18. Juni 2012

Fahrbericht Ab 29.900 Euro Toyota Prius Plus: Hybrid für die Familie

Der Toyota Prius Plus ist das zweite Derivat der Baureihe Fotos ▶
Der Toyota Prius Plus ist das zweite Derivat der Baureihe © AG/Flehmer

Toyota stellt dem Hybrid-Pionier Prius einen Familienvan zur Seite. Der Siebensitzer überzeugt im Verbrauch, Fahrspaß darf allerdings nicht erwartet werden.




Von Thomas Flehmer

Vom Tellerwäscher zum Millionär. Während der Toyota Prius zu seinem Marktstart im Jahr 1997 noch skeptisch betrachtet wurde, haben die mittlerweile drei Genrationen einen Siegeszug angetreten. Über 2,6 Millionen Mal wurde das Hybridfahrzeug bisher verkauft und war im ersten Quartal 2012 das meistverkaufte Auto weltweit. Irgendwie in unseren Breitengraden unvorstellbar, aber auf dem Heimtatmarkt und in Japan geht der Vollhybrid weg wie warme Semmeln.


Weitere Toyota Prius-Variante folgt

Grund genug für den einstmals weltweit größten Hersteller, den Erfolg weiter auszubauen. Zum einen wird das Unternehmen bis 2020 in allen Modellbaureihen einen Hybridantrieb anbieten, zum anderen wird die Baureihe des Prius erweitert. Seit dem 16. Juni ist der Prius Plus erhältlich, in der zweiten Jahreshälfte geht dann noch der Prius Plugin-Hybrid an den Start.

Mit dem Prius Plus ist nun der erste Familienvan mit Hybridantrieb entstanden. Der auf 4,62 Meter verlängerte Prius ist eindeutig als das zweite Derivat der Baureihe erkennbar. Während bei der Limousine das Heck hinter der B-Säule abfällt, bleibt die Linie beim Prius Plus bestehen und schafft so Platz für die dritte Sitzreihe, deren zwei Plätze aber den jüngeren Familienmitgliedern vorbehalten sein sollten.

Batterie im Toyota Prius Plus unter der Mittelkonsole

Das Cockpit des Toyota Prius Plus wirkt verspielt
Das Cockpit des Toyota Prius Plus wirkt verspielt © AG/Flehmer

Dass dort überhaupt jemand Platz nehmen kann, ist dem wohl größten Unterschied zum normalen Prius geschuldet. Toyota setzt beim Prius Plus auf eine Lithium-Ionen-Batterie anstatt auf den bisher verwendeten Speicher mit Nickel-Metallhydrid. Die veränderte Form des Akkus passte nun unter die Mittelkonsole und nahm keinen Platz im Kofferraum ein.

Dieser bietet je nach Sitzkonfiguration zwischen 232 und 1750 Litern Platz für Gepäck oder sonstiges Sperrgut. Wer die beiden hinteren Plätze nicht benötigt, reichen die zur Verfügung stehenden 784 Liter Volumen für die Reiseutensilien einer fünfköpfigen Familie aus.

Zähe Beschleunigung im Toyota Prius Plus

Diese sollte auf der Fahrt zum Urlaubsort ein wenig mehr Zeit einrechnen. Denn das Konzept des Prius ist eindeutig aufs Sparen angelegt. Die Beschleunigung ist nicht nur zäh, sondern wird durch ein quälendes, raues Röhren des Motors begleitet, sodass man sich wünscht, so schnell wie möglich im sparenden Eco-Modus oder gar rein elektrisch unterwegs zu sein. Der Spurt von 11,3 Sekunden ist beim Prius ein ebenso ein zu vernachlässigender Wert wie die Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h.

Denn das Bestreben ist es, möglichst häufig ohne Emissionen unterwegs zu sein. Dabei kommt es nicht darauf an, die Strecke von zwei bis zweieinhalb Kilometern hintereinander die Energie der Batterie aufzusaugen. Viel wichtiger ist es, das Zusammenspiel zwischen Verbrennungsmotor und Batterie, die eine Systemleistung von 100 kW/136 PS zur Verfügung stellen, zu optimieren. Auf den ersten Testkilometern über Landstraße, Autobahn und Stadt konnte dabei sogar der angegebene Verbrauchswert von 4,1 Liter um 0,2 Liter unterboten werden – und das entschädigt und erfreut nicht nur den Fahrer, sondern auch den Geldbeutel.

Toyota Prius Plus beginnt bei 29.900 Euro

Auch als Familien-Van ist der Toyota Prius Plus als Prius zu erkennen
Auch als Familien-Van ist der Toyota Prius Plus als Prius zu erkennen © AG/Flehmer

Denn schon bei der Investition muss einiges an Pekunärem angespart worden sein. Bei 29.900 Euro beginnt der Einstieg in die hybride Familien-Welt, diese ist dann aber auch schon gut ausgestattet, auch wenn der Innenraum – wie schon bei der Limousine – nicht unbedingt die westlichen Erwartungen erfüllt. Die Sitze sehen etwas billig aus, sind dafür abwaschbar, der Instrumententräger etwas verspielt angeordnet.

Sehr passend für den Prius Plus ist das Panoramaglasdach, das in der mittleren Variante, für die sich laut Toyota rund 80 Prozent der Käufer entscheiden werden, an Bord ist. Gemeinsam mit einem Headup-Display, Multimedia-Audiosystem und Rückfahrkamera müssen für die Version Prius Plus Life 1800 Euro mehr aufgebracht werden. Die Top-Version Prius Plus TEC Edition beginnt bei 36.800 Euro und verfügt über ein Pre-Crash Safety-System sowie über eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage sowie einen Parkassistenten. Und auch diese Fahrsicherheitsassistenten zeigen, dass der Prius in seinen ersten 15 Lebensjahren den Aufstieg vom Tellerwäscher zum Millionär geschafft hat.






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