18. Juni 2010

Fahrbericht Elektro-Smart kommt in USA auf den Markt Ein Hauch von Smart-Mania in Brooklyn

Smart Electric Drive
Smart Electric Drive © Smart

Im Herbst wird der Elektro-Smart auch in den USA angeboten. Vorerst sollen 250 Fahrzeuge des Stadtflitzer auf den Markt kommen. Die Reaktionen der Kunden bei Testfahrten in New York zeigen ein großes Interesse an dem Stadtflitzer.




Von Frank Mertens

«Die Resonanz auf dieses Auto ist sehr groß, um nicht zu sagen euphorisch.» Marc Langenbrinck ist Smart-Chef - er muss so etwas sagen. Schließlich bringt die Daimler-Tochter den Smart Electric Drive im Herbst auch in den USA auf den Markt. In fünf ausgewählten Regionen an der Ost- und Westküste soll der Elektro-Smart dann zum Einsatz kommen, auch in New York. Dort stellte Smart gerade seinen lokal emissionsfreien Zweisitzer vor.


Vorerst 250 Elektro-Smarts

In den Staaten will Langenbrinck noch in diesem Jahr 250 Elektro-Smarts an den Mann und die Frau bringen. Wer Interesse hat, muss dafür eine monatliche Leasinggebühr von 599 US-Dollar bezahlen. Doch das scheint die Kunden nicht abzuschrecken. «Hey, was ist das denn für ein Auto?» lautet die Frage der Passanten. «Wirklich, der hat keine Emissionen?»

Der Smart macht die Passanten mit seiner Aufschrift «electric drive» neugierig. Sie bleiben gleich reihenweise stehen, um sich die Elektro-Smarts anzuschauen, die hier aufgereiht vor dem Bussaco Restaurant in der Union Street in Brooklyn stehen. Das hat etwas von Smart-Mania. Das sind keine schlechte Voraussetzungen für den Marktstart im Herbst.

In einem Land, in dem der Spritverbrauch eines Autos bislang so gut wie keine Rolle spielte, ist ein Auto wie der Smart für den US-Kunden noch ein wenig wie eine Begegnung der dritten Art. Selbst in eine Mega-City wie New York ist es nach wie vor angesagt, in großen SUV´s unterwegs zu sein. Wenngleich auch hier ein Umdenken feststellbar ist.

Grün ist in

Die Stadtoberen um Bürgermeister Mike Bloomberg setzen verstärkt auf nachhaltige Mobilität. So dürfen die das Stadtbild bestimmenden Yellow Cabs nur noch dann in Betrieb genommen werden, wenn sie auch über einen Hybridantrieb verfügen. Das ist ein Bewusstseinswandel, von dem ein Auto wie der Elektro-Smart profitieren wird.

Entsprechend reagierten die Passanten bei der in einer Reihe in der Union Street in Brooklyn aufgebauten Smart-Testflotte auch durch begeistert. «Was kostet der, wo ist er zu haben?» Fragen über Fragen für ein Auto, dass sich im Stadtverkehr von New York ansonsten unaufgeregt bewegen lässt, sieht man einmal von den Blicken ab, die er auf sich zieht.

Gut, für die schlechten Straßen in der Millionenstadt am Hudson River, wünscht man sich für den Smart ein etwas komfortableres Fahrwerk. Momentan bekommt man die Stöße durch die Vielzahl von Schlaglöchern doch recht direkt vermittelt, ein alles andere als angenehmes Gefühl. Lässt man das außen vor, dann erkennt man ziemlich schnell, dass man für die innerstädtische Mobilität – so man denn überhaupt ein Auto benötigt – mit einem Smart bestens bedient ist. Mehr braucht man nicht.

Der mit 30 kW/41 PS ausgestattete Stadtflitzer macht seine Sache gut, beschleunigt lautlos von 0 auf Tempo 60 in 6,5 Sekunden, übrigens ebenso schnell wie in einem Benziner. Doch dann geht ihm etwas die Kraft aus. Bis Tempo 100, der möglichen Höchstgeschwindigkeit des Smart ed, vergeht gefühlt eine Ewigkeit. Wobei, seien wir ehrlich: Wer fährt in der Stadt schon 100 km/h?

30 kW maximale Leistung

Die maximale Leistung von 30 kW steht übrigens nur für rund zwei Minuten zur Verfügung, danach muss man sich mit 27 PS bescheiden, was aber für die City mehr als ausreicht. Vor allem auch deshalb, weil das maximale Drehmoment von 120 Newtinmetern des Smart Electric Drive bereits ab dem Start sofort zur Verfügung steht. An der Ampel ist der Kleine damit der König. Seine Kraft bezieht der Smart übrigens aus einer Lithium-Ionen-Batterie der Firma Tesla, an der der Daimler-Konzern beteiligt ist. Sie hat eine Leistung von 16,5 kWh. Aufgeladen ermöglicht der Akku Reichweiten von 135 Kilometer. Ist die Batterie leer, lässt sie sich an einer 220 Volt starken Haushaltssteckdose in drei bis vier Stunden wieder aufladen.

Klar, 599 US-Dollar Leasinggebühr sind kein Pappenstiel, dafür bekommt man derzeit in den USA deutlich mehr Auto – allerdings keines, was einem ein derart grünes Image verleiht wie der Elektro-Smart. Wer mit ihm unterwegs ist zeigt, dass für ihn nachhaltige Mobilität nicht nur ein Schlagwort ist, um das sich bitte nur die anderen zu kümmern haben. Der Smart dürfte auch in den USA zum Imageträger aufsteigen, so wie es auch schon in anderen Städten wie London oder Berlin der Fall ist, vor allem für Unternehmen dürfte das interessant sein. Grün ist halt in – selbst bei diesen Preisen.






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