12. August 2008

Fahrbericht Renault Clio Grandtour 1.5 dCi Auf Golf-Länge

Der Renault Clio Grandtour
Der Renault Clio Grandtour © Foto: Renault

Praktikabilität steht beim Renault Clio Grandtour im Vordergrund. So ist der Diesel kein Sprintwunder, agiert aber äußerst unkompliziert.




Von Jochen Knoblach

Okay, das ist nicht unbedingt das Auto, das junge Väter jubeln lässt, wenn sie dafür ihr Coupé oder Cabrio in Zahlung geben. Aber um schön zu sein, hat Renault seinen Clio nicht auf Golf-Länge gestreckt. Der 4,20 Meter lange und 1,72 Meter breite Kleinwagen sollte praktischer werden, nicht besser aussehen. Beides muss sich zwar nicht ausschließen, aber beim Skoda Fabia hat es funktioniert und nun soll es bei Renault ebenfalls klappen.


Mehr Stauraum als im Golf

Der Clio Grandtour mit 103 PS empfiehlt sich also als Partner für jene, denen ein Kleinwagen zu klein und ein größerer Golf-Klässler auch nicht genug bieten kann. Wenngleich ein Golf innen etwas breiter geschnitten ist, so sitzt man in diesem Clio mit Gold-Radstand tatsächlich nicht beengt. Selbst in der zweiten Reihe gibt es genug Kniefreiheit.

Der Vorteil des Kleinkombis gegenüber dem Golf findet sich dann hinter der großen Heckklappe. Da hat der Renault mit 439 Litern, die auf 1277 Liter ausbaufähig sind, mehr Stauraum und zudem die etwas größere Laderaumtiefe. Allerdings ist Skodas Fabia in diesem Punkt noch etwas besser.

Unkomplizierter Komfort

Kleiner Hub-, großer Kofferraum
Kleiner Hub-, großer Kofferraum © Foto: dpa

In Fahrt erwies sich der Clio Grandtour 1.5 dCi als absolut unkompliziert, angenehm komfortabel und gewissermaßen Animationsprogramm zur Gelassenheit. Denn der gefahrene Diesel ist trotz seiner Drehmomentstärke von 240 Nm nicht das Sprintwunder.

Der kleine Hubraum ist zu spüren, doch schraubt er sich souverän aus dem Turboloch, um sich bei etwa 2.200 Touren beeindruckend aktionsfreudig zu geben und mit Durchzugskraft nach der nächsten Überholmöglichkeit zu schielen.

Teure Investition

Beinfreiheit stets gegeben
Beinfreiheit stets gegeben © Foto: Renault

In jedem Fall genügen die Fahrleistungen, um sich kurz vor Ladenschluss doch noch zum Umtausch eines Billy-Regals entschließen zu können. Und das wird dann auch nicht teuer. Denn die Dieselversion erwies sich im Test als verdammt sparsam. 5,3 Liter genügten für 100 Stadtkilometer. Das ist für sich genommen mehr als akzeptabel, doch schlägt der Fahrzeugpreis von 19.600 Euro kräftig ins Kontor, so dass man weit fahren muss, bis sich die Investition amortisiert hat.

Wer sich also für diesen guten Kleinkombi interessiert, ist deshalb beispielsweise mit dem 100 PS starken 1,2-Liter-Modell meist besser bedient, das bei ähnlichen Fahrleistungen zwar rund sechs Liter Super verlangt, aber zweieinhalbtausend Euro weniger kostet. Beiden gemeinsam ist das gute Sicherheitsniveau von Renault. Fünf Sterne sind bei den Franzosen fast obligatorisch, das ESP gibt es aber nur als Option.






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