Seat Altea Freetrack: Spanischer Pfadfinder

Seat Altea Freetrack © Foto: dpa

Seat hat das SUV-Segment entdeckt. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern verfügt der Altea Freetrack jedoch über Allradantrieb. Auch die Kinder können sich freuen.

Von Thomas Flehmer

Seat hat als letzte der VW-Konzerntöchter das Gelände in Beschlag genommen. «Wir wollen diejenigen halten, die aufgrund von Familienbildungen ansonsten die Marke hätten verlassen müssen. Das wollten wir verhindern», sagte Seat-Vorstand Erich Schmitt. Rund zehn Prozent aller Altea XL-Käufer sollen sich laut Schmitt deshalb für die Crossover-Variante entscheiden. Darum wurde der Altea Freetrack nicht nur optisch gegenüber dem Serien-Altea verfeinert, sondern besitzt auch den nicht nur im Gelände vorteilhaften Allrad-Antrieb. Die ersten Testfahrten im 2.0 TSI zeigten, dass sich der aufgepuschte Altea XL auf allen Belägen tapfer schlägt.

40 Millimeter mehr Bodenfreiheit

Die äußere Erscheinung orientiert sich an dem Altea XL, der im vergangenen Jahr seine Premiere feierte. Wie bei vielen Mitbewerbern wurden die Front- und Heckstoßfänger sowie die Kotflügel in schwarz verkleidet, um die Robustheit des Kombis herauszustreichen. 17 Zoll-Räder und breitere Reifen erfüllen das Übrige. Zudem erhielt der Freetrack 40 Millimeter mehr Bodenfreiheit, um abseits der asphaltierten Straßen punkten zu können.

Feldwege und kleine Hügel sind mit dem Crossover dabei ohne größere Probleme zu meistern. Der Allrad-Antrieb mit hydromechanischer Verbindung und elektronischer Haldex-Steuerung hält das 1571 Kilogramm schwere Mobil immer auf Kurs. Das Fahrwerk ist hart gefedert und fängt Unebenheiten gut ab, sodass sich manche sogar eine weichere Federung wünschen. Allerdings werden die Insassen durch einen guten Seitenhalt in den bequemen, aber nicht weichen Sitzen in Position gehalten.

Starkes Drehmoment

Ab durch die Mitte Foto: Werk

Der mit 147 kW/200 PS ausgestattete Benziner aus dem VW-Konzernregal agiert dabei sehr solide. Allerdings braucht der mit einer Sechsgang-Handschaltung ausgestattete Altea Freetrack einen kurzen Moment, ehe er Gas annimmt. Doch dann kann die Fahrt abgehen - egal, ob auf Feldwegen oder befestigten Straßen, ein Drehmoment von 280 Nm, das zwischen 1800 und 5000 U/min anliegt, sorgt für den kraftvollen Vortrieb.

7,5 Sekunden gibt Seat für die Beschleunigung bis zur 100 km/h-Marke an, von dort können noch weitere 114 km/h bis zur Höchstgeschwindigkeit in Anspruch genommen werden. Dabei soll der Verbrauch im Mix bei 9,4 Litern Super liegen, auf den ersten Strecken zeigte der Bordcomputer einen etwas höheren Wert an, ohne jedoch in den zweistelligen Bereich vorzudringen. Die von Seat angegebenen 223 Gramm CO2-Ausstoß auf einem Kilometer schrauben sich dann auch noch in die Höhe.

Kleiner Diesel folgt

40 Millimeter mehr Bodenfreiheit Foto: AG/Flehmer

Neben dem TSI-Motor kommt zunächst auch noch ein 2.0 TDI mit 125 kW/170 PS zum Einsatz. Später gesellt sich ein kleinerer 2.0 TDI mit 103 kW/140 PS hinzu. Noch kleinere Aggregate werden die Palette aber nicht ergänzen, da dann der sportliche Anspruch der spanischen VW-Tochter nicht mehr gewährleistet sei.

Und sportlich soll auch der Innenraum die Insassen begeistern. Das für den Altea schon benutzte Schwarz wird durch einen erdigen Braunton in der Mittelkonsole ergänzt, um die Verwandtschaft zur weiten Natur aufzuzeigen. Ebenso geräumig präsentiert sich der Innenraum sowie der Kofferraum mit 593 Litern Volumen. Dank eines Radstandes von 2,57 Metern haben alle Insassen wirklich sehr viel Platz, vor allem dann, wenn die Rücksitze um weitere 16 Zentimeter nach hinten verschoben werden.

DVD-System serienmäßig

Monitor im Dachhimmel Foto: Werk

Dann habe die Passagiere auch noch genügend Platz, um den serienmäßigen 7 Zoll-Monitor auszufahren, der am Dachhimmel befestigt ist. Dort können neben DVD-Player auch Videokonsolen, Laptops und MP3-Player angeschlossen werden. Das wird besonders die jüngeren Familienmitglieder anziehen, die die Fahrt in den Urlaub nicht nur mit Landschaftseindrücken beginnen möchten.

Die Frage ist nur, ob der Vater den Wunsch der Nachkommen entspricht. Denn der von uns gefahrene 2.0 TSI beginnt erst bei 29.990 Euro, der Diesel ist mindestens 800 Euro teurer. Wer dann noch ein Navigationssystem, Bluetooth-Schnittstelle, Xenon-Licht oder Seitenairbags ordert, kratzt an den 35.000 Euro. Wird dagegen auf den Allrad-Antrieb verzichtet, beginnt der Selbstzünderspaß bei 26.890 Euro. Doch dann ist der Spaß auch schon wieder ein wenig geschmälert.