8. Dezember 2009

Fahrbericht Seat Altea Ecomotive Effizienz auf spanisch

Seat Altea Ecomotive
Seat Altea Ecomotive © Foto: Seat

Seat bietet nun auch den Altea als Spritsparvariante an. In Kombination mit einem neuen 1.6 TDI-Motor und einem Start-Stopp-System kommt der sportliche Spanier auf überzeugende Verbrauchswerte.




Von Frank Mertens

Spritsparmodelle sind bei Seat nichts Neues. Bislang gab es sie bereits für den Leon, den Ibiza und den mittlerweile doch arg in die Jahre gekommenen Alhambra. Doch nun erweitert die VW-Tochter ihr Angebot an Ökomodellen, die bei den Spaniern den Zusatz Ecomotive in der Modellbezeichnung tragen. Aber Seat hat nicht nur mit dem Altea und dem Altea XL zwei weitere Ecomotivemodelle ins Programm genommen, sondern ist gleich zwei Schritte weiter gegangen.


Neuer Dieselmotor

Statt wie bislang den betagten 105 PS starken 1.9 TDI mit Pumpe-Düse zu verwenden, sorgen im Altea und im Leon nunmehr die neuen und effizienteren 1.6 TDI Commonrail-Diesel mit der gleichen Leistung aus dem Wolfsburger Konzernregal für Vortrieb. So unterwegs, ist man nicht nur fast befreit vom nervigen Dieselnageln der alten Aggregate, sondern kann sich über noch bessere Verbrauchswerte freuen. Dazu trägt neben den altbekannten Maßnahmen zur Spritreduktion wie eine bessere Aerodynamik, Gewichtseinsparung, Veränderungen am Getriebe und Motormanagement, Leichtlaufreifen, Bremsenergierückgewinnung auch eine Start-Stopp-Automatik bei, die bislang bei Seat nicht im Angebot war. Damit sind moderne Spritspartechnologien endgültig auch bei Seat angekommen, die als VW-Tochter immer erst den Modellen des Mutterhauses den Vortritt lassen mussten, wenn es um Innovationen ging.

Dieses Spritsparpaket hat den Modellen gut getan - allen voran dem von uns getesteten Seat Altea. Der Sport-Van soll dank dieser Spritsparmaßnahmen auf einen kombinierten Verbrauch von 4,5 Litern auf 100 Kilometern kommen, was einen CO2-Ausstoß von 119 Gramm pro Kilometer entsprechen würde. Das hört sich gut an. Doch wie immer, wenn es um Angaben von Herstellern geht, ist Misstrauen angebracht. Schließlich werden diese Verbrauchswerte in einem realitätsfernen normierten Fahrzyklus auf dem Rollenprüfstand ermittelt.

Annäherung an Vorgaben

Der Seat Altea Ecomotive hat Start-Stopp an Bord
Der Seat Altea Ecomotive hat Start-Stopp an Bord © Foto: Seat

Und, wie weit liegt der Altea nun davon entfernt? Gut, komplett erfüllen konnte er die geweckten Erwartungen nicht. Aber enttäuscht hat er auch nicht. Am Ende der Testfahrten pendelte sich der Bordcomputer bei 5,1 Litern ein. Das sind zwar 0,6 Liter mehr als versprochen, aber das ist wirklich nicht schlecht. Vor allem auch deshalb, weil der Altea aufgrund seiner erhöhten Bauweise nicht gerade die idealsten cW-Werte aufweist.

Wer meint, dass Spritsparmodelle mit Spaßverzicht einhergehen, irrt. Der Altea lässt sich durchaus sportlich fahren. Dafür sorgt ein zwar straff aber keineswegs unkomfortables Fahrwerk. Das manuelle Fünfganggetriebe unterstreicht diesen Eindruck, arbeitet ohne Fehl und Tadel, auch die Lenkung reagiert direkt und vermittelt eine gute Rückmeldung. Den Sprint auf Tempo 100 absolviert der Seat Altea in 12,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei ausreichenden 183 km/h erreicht.

Cockpit im Seat Altea Ecomotive
Cockpit im Seat Altea Ecomotive © Foto: Seat

Wenn es etwas gibt, an das man sich gewöhnen muss, ist es die eigentlich empfehlenswerte Schaltpunktanzeige, die dem Fahrer anzeigt, wann er in den nächsten Gang schalten soll, um möglichst effizient unterwegs sein zu können. Wer in unteren Drehzahlbereichen angezeigt bekommt, dass er vom vierten in den fünften Gang wechseln soll, wird irritiert zur Kenntnis nehmen müssen, dass man der Technik nicht immer vertrauen sollte. Denn dann quält sich der Motor aufgrund der langen Auslegung des fünften Ganges doch hörbar. Doch die Schaltpunktanzeige ist und bleibt trotzdem ein gutes Hilfsmittel, um möglichst ökonomisch zu fahren.

Die Seitenansicht des Seat Altea Ecomotive
Die Seitenansicht des Seat Altea Ecomotive © Foto: Seat

Als Ecomotive-Modell ist der Seat Altea auf jeden Fall ein empfehlenswertes Auto. Sein Einstiegspreis in der Ausstattungsvariante Reference beginnt bei 21.090 Euro. Dafür bekommt man neben den Spritspartechniken ein bereits gut ausgestattetes Auto vor die Tür gestellt. Dazu gehören bei der Basisversion elektrische Fensterheber vorn, eine Klimaanlage, ein Audiosystem mit CD-Player und ein Berganfahrassistent. Daneben sind noch die Ausstattungsvarianten Style (22.390 Euro) und Sport (23.290 Euro) im Angebot. Der Altea Kombi ist ebenso als Ecomotive-Modell zu bestellen und steht ab 21.790 Euro in der Preisliste.

Neben seinem guten Verbrauchswert kann der Altea vor allem durch seinen hohen Alltagsnutzen überzeugen. Vorn und hinten bietet er ausreichend Platz und dank einer verschiebbaren Rückbank ein Kofferraumvolumen von mindestens 409 Litern.






Mehr zur Marke Seat

Keine Pläne für Kündigung der HändlerverträgeSeat auf dem Weg in den Club der 100.000er

Bei Seat Deutschland steigt die Erfolgskurve seit einigen Jahren kontinuierlich nach oben. Geschäftsführer Bernhard Bauer zeigt sich entsprechend selbstbewusst.


Kompaktsportler mit 310 PSSeat bringt stärksten Serien-Leon Cupra R

Seat präsentiert auf der IAA mit dem Leon Cupra R das stärkste Serienfahrzeug in der Geschichte der spanischen VW-Tochter. Allerdings ist der um weitere zehn PS verstärkte Kompaktsportler nur eine gewisse Zeit erwerbbar.


Besser als der SharanSeat Alhambra: Gebeutelter Lastesel

Der Seat Alhambra lässt bei der HU seinen Genspender hinter sich. Und doch ist der Familienvan als Gebrauchter anfällig für gewissen Macken – angesichts seiner intensiven Nutzung auch kein Wunder.



Mehr aus dem Ressort

Ssangyong hat den Rexton komplett neu gestaltet
Vierte Generation des FlaggschiffsSsangyong Rexton: Neue Proportionen

Ssangyong fährt den Rexton in die vierte Auflage. Dabei hat das Flaggschiff eine komplette Umwandlung erhalten, bei der nur noch der Name übrig blieb.


Der Opel Insignia Country Tourer mag die rustikale Art
Dritte Variante des FlaggschiffsOpel Insignia Country Tourer: Ein wenig Freiheit und Abenteuer

Trotz des Booms bei den SUV gibt es auch noch Anhänger rustikaler Kombis. Opel schickt erneut die Offroad-Variante Country Tourer in den Schnee und Matsch.


Mitsubishi steigt mit dem Eclipse Cross in den Markt der SUV-Coupes ein
Auf der Plattform des OutlanderMitsubishi Eclipse Cross: Erhellender Lückenfüller zum Jubiläum

Mitsubishi startet ins Segment der SUV-Coupés. Mit dem Eclipse Cross wird zum hundertjährigen Jubiläum der Autosparte auf die Vergangenheit verwiesen und die Zukunft bemüht.