,8 Liter Diesel für 100 Kilometer benötigt worden.

Manuelles Sechsganggetriebe

Die Kraftübertragung übernimmt ein Sechsgang-Schaltgetriebe, eine Schaltempfehlung blendet den optimalen Zeitpunkt für einen Gangwechsel ein.An jährlichen Kosten werden beispielsweise bei der AXA 561,60 Euro für die Kfz-Haftpflicht fällig, die Kfz-Steuer schlägt mit 251 Euro zu Buche. Die Federung der Familienkutsche gibt sich ausgewogen und angemessen komfortabel. Die Lenkung ist präzise, die Kurvenlage gut und sicher. Rasche Richtungswechsel sollten jedoch die Ausnahme bleiben, denn der Fahrzeugaufbau schwankt verhältnismäßig stark. Für die Sicherheit an Bord sind außerdem sieben Airbags, aktive Kopfstützen und der Schleuderschutz ESP, der im Ernstfall frühzeitig Schleuderbewegungen entgegenwirkt. Besonders kinderfreundlich sind der deaktivierbare Beifahrer-Airbag und die Isofix-Kinderhaltungen an den äußeren Plätzen in Sitzreihe zwei.

Das Heck des Verso
Das Heck des Verso © Foto: Toyota

Auf der ausschließlich für Kinder geeigneten dritten Sitzreihe lassen sich dagegen nur klassische Kindersitze befestigen, Isfofix fehlt Der Toyota Verso stillt die Bedürfnisse von Familien. Mit seinen sieben Sitzen wird der Japaner zum «Taxi Mama», denn nicht nur die eigenen Kinder, sondern auch deren Freunde lassen sich auf kurzen Strecken mitnehmen. Ist der Fahrer einmal alleine unterwegs, verwandelt sich das Fahrzeug mi einfachem Umklappen der hinteren Sitze in einen Lademeister. Für die Kombination mit dem Einstiegsdiesel müssen Käufer mindestens 26 050 Euro berappen, bei Konkurrenten wie dem Renault Grand Scenic und dem VW Touran befindet man sich damit im preislichen Mittelfeld. (mid)






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