6. Juli 2010

Fahrbericht Seat Ibiza ST Spanisches Multitalent

Der Seat Ibiza ST
Der Seat Ibiza ST © Seat

Am 10. Juli ist es soweit. Dann schickt die VW-Tochter Seat den Kleinwagen Ibiza auch als Kombi an den Start. Der Einstiegspreis beginnt bei knapp über 12.000 Euro.




Nach dem Dreitürer SC und der fünftürigen Limousine schickt Seat den Kleinwagen Ibiza ab 10. Juli auch als praktischen Kombi auf die Straße. Der kompakte Spanier hört auf den Namen Ibiza ST; er tritt gegen Peugeot 207 SW, Renault Clio Grandtour, aber auch gegen seinen Konzernbruder Skoda Fabia Combi an. Der Einstiegspreis liegt mit 12.290 Euro um 850 Euro über dem des Fünftürers.

Den flotten Karosserieschwung der Limousine mit keilförmigen Kanten und der markanten Sicke in der Flanke hat auch der ST übernommen; eine Dachreling ist - außer beim Basismodell - serienmäßig und in den Ausstattungslinien "Style" und "Sport" verchromt. Mit 4,23 Meter überragt der schicke Kombi den Fünftürer in der Länge um 18 Zentimeter, der Radstand ist mit 2,47 Meter gleich geblieben. Fahrer und Beifahrer können sich über ein ordentliches Raumangebot freuen. Auch hinten gibt es ausreichend Kniefreiheit, wenn nicht gerade Sitzriesen auf dem vorderen Gestühl Platz genommen haben.

Lediglich der Mittelsitz im Fond ist recht eng. Hinter der breiten und weit aufschwingenden Heckklappe steht ein Kofferraumvolumen von 430 Liter zur Verfügung, das nach dem Umklappen der Rücksitzbank bis zu maximal 1 164 Liter erweitert werden kann - ein wettbewerbsfähiger Wert; die Zuladung beträgt ordentliche 515 Kilogramm. Lobenswert ist die nur 59 Zentimeter über dem Boden liegende Ladekante, über die sich das Gepäck
rückenschonend einladen lässt.


Optimale Bedienbarkeit im Seat Ibiza

Das Bedienkonzept im Innenraum stellt den Fahrer vor keinerlei Probleme; Schalter und Hebel aus dem Volkswagen-Konzernregal befinden sich da, wo man sie vermutet und sie fassen sich gut an. Das manuelle Fünfganggetriebe arbeitet exakt, der Schalthebel ist angenehm kurz, ein sechster Gang wäre aber wünschenswert.

Vom Start weg bietet die spanische Volkswagen-Tochter für den rund 1 100 Kilogramm schweren Fronttriebler zwei Benziner und zwei Selbstzünder an. Im Herbst folgen zwei weitere Ottomotoren und der Einstiegs-TDI als Ecomotive-Version. Alle Motoren erfüllen die Euro 5-Norm. Basisbenziner ist zunächst der 51 kW/70 PS starke 1,2-Liter-Dreizylinder für 13.640 Euro, bevor im Oktober auch der darunter rangierende Dreizylinder gleichen Hubraums mit 44 kW/60 PS zur Wahl steht. Ebenfalls direkt ab Juli verfügbar ist der 1,4-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 63 kW/85 PS zu Preisen ab 16.350 Euro.

Die Ottomotoren verrichten brav ihren Dienst, gehen dabei aber weder besonders leise noch ausnehmend sportlich zu Werke. Für letzteres steht jedoch die brandneue Topmotorisierung, die ab Herbst vom 1,2-Liter-Vierzylinder mit Turboaufladung und Benzindirekteinspritzung gebildet wird. Der 77 kW/105 PS starke TSI kommt serienmäßig mit Doppelkupplungsgetriebe für mindestens 18.790 Euro. Exakt 1000 Euro weniger kostet der gleiche Motor als Ecomotive mit Start-Stopp-Automatik und Fünfgang-Handschaltung. Mit einem Normverbrauch von 5,1 Liter je 100 Kilometer Super und einem CO2-Ausstoß von 119 Gramm je Kilometer ist der Top-Benziner gleichzeitig auch der sparsamste unter den Ottomotoren.

Effiziente Commonrail-Diesel

Noch knauseriger im Umgang mit Kraftstoff sind die Common-Rail-Diesel. Der 1,6-Liter-Vierzylinder-TDI kommt in zwei Leistungsstufen mit 66 kW/90 PS und 77 kW/105 PS zu Preisen von 18 450 Euro und 19 050 Euro, der Normverbrauch der beiden durchzugsstarken Selbstzünder liegt bei 4,2 Liter Diesel je 100 Kilometer. Ab Oktober ist der 1,2-Liter-Dreizylinder-TDI Ecomotive mit 55 kW/75 PS für 16.800 Euro verfügbar, das Sparbrötchen soll sich mit nur 3,6 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer begnügen, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 94 Gramm je Kilometer.

Von Haus aus sind alle Ibiza ST mit Front- und Kopf-Airbags für Fahrer und Beifahrer sowie ESP inklusive Berganfahrhilfe und Reifendruckkontrolle ausgerüstet. Für Komfort sorgen elektrische Fensterheber vorn, die axial und vertikal verstellbare Lenksäule, der höhenverstellbare Fahrersitz und ein Staufach unter dem Kofferraumboden. Klimaanlage gibt es ab der Ausstattung "Style", ebenso elektrisch klappbare, einstell- und beheizbare Außenspiegel, Lederlenkrad, Tempomat und Bordcomputer. Beim Ibiza ST Sport gehören Sportsitze und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen zum Serienumfang.

Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurven- und Tagfahrlicht kosten für diese Ausstattungslinie 800 Euro Aufpreis, ein Panorama-Glas-Hubdach ist für "Style" und "Sport" gegen 660 Euro Aufschlag erhältlich. Die jeweils stärkste Benziner- und Dieselversion kommen generell als "Style" oder "Sport" daher und warten serienmäßig mit dem elektronischen Quer-Sperrdifferential XDS auf. Es erhöht in schnell durchfahrenen Kurven die Traktion , indem durch aktiven Bremseingriff ein Durchdrehen des kurveninneren Rads verhindert wird - und das ohne Reduzierung der Motorleistung. Die Kraft wird stattdessen automatisch ans kurvenäußere Rad geleitet - da wird der spanische Kleinwagen-Kombi dann doch noch ganz schön feurig. (mid)






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