Sportlicher Botschafter

Seat Ibiza FR 2.0 TDI CR

Der neue Ibiza FR 2.0 TDI CR © Foto: Seat

Seat weitet die Ibiza-Reihe aus. Im FR mit Dieselaggregat kommen die sportlichen Charaktere der spanischen VW-Tochter gut zum Vorschein.

Von Thomas Flehmer

Seat zeigt einmal mehr die sportliche Seite. Mit dem Ibiza FR 2.0 TDI CR erweitert die spanische VW-Tochter ihre Palette sportlicher Ausrichtung. «Der Ibiza ist der beste Botschafter unsere Marke», sagt Seat-Pressesprecher Antonio Valdivieso über den neuen Diesel-FR, der den 1.9 TDI ablöst.

Kein Krawallbruder

Im Gegensatz zum Vorgänger verfügt das aktuelle Modelle als erster Vertreter auf dieser Plattform einen Commonrail-Diesel innerhalb der VW-Gruppe. Gemeinsam mit einer verbesserten Dämmung wurden so die Vibrationen und die nach innen dringenden Motorenlaute außen vor gelassen, sodass man zuerst nicht glaubt, in einem Diesel zu sitzen. Der neue «Formula Racing» ist kein Krawallmacher, sondern erfüllt seine Botschafteraufgaben mit viel Diplomatie. Mit den 143 PS geht der vier Meter lange spanische Sport-Polo innerhalb von 8,2 Sekunden in Richtung Tempo 100 km/h ab, ohne dabei prollig zu wirken. «Es ist die sportliche Version für den Alltag», sagt Marketing-Director Pedro Elorduy.

Sicher sind 143 PS für den reinen Stadtbetrieb viel zu viel, doch ansonsten fördert die Leistung den Fahrspaß enorm. Die 320 Newtonmeter liegen zwischen 1750 und 2500 Umdrehungen pro Minute an, sodass das Gaspedal gar nicht so tief heruntergedrückt werden muss, um von Beginn an die Kraft zu spüren. Dank XDS-Sperrdifferenzial sowie dem speziell entwickelten Sportfahrwerk mit härter abgestimmten Federn und einer um 29 Millimetern vergrößerten Spurweite an der Vorderachse giert der Ibiza förmlich nach den Kurven der Landstraße, in denen er seine ausgezeichnete Kurvenlage und Stabilität unter Beweis stellt.

Straff und knackig

Das Heck zieren zwei Chromendrohre Seat

Die ebenso straff gehaltene Lenkung sowie die knackige Schaltung, die erstmals überhaupt über sechs Gänge verfügt, tun das Übrige zum Fahrspaß hinzu. Dass die von Seat angegebenen 4,6 Liter Diesel, mit denen der Ibiza aufgrund von 119 Gramm ausgestoßenem CO2 pro Kilometer von der CO2-Steuer befreit bleibt, dann nicht gehalten werden können, versteht sich von selbst.

Denn auch in den Sportsitzen aus Leder wird auch beim Steuern die Hatz nicht zur Qual. Und selbst auf den hinteren Sitzen im auf sportlich getrimmten Innenraum kann die Fahrt genossen werden. Sicher, viel Platz hat man hinten nicht, denn es ist ja schließlich ein Kleinwagen, der aber Gepäck für drei Personen im bis zu 250 Liter großen Kofferraum beherbergen kann und somit auch seine Alltagstauglichkeit unter Beweis stellt.

Ausstattung erwünscht

Auch der Innenraum ist auf sportlich getrimmt Seat

Weitere Sonderausstattungen wie Technik- oder Winterpakete oder Leichtmetallräder erhöhen die sportliche Duftnote. Und gerade bei den FR-Versionen werden die Sonderausstattungen an den Mann oder die Frau gebracht. «75 Prozent der Kunden sind unter 30 Jahre und befinden sich in der Vorfamilienphase. Dadurch können sie viel mehr in die Ausstattung stecken», sagt Elorduy.

Doch die Juvenilität hat auch ihre Nachteile. Denn lediglich 5,5 Prozent aller Ibiza-Kunden entscheiden sich für eine FR-Version, 80 Prozent davon für den Diesel, der nun 13 PS mehr aufweist als sein Vorgänger. Der Zielgruppe ist es daher auch egal, dass die auch gefühlt 143 PS für die Stadt mehr als ausreichen, Hauptsache es kann auf dem Boulevard gepost werden.

Diesel günstiger als Benziner

Und beim Diesel machen die FR-Kunden sogar noch ein Schnäppchen. Recht ungewöhnlich ist es, dass der Selbstzünder günstiger zu erstehen ist als das Pendant mit Ottomotor. Während der 150 PS starke Benziner mindestens 21.190 Euro kostet, beginnt der 2.0 TDI CR als Dreitürer bei 20.490 Euro, der Fünftürer bei 21.390 Euro. Die attraktive Bocanegra-Variante mit dem großen schwarzen Kühlergrill-Schlund kostet weitere 910 Euro. Doch Optik zählt beim FR – und das ist bei Botschaftern wichtig.

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete zehn Jahre in einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin. Nebenbei arbeitete er in die Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. In dieser Zeit berichtete er über die Fußball-Nationalelf und war u.a. Berichterstatter von den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City,, ehe er ins Autoressort der Autogazette wechselte. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist tätig.