5. Mai 2010

Fahrbericht Seat Ibiza ST Kleiner Lademeister

Der Seat Ibiza ST
Der Seat Ibiza ST © Foto: Seat

Seat hat die Ibiza-Reihe um einen praktischen Kombi erweitert. Der ST soll vor allem jüngeres Publikum ansprechen, kann aber auch mit einer starken Motorisierung als Dienstfahrzeug fungieren.




Von Thomas Flehmer

Aus klein wird groß. Seat hat den Kleinwagen Ibiza zum Kombi ausgebaut und will mit dem ST vornehmlich junges Publikum ansprechen. Von der Seite sieht die ab Juli erhältliche Polo-Schwester aus wie eine zusammengestauchte Kleinausgabe des Seat Exeo, der abgelegten Generation des Audi A4. Die Front trägt das markentypische Gesicht der spanischen VW-Tochter mit dem Arrow-Design. Am Heck unterstreicht ein kleiner Dachkantenspoiler das sportlich-dynamische Aussehen des immerhin 4,23 Meter langen Ibiza ST, der damit sogar den aktuellen Golf um drei Zentimeter überragt und dem lediglich 30 Zentimeter fehlen, um den Golf Variant einzuholen.


Niedrige Ladekante

Zudem ist der Kombi damit 18 Zentimeter länger als der Fünftürer, dagegen sind der Radstand von 2,46 Metern sowie die Breite von 1,69 Metern und die Höhe über 1,44 Meter identisch. Dank der Kombiausrichtung können nun zwischen 430 und 1164 Liter Kofferraumvolumen genutzt werden. Dank einer niedrigen Ladekante gibt es keine Probleme beim Verstauen von Surfboard oder Skiern oder Kisten, was zum Beispiel auch für Kleinunternehmer interessant sein könnte.

Die stylische Form mit dem langsam abfallenden Deck entwickelt sich zum Problem für nicht nur groß gewachsene Insassen auf den hinteren Plätzen. Hier ist der Dachhimmel sehr nah und es kommt zu Berührungspunkten. Die Beinfreiheit ist dagegen gegeben. Die Personen auf den vorderen Sitzen bekommen davon nichts mit. Sie können sich bequem setzen und ihren Blick über den Innenraum schweifen lassen. Die benutzten Materialien und Farben treffen je nach Ausstattung nicht jeden Geschmack, sind aber halt auf jung drapiert.

Harte Federung in der Sport-Version

Die Sitze halten auch älteren Semestern Stand und geben genügend Halt. In der Ausstattung Sport ist die Federung aber sehr sehr sportlich eingestellt, so dass Bodenunebenheiten recht stark weitergegeben werden. Dafür ist der Federungskomfort in den Ausstattungslinien Reference und Style auch für Leute über vierzig vorhanden.

Verbunden mit dem neuen Basis-Diesel 1.2 TDI mit 75 PS oder dem Einstiegsbenziner 1.2 12 V mit 60 PS oder 70 PS minimiert sich der sportlich-dynamische Anspruch. 14,6 Sekunden benötigen die 70 Pferde, um den Ibiza ST auf Tempo 100 zu bringen. Bis Tempo 163 km/h fährt der Dreizylinder sein Leistungsvermögen aus.

Lang ausgelegte Gänge

Eher bietet sich der 1.6 TDI CR mit 105 PS an. 250 Newtonmeter zwischen 1500 und 2500 Umdrehungen pro Minute sind zwar auch nicht gerade sportlich zu nennen, aber 5,1 Liter Verbrauch auf 100 Kilometern und ein CO2-Ausstoß von 109 Gramm pro Kilometer entschädigen vollauf. Da der Ibiza aber auch als Kombi mit 1100 Kilogramm ein Leichtgewicht ist, reichen selbst die kleinen Motorisierungen völlig aus. Man muss zwar häufiger runterschalten, um das Fahrzeug auf Touren zu halten, da die lediglich fünf Gänge sehr lang ausgelegt sind, doch das sei geschenkt.

Viel Spaß bereitet dafür der 1.2 TSI-Motor aus dem Volkswagen-Regal. Ausgestattet mit dem Siebengang-DSG und ebenfalls 105 PS sind 100 km/h ohne Zugkraftunterbrechung bereits nach genau zehn Sekunden erreicht. Das Gasgeben fällt leicht, doch schnell ermahnt einen auch das serienmäßige ESP, nicht zu sehr auf die Tube zu drücken. Bis 190 km/h hält der Spaß an und so mancher Mittelklassepilot wird demnächst auf der Autobahn verwundert nach links schauen, wenn ein Ibiza ST vorbeizieht.

Große Preissprünge

Allerdings wird dem jungen Publikum, das gerade die sportliche Seite des ST austesten möchte und eigentlich auch soll, ein Stoppzeichen gesetzt. Denn 18.790 Euro für den 1.2 TSI sind für die juvenilen Fahrer zumeist doch ganz schön viel Kohle und eher von der alten Klientel zu stemmen.

Diese könnte aber den Sparstrumpf überziehen und bei 12.290 Euro mit dem 1.2 12 V mit 60 PS einsteigen. 70 Pferdestärken mehr treiben den Preis um knappe 1400 Euro in die Höhe. Optionale Ausstattungspakete sorgen dann auch in den Basisversionen dafür, dass der an sich kleine Preis recht groß werden kann.






Mehr zur Marke Seat

Spanische Schwester des VW GolfSeat Leon: Jünger ist besser

Der Seat Leon fristet in Deutschland ein Nischendasein im Schatten des Golfs. Dabei entpuppt sich die aktuelle Generation als lohnenswerte Alternative zum Klassiker aus Wolfsburg.


Größte Produktoffensive der MarkeSeat Deutschland auf dem Weg zum Podium

Jahrelang bescherte Seat dem Volkswagen-Konzern rote Zahlen. Doch während jetzt die Kernmarke schwächelt, blüht die Tochter aus Spanien auf und blickt hoffnungsvoll auf die kommenden Jahre – besonders die deutsche Filiale.


Nach Ateca und AronaSeat bringt 2018 drittes SUV-Modell

Seat baut sein Modellangebot aus. Neben dem Ateca und dem noch in diesem Jahr kommenden Arona wird es ab 2018 ein weiteres SUV-Modell geben. Auch wirtschaftlich läuft es rund.



Mehr aus dem Ressort

50 Kilometer rein elektrischPorsche Panamera Turbo S E-Hybrid: Der Familien-Spyder

Porsche setzt seine Elektrifizierung fort. So stellt der Panamera Turbo SE-Hybrid das Topmodell der Baureihe dar. Es soll sich mit einem Verbrauch von 2,9 Liter begnügen. Hört sich gut an. Doch wie schaut die Realität aus?


Briten bringen weiteres SUVRange Rover Velar: Sportlichkeit als große Stärke

SUV liegen bei den Kunden im Trend. Das Segment boomt. Davon profitiert auch Land Rover. Nun bringen die Briten mit dem Velar die vierte Range-Rover-Baureihe auf den Markt.


Porsche Panamera Sport Turismo neu Aufmacher Porsche
Nach Limousine nun auch als KombiPorsche Panamera Sport Turismo: Der schönere Panamera

Braucht man das? Einen Kombi von Porsche? Braucht man nicht, ist die erste Reaktion. Doch wenn man erst einmal im neuen Sport Turismo gesessen hat, ändert man schnell seine Meinung. Auch wegen seines Designs.