17. April 2009

Fahrbericht Skoda Roomster 1.9 TDI Familienfreund

Der Skoda Roomster
Der Skoda Roomster © Foto: Skoda

Der Skoda Roomster bietet eine Unmenge Platz. Damit ist der Van der VW-Tochter eine prima Wahl für die Familie. Vor allem auch dann, wenn man sich für den sparsamen Diesel entscheidet.


Von Ralf Awitt

Als echtes Raumwunder erweist sich der Mini-Van Skoda Roomster. Der auf VW Polo-Basis stehende Fünftürer punktet vor allem mit seinem hohen Dach und meistert so selbst schwierige Transportaufgaben wie Familienurlaub, Ikea-Einkauf und die Mountainbike-Tour. Doch trotz der auf Nutzen ausgerichteten Karosserie erscheint der Mini-Van der tschechischen VW-Tochter frisch und peppig. Der Einstiegspreis für den 77 kW/105 PS starken Top-Diesel liegt bei 19 490 Euro. Schon in der Basisausstattung sind ein höhenverstellbares Lenkrad oder Kopfairbags an Bord.

Großzügiger Innenraum

Der großzügige und luftige Fahrgastraum bietet viel Platz für Insassen und Gepäck. Für Variabilität sorgt das VarioFlex-System: Mit ein paar Handgriffen lassen sich die Rücksitze nach vorn schieben, so dass das Kofferraumvolumen von 477 Liter auf 530 Liter wächst. Bei zusammengeklappten Sitzen steht ein Stauraumvolumen von 1 555 Liter zur Verfügung. Maximal passen 1 780 Liter Volumen in den Gepäckraum. Mit 425 Kilogramm Zuladung lässt sich auch schweres Gerät transportieren.

Ausladener Innenraum
Ausladener Innenraum © Foto: Skdoa

Das Design des Roomster geht vor allem im Profil neue Wege. Statt auf einer durchgehenden Linie sind die Seitenfenster vorn und hinten auf unterschiedlichen Höhen angebracht. Während Fahrer und Beifahrer durch normal dimensionierte Scheiben blicken, genießen die Fondpassagiere durch die tiefer heruntergezogenen Fenster einen weiten Ausblick. Anders als andere Mini-Vans setzt der Tscheche zudem nicht auf das kugelige Monocab-Design, sonder wartet mit einer limousinenartig waagrechten Motorhaube auf. Schade, dass die mittlere Dachsäule unnötig breit ist und den Schulterblick nach hinten behindert. Topp ist das optionale, fast einen Quadratmeter große Glasdach.

Aus drei mach zwei, die Rückbank des Roomster
Aus drei mach zwei, die Rückbank des Roomster © Foto: Skoda

Sehr gut zugänglich ist dank großer Heckklappe der Laderaum. Abdeckungen, Stauraum unter dem Kofferraumboden und zahlreiche Befestigungsmöglichkeiten machen ein Bepacken zudem zur wahren Freude. Sogar eine Haltevorrichtung für Fahrräder ist angebracht.

Straffe Sitze

Vorne überraschen die Sitze mit straffer Polsterung und gutem Seitenhalt. Steht man an der Kreuzung, muss man sich allerdings weit über das Lenkrad beugen und nach oben gucken, um die Ampelanzeige zu sehen. Denn der Dachabschluss ist tief in die Windschutzscheibe gezogen. Auf den hinteren Plätzen ist es hell, aber die von Skoda versprochene «Living Room»-Atmosphäre kommt nicht so richtig auf: Lehne und Kopfstützen sind zu kurz, im Fußraum stört der hohe und breite Tunnel. Dafür bietet der Tscheche jedoch Knieraum satt: 30 Zentimeter sind fast Oberklassemaß. Die Sitze im Fond sind jedoch relativ klein geraten, der mittlere Sitz ist nur 31 Zentimeter breit. Wenn zwei Passagiere an Bord sind, eignet sich die vorgeklappte Lehne des Mittelplatzes jedoch gut als Tisch.

Sparsamer Diesel

Von den drei Benzin- und drei Dieselmotoren im Leistungsspektrum zwischen 52 kW/70 PS und 77 kW/105 PS präsentiert sich der stämmige Top-Diesel mit 1,9 Litern Hubraum geschmeidig und sparsam. Mit dem 55-Liter-Tank und einem Testwagen-Durchschnittsverbrauch von 5,1 Litern sind sogar Langstreckentouren ohne Tankstopp möglich. Nur bei höherer Drehzahl sind die Motorengeräusche sehr laut. Der Durchzug ist jederzeit gut und die Höchstgeschwindigkeit mit 182 km/h ausreichend. Die Lenkung ist direkt, die manuelle Fünfgang-Schaltung flutscht mustergültig. Allerdings behindert die optionale Mittelarmlehne in heruntergeklapptem Zustand etwas die Schaltvorgänge.

Das Heck mit der großen Ladeklappe
Das Heck mit der großen Ladeklappe © Foto: Werk

Im Fahrverhalten steht der Roomster dem eng verwandten VW Polo der gerade ausgelaufenen Generation nicht nach. Der lange Radstand gewährleistet einen ausgewogenen Fahrkomfort. Ein etwas ruppiger Antritt und etwas Schlupf an der Vorderachse bei voll einsetzendem Drehmoment fallen auf. Aber selbst auf unebenen Straßen ist eine komfortable Reise möglich. Alles in allem ist der Roomster ein praktikables Fahrzeug mit interessantem Exterieur und obendrauf noch einem hohen Nutzwert. Der Preis beginnt ab 19490 Euro. (mid)