29. November 2006

Fahrbericht Opel Meriva OPC: Mini-Van mit Renngenen

Flott um die Ecken: Opel Meriva OPC
Flott um die Ecken: Opel Meriva OPC © Foto: Werk

Der Opel Meriva hat es in sich. In der OPC-Variante bringt es der Mini-Van auf eine Leistung von 180 PS, die er erstaunlich souverän auf die Straße bringt.




Von Frank Mertens

Der Opel Meriva schlägt sich im hart umkämpften Markt der Vans beachtlich. In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurde der Meriva in Deutschland über 39.000 Mal verkauft. In der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) brachte ihm das mit einem Marktanteil von 11,5 Prozent im Segment der Vans den dritten Platz ein. Besser verkauft haben sich in dieser Zeitspanne nur noch der Klassenprimus aus Wolfsburg, der VW Touran (62.885/18,4 Prozent) und die B-Klasse von Mercedes-Benz (46.715/13,6 Prozent), die den zweiten Platz belegt.


In 8,2 Sekunden auf hundert

Um auch die besonders sportlichen Meriva-Kunden zu erreichen, bieten die Rüsselsheimer seit Februar dieses Jahres eine Sportversion ihres Mini-Vans an. Sie kommt - wie sollte es anders sein - aus der hauseigenen Tuning-Firma der Rüsselsheimer, dem Opel-Performance-Center (OPC). Während bei den anderen OPC-Modellen ein Zweiliter-Turbomotor mit 177 kW/240 PS (Zafira und Astra) beziehungsweise ein 2,8 Liter V6-Motor mit 188 kW/255 PS (Vectra) für Vortrieb sorgen, begnügt sich der Meriva mit deutlich weniger Leistung. Sein 1,6 Liter starker Vierzylindermotor mit Turbo-Aufladung entfaltet nur 132 kW/180 PS.

Doch was heißt «nur»? Der Meriva ist das beste Beispiel dafür, dass weniger manchmal mehr sein kann. Denn während beispielsweise der Opel Astra mächtig Mühe hat, mit seinem Vorderrad die 240 Pferdchen auf die Straße zu bringen und durch nerviges Zerren an der Vorderachse auf sich aufmerksam macht, ist davon beim Meriva nichts zu spüren. Der gerade einmal 4,05 Meter lange Kugelblitz ist mit dieser PS-Leistung glänzend bestückt. Klar, mit Heck- oder Allradantrieb wäre ein Auto mit dieser Power noch besser bedient. Doch Anlass zur Klage gibt der Meriva auch als Fronttriebler nicht. Seine Leistung entfaltet der 1,6 Liter-Benziner ausgesprochen überzeugend: Der Vierzylinder katapultiert den Meriva OPC in 8,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Spitzengeschwindigkeit erreicht der Wagen bei 222 km/h. Dank des maximalen Drehmoments von 230 Nm, das zwischen 2200 und 5500 Umdrehungen in der Minute anliegt, lässt sich der Meriva ausgesprochen schaltfaul bewegen.

Flott um die Ecken

Wer dazu keine Lust hat - kein Problem. Das Sechsganggetriebe des Meriva ist glänzend ausgelegt, die Gänge lassen sich präzise einlegen. Entsprechend beherzt kann man zur Sache gehen, denn der Meriva lässt sich zudem gern bei hohen Drehzahlen bewegen. Er vollzieht auch dies ausgesprochen unaufgeregt, entfaltet dabei keine nervigen Geräusche. Selbst jenseits der 170 km/h ist eine Unterhaltung mit dem Beifahrer angenehm möglich. Die Lenkung des Meriva verdient sich ebenfalls Bestnoten - sie spricht exakt an, bietet in Kombination mit dem zugleich gut in der Hand liegendem Sportlenkrad eine gute Rückmeldung.

Kraftquelle: 1,6-Liter-Turbo-Motor des Meriva OPC
Kraftquelle: 1,6-Liter-Turbo-Motor des Meriva OPC © Foto: Werk

Ohne Beanstandungen präsentiert sich auch das - allerdings ausgesprochen hart abgestimmte - Sportfahrwerk des Meriva OPC, mit dem sich der Mini-Van sehr flott durch die Kurven bewegen lässt. Eine sportliche Fahrweise ist auch deshalb kein Problem, weil unser Testwagen über die optional erhältlichen Recaro-Sportsitze (Aufpreis 695 Euro) verfügte. Sie bieten nicht nur einen guten Seitenhalt, sondern fangen auch Straßenunebenheiten gut ab. Der Verbrauch lag dabei im Test bei 8,9 Litern Super Plus pro 100 Kilometer - damit ist der Meriva OPC zwar kein Sparwunder, angesichts des Leistungsangebots ist die Zahl aber noch tolerabel.

Bis zu 1410 Liter Stauraum

Der Innenraum des Meriva wirkt ausgesprochen wertig. Die Materialien sehen nicht nur gut aus, sondern fassen sich auch so an. Die Instrumente sind dort angeordnet, wo man sie erwartet, lassen sich zudem intuitiv einfach bedienen. Neben der sportlichen Fahrweise in Kombination mit der OPC-Optik (Sportlenkrad, Recaro-Sitze, Dekorleisten, Heckspoiler, OPC-Kühlergrill) bietet der Meriva vor allem viel Alltagsnutzen. Sein Innenraum bietet selbst vier Erwachsenen ausreichend Platz.

Guter Seitenhalt: Innenraum des Meriva OPC
Guter Seitenhalt: Innenraum des Meriva OPC © Foto: Werk

Und wer mit dem Meriva gerne auch einen Urlaub mit der Kleinfamilie einlegen möchte, kann dies getrost tun. Denn der Kofferraum bietet bis zur Oberkante der Rücksitze ein gutes Volumen von 415 Litern - wer die Lehnen komplett umklappt, kommt sogar auf 1410 Liter. Die Rücksitze lassen sich zudem nach vorn schieben, was die Variabilität nochmals erhöht. Ohnehin bietet der Meriva OPC eine glänzende Einheit aus Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit. Für diese Kombination hat der Kunde indes mindestens 23.420 Euro zu bezahlen.

Wer sich dann noch für das gut arbeitende Navigationsgerät DVD 90 mit Stereo-CD-Radio (1760 Euro), das empfehlenswerte Kurven- und Abbiegelicht (390 Euro) oder den Parkpiloten entscheidet, ist schnell bei einem Preis jenseits der 25.000 Euro angelangt. Dafür hat man dann jedoch ein rundum überzeugendes Fahrzeug vor der Tür stehen.







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