7. Juni 2006

Fahrbericht Seat Ibiza sorgt für Partylaune

Der Seat Ibiza
Der Seat Ibiza © Foto: press-inform

Seat hat seinen Bestseller Ibiza durch Beauty-Salon und Mucki-Bude gejagt. Mit aufgefrischter Optik und breiter Motorenpalette soll er die Käuferherzen bei Laune halten, bis ein Nachfolger kommt.




[i]Von Sebastian Viehmann[/i]


Angenhemer als in der früheren Generation
Angenhemer als in der früheren Generation © Foto: press-inform

Der Ibiza ist Seats wichtigstes Auto auf dem deutschen Markt. Fast jeder zweite hierzulande verkaufte Seat trägt den Namen der Party-Insel. Bei der Neugestaltung des kleinen Spaniers stand ein attraktives Äußeres ganz oben auf der Liste. Der Ibiza wirkt mit den neuen Stoßfängern, dem schnittigen Grill, den elegant geschwungenen Doppelscheinwerfern und den farbenfrohen Katzenaugen-Rückleuchten eine Spur sportlicher als bisher. Viel getan hat sich jedoch nicht. Innen hat man dem Ibiza neue Materialien für Verkleidung und Armaturen gegönnt, die einen angenehmeren Eindruck hinterlassen. Neu ist das Lenkrad mit Fernbedienungstasten für die Audioanlage.

Großzügiges Platzangebot

Das Cockpit ist zweckmäßig und übersichtlich aufgebaut. Allerdings befinden sich sowohl der Lichtschalter als auch die Lüftungskontrollen mit ihren winzigen Drehknöpfchen sehr weit unten - da heißt es während der Fahrt nach Gefühl vorgehen. Die Taste für die Heckscheibenheizung ist so schwach beleuchtet, dass man bei Tageslicht kaum sehen kann, ob die Heizung arbeitet oder nicht. Das Platzangebot vorn ist großzügig, die Sitze bieten guten Seitenhalt. Auf den Rücksitzen ist der Ibiza deutlich geiziger. Sowohl Kopf- als auch Kniefreiheit sind im Fond nicht gerade üppig bemessen. Für die Sicherheit sorgen Fahrer-, Beifahrer- und Seitenairbags vorn, Kopfairbags kosten Aufpreis.

Praktisch ist die automatische Türverriegelung, die mittlerweile in vielen europäischen Autos zum Standard gehört. Sobald er rollt, macht der Ibiza eine Menge Spaß. Die Karosserie ist übersichtlich und lässt sich durch die kleinen Dreiecksfenster in der C-Säule auch nach hinten gut einsehen. Die Lenkung ist angenehm direkt. Eine feine Sache ist auch die knackige und präzise Fünfgangschaltung, die wesentlich zum Fahrspaß beiträgt.

ESP nur in Topmodellen serienmäßig

Der Motor des Seat Ibiza
Der Motor des Seat Ibiza © Foto: press-inform

Das Fahrwerk ist bereits in seiner Abstimmung recht straff. Das sorgt für eine gute Kurvenlage, aber auch für Abstriche beim Komfort auf holprigen Straßen und Bodenwellen. Der Spanier lässt sich mit mildem Untersteuern durch die Kurven scheuchen. ESP mit Traktionskontrolle und Anti-Schlupf-Regelung ist gegen Aufpreis erhältlich. Serienmäßig bringen leider nur die Top-Modelle FR und Cupra ESP mit. Auch Scheibenbremsen rundum gibt es erst ab 100 PS serienmäßig, schwächere Ibizas müssen sich hinten mit Trommelbremsen begnügen.

Mit dem 1.4-Liter großen 16-V-Triebwerk und seinen 75 PS ist der Ibiza ordentlich motorisiert. Der Vierzylinder mit seinem Drehmoment von 126 Nm will aber schon auf Touren gebracht werden, damit es flott vorangeht. 100 Km/h sind nach 13,2 Sekunden erreicht, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 173 Km/h. Die Geräuschdämmung ist für ein Fahrzeug dieser Klasse gut, bei hohen Geschwindigkeiten dominieren eher die Wind- als die Motorgeräusche. An der Tankstelle will der 75 PS-Spanier im Durchschnitt mit 6,6 Litern Sprit pro 100 Kilometer gefüttert werden, innerorts genehmigt er sich 8,7 Liter.

Große Motorenpalette

Übersichtliches Cockpit
Übersichtliches Cockpit © Foto: press-inform

Der sportliche Body und das agile Fahrgestell des Ibiza gieren aber nach mehr Power unter der Haube. Neben dem 75 PS-Motor stehen - je nach Modellvariante - noch drei stärkere Vierzylinder mit 100, 150 und 180 PS zur Verfügung. Wer sich «Der Weg ist das Ziel» zum Motto auserkoren hat, kann sich auch mit einem sparsamen 1.2-Liter 12 V und 64 müden Pferdchen begnügen. Die Diesel-Palette reicht vom 1.4-Liter-Dreizylinder mit 70 PS über 80-, 100- und 130 PS-Versionen bis zum 1.9-Liter TDI mit 160 PS.

Die stärksten Benziner und Diesel gibt es nur für das Top-Modell Cupra, die zweitstärksten nur für den FR. In beiden Versionen wird der Ibiza zum echten Giftzwerg, beim 160 PS-TDI muss der Fahrer gar 330 Nm Drehmoment kontrolliert auf die Straße zu bringen. Das sorgt bei einem Leergewicht von 1.2 Tonnen für beeindruckende Fahrleistungen. Die großen Dieselmotoren werden serienmäßig mit einer Sechsgangschaltung verknüpft. Alle Motoren erfüllen die Euro 4-Norm.

Hohe Ladekante

Hohe Ladekante stört
Hohe Ladekante stört © Foto: press-inform

Der Kofferraum schluckt 267 Liter (bei umgelegter Rückbank bis zu 960 Liter), das ist Klassendurchschnitt. Unangenehm ist die hohe Ladekante. Preislich beginnt der Ibiza-Trip beim 1.2-Liter-Vierzylinder mit 64 PS, drei Türen und der mageren Reference-Ausstattung für 11.990 Euro. Dann hält der Seat Ibiza allerdings außer ABS, Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern vorn und einer 12V-Steckdose keine erwähnenswerten Nettigkeiten bereit.

Mit 75 PS und der besseren Comfort-Ausstattung liegt der Preis bei 12.490 Euro. Im Comfort-Paket sind unter anderem elektrisch verstellbare Außenspiegel, Lenkrad mit Fernbedienungstasten, Klimaanlage, Audiosystem mit CD, Tempomat und Nebelscheinwerfer enthalten. Ein Navigationssystem, Schiebedach und Xenon-Scheinwerfer sind gegen Aufpreis zu haben.






Mehr zur Marke Seat

Spanische Schwester des VW GolfSeat Leon: Jünger ist besser

Der Seat Leon fristet in Deutschland ein Nischendasein im Schatten des Golfs. Dabei entpuppt sich die aktuelle Generation als lohnenswerte Alternative zum Klassiker aus Wolfsburg.


Größte Produktoffensive der MarkeSeat Deutschland auf dem Weg zum Podium

Jahrelang bescherte Seat dem Volkswagen-Konzern rote Zahlen. Doch während jetzt die Kernmarke schwächelt, blüht die Tochter aus Spanien auf und blickt hoffnungsvoll auf die kommenden Jahre – besonders die deutsche Filiale.


Nach Ateca und AronaSeat bringt 2018 drittes SUV-Modell

Seat baut sein Modellangebot aus. Neben dem Ateca und dem noch in diesem Jahr kommenden Arona wird es ab 2018 ein weiteres SUV-Modell geben. Auch wirtschaftlich läuft es rund.



Mehr aus dem Ressort

50 Kilometer rein elektrischPorsche Panamera Turbo S E-Hybrid: Der Familien-Spyder

Porsche setzt seine Elektrifizierung fort. So stellt der Panamera Turbo SE-Hybrid das Topmodell der Baureihe dar. Es soll sich mit einem Verbrauch von 2,9 Liter begnügen. Hört sich gut an. Doch wie schaut die Realität aus?


Briten bringen weiteres SUVRange Rover Velar: Sportlichkeit als große Stärke

SUV liegen bei den Kunden im Trend. Das Segment boomt. Davon profitiert auch Land Rover. Nun bringen die Briten mit dem Velar die vierte Range-Rover-Baureihe auf den Markt.


Porsche Panamera Sport Turismo neu Aufmacher Porsche
Nach Limousine nun auch als KombiPorsche Panamera Sport Turismo: Der schönere Panamera

Braucht man das? Einen Kombi von Porsche? Braucht man nicht, ist die erste Reaktion. Doch wenn man erst einmal im neuen Sport Turismo gesessen hat, ändert man schnell seine Meinung. Auch wegen seines Designs.