27. November 2007

Fahrbericht Rüsselsheimer Lademeister

Opel Signum
Opel Signum © Foto: Opel

Opel hat den Signum in Sachen Ausstattung noch einmal deutlich aufgewertet. Zum eher ruhigen Charakter der wichtigsten Version mit dem 1,9-Liter-Dieselmotor passt die Sechsstufen-Automatik ideal.




Von Michael Langenwalter

Irgendwie ist der Signum bei Opel immer etwas untergegangen. Zum neuen Modelljahr haben die Rüsselsheimer der Langversion des Vectra daher einen ordentlichen Aufschlag in Sachen Ausstattung spendiert. In der Topversion Signum Cosmo Plus gibt es für einen Einstiegspreis ab 36.450 Euro für die Automatik-Version (mit Schaltgetriebe 2000 Euro billiger) nun neben 17-Zoll-Leichtmetallrädern und Bordcomputer ein Reifendruck-Kontrollsystem, einen Parkpiloten, Bi-Xenon-Kurvenlicht und eine Sitzheizung gleich ab Werk. Die im Testwagen verbauten bequemen, elektrisch verstellbaren MultiContour-Sitze (1600 Euro) kosten allerdings weiterhin extra.


Sanftes Dahingleiten

Man kann es sich im Signum so richtig gemütlich machen. Denn auf Fahrdynamik ist das 4,65 Meter lange Topmodell von Opel nicht ausgelegt. Allein schon der gegenüber dem Vectra um 13 Zentimeter verlängerte Radstand spricht allzu sportlichen Ambitionen entgegen. Der Fronttriebler ist eher für das gemütliche Dahingleiten gedacht, was sich mit der sanft schaltenden Automatikversion besonders angenehm machen lässt. Eine leichtgängige Lenkung sowie das ausgewogenen Fahrwerk tragen das Ihre dazu bei.

Nötige Punch fehlt

Fast eine Vollausstattung zum Basispreis
Fast eine Vollausstattung zum Basispreis © Foto: AG/Langenwalter

Zu diesem eher ruhigen Charakter passt als Motorisierung der 1.9 Liter-Vierzylinder-Diesel. Partikelfilter und Euro4-Norm sind hier selbstverständlich. Der Commenrail-Selbstzünder ist laufruhig und verrichtet seinen Dienst ohne große Geräuschkulisse. Von unten heraus fehlt es allerdings am nötigen Punsch; der Turbo greift erst ab 1500 Umdrehungen.

Lange übersetzt

Ruhiger Charakter
Ruhiger Charakter © Foto: AG/Langenwalter

Das Aggregat mit einer Leistung von 110 kW/150 PS und einem maximalen Drehmoment von 320 Nm, das bei 2000 bis 2750 Umdrehungen anliegt, sorgt aber für standesgemäße Fahrleistungen. 10,6 Sekunden für den Spurt auf 100 km/h, 205 km/h Spitze. Die beiden obersten Fahrstufen sind allerdings extrem lang abgestimmt, was sich bei Drehzahlen jenseits der 3000er Marke bemerkbar macht. Beim Verbrauch kommt man locker mit der Sieben vor dem Komma hin; die offizielle Werksangabe ist 7,1 Liter auf 100 Kilometer. Das ist gut ein Liter mehr als bei der Version mit Handschaltung.

Massig Platz

Nur zwei echte Sitze im Fond
Nur zwei echte Sitze im Fond © Foto: Opel

In der Regel wird der Spritdurchlauf aber etwas höher liegen, denn das Raumwunder dürfte nur selten leer herumkutschiert werden. Das Platzangebot ist nicht nur für Fahrer und Beifahrer, sondern auch für zwei Passagiere im Fond mächtig. Die äußeren Sitze lassen sich je nach Nutzung um bis zu 13 Zentimeter in Längsrichtung verstellen. Als Lademeister trumpft der Signum dann voll auf. So lässt sich bei umgeklappter Rückenlehne ein Stauraum von bis zu 1410 Liter gewinnen - das ist stattlich. Normalerweise sind es 360 bis 550 Liter. Das Einladen selbst schwerer Stücke wird durch die tiefe Kante merklich erleichtert.

Und genau diese Variabilität macht den 1,5 Tonnen schweren Signum aus. Er bietet als Mittelklassemodell den Platz einer Luxuslimousine sowie den Nutzwert eines Kombis.









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