12. April 2010

Fahrbericht Fahrbericht Opel Meriva 1.4 Kleiner Van ganz groß

Der Opel Meriva
Der Opel Meriva © Opel

Der neue Opel Meriva macht nicht nur durch sein neues Türkonzept positiv auf sich aufmerksam. Auch die Fahrleistungen des Mini-Vans der Rüsselsheimer lassen sich sehen, wie erste Testfahrten zeigen.




Von Frank Mertens

Als Opel 2003 den ersten Meriva auf den Markt brachte, begründeten die Rüsselsheimer damit ein ganz neues Segment: nämlich das des kleinen flexiblen Vans. Dass die Kunden darauf gewartet hatten, zeigt der Blick auf die Verkaufszahlen. Seither entschieden sich mehr als eine Million Kunden für den Meriva.


Innovatives Türkonzept

Doch nach sieben Jahren ist auch der Meriva in die Jahre gekommen. Deshalb schicken die Rüsselsheimer nun die zweite Generation an den Start. Dabei macht der Meriva, der ab Juni bei den Händlern stehen wird, durch eine Vielzahl von Innovationen auf sich aufmerksam. Vor allem sind das die hinteren Türen: Die von Opel Flex-Doors genannten Türen lassen sich gegenläufig voneinander öffnen. So etwas kennt man beispielsweise von den Taxis in London.

Was sich als bloße Spielerei anhört, ist jedoch weit mehr. Es ist ein merklicher Zugewinn für den Autofahrer-Alltag. Denn durch die gegenläufigen Türen, die sich bis zu 84 Grad öffnen lassen, wird das Einsteigen der Passagiere deutlich erleichtert. Die Zeiten der Verrenkungen sind damit endgültig vorbei.

Zu schätzen lernen werden dieses neue Türsystem auch junge Eltern: Nie war es einfacher und Rücken freundlicher, seine lieben Kleinen im Kindersitz anzuschnallen. Wer das erste Mal im neuen Meriva Platz genommen hat, wird überrascht sein, wie bequem man in den Fond eines Autos einsteigen kann.

Sitzsystem modifiziert

Natürlich hat Opel die zweite Generation des Meriva nicht nur mit dieser Innovation ausgestattet. So stand auch beim Meriva 2010 die Flexibilität im Vordergrund. Der Aspekt also, mit dem Opel seinen Mini-Van gerne lobt. Zu recht, wie man hinzufügen kann. Denn das Sitzsystem im Fond wurde noch einmal modifiziert, sodass sich die Rücksitze nun noch leichter verschieben oder umlegen lassen.

Mit ein paar Handgriffen lässt sich aus einem Fünf- ein Viersitzer machen. So entsteht insbesondere für Großgewachsene ein spürbarer Mehrgewinn an Schulterfreiheit. Doch bereits in Normalposition der Sitze braucht man sich über zu wenig Platz nicht beklagen. Der neue Meriva bietet ein gutes Raumgefühl.

Kein Wunder übrigens: Mit einer Gesamtlänge von 4,28 Meter ist der Neue um satte 23 Zentimeter gegenüber dem Vorgänger gewachsen, in der Breite hat er um elf Zentimeter auf nun 1,81 Meter zugelegt. Der Innenraum im Meriva wirkt ausgesprochen wertig, man sieht deutlich die Anleihen, die die Innenraumdesigner vom Astra und Insignia adaptiert haben. Dem Meriva hat das gut getan. Der neue Meriva verfügt endlich auch über vernünftige Sitze!

Während der Vorgänger für größere Fahrer und Beifahrer schlicht zu kurze Sitze mit einer deutlich zu geringen Oberschenkelauflage anzubieten hatte, kommen im neuen Meriva die mit dem Prüfsiegel der Aktion Gesunder Rücken (AGR) zum Einsatz. Diese Sitze lassen sich nicht nur in der Länge um 24 Zentimeter und in der Höhe um 6,6 Zentimeter verstellen, sondern verfügen auch über eine ausziehbare Oberschenkelauflage. So kann man endlich auch im neuen Meriva lange Strecken vernünftig überstehen. Für die Ergonomiesitze wird zwar ein Aufpreis von 500 Euro fällig, aber diese Sitze sind jeden Cent wert.

Gute Fahreigenschaften

Und wie fährt sich das neue Modell der Rüsselheimer? Ausgesprochen gut. Von uns getestet wurde der 1.4 Liter-Benziner mit 140 PS. Das Aggregat bringt es auf ein maximales Drehmoment von 200 Newtonmetern, die zwischen 1850 und 4900 Umdrehungen anliegen.

Dank dieses Drehzahlbandes lässt sich der Meriva ausgesprochen schaltfaul durch die Gegend bewegen. Eigentlich schade, denn das manuelle Sechsganggetriebe ist hervorragend abgestimmt. Das lässt sich auch vom Fahrwerk des Meriva sagen. Es ist durchaus knackig abgestimmt, aber bleibt dabei dennoch komfortabel.
So unterwegs lässt sich der neue Meriva fast schon recht sportlich bewegen. Die Beschleunigungswerte von 10,3 Sekunden bis Tempo 100 und die Höchstgeschwindigkeit von 196 km/h unterstreichen diesen Eindruck.

Trotz seiner hohen Karosserieform lässt sich der Meriva recht flott und ohne unangenehme Wankbewegungen durch Kurven dirigieren. Die direkt abgestimmte Lenkung rundet den guten Eindruck ab. Als Verbrauch gibt Opel für den Meriva übrigens 6,7 Liter auf 100 Kilometer an.

Gut, dieser Verbrauch konnte bei unseren Testfahrten nicht erreicht werden, doch mit bedachter Fahrweise kamen wir auf einen Wert von 7,4 Litern. Das ist nicht zu beanstanden. Der Preis für den von uns getesteten 1.4er mit 140 PS beginnt bei 20.150 Euro in der Ausstattungsvariante Edition. Wer auf 20 PS verzichten kann, dem sei der 1.4 EcoFlex-Benzinmotor empfohlen. Der kostet 19.320 Euro und fährt nicht wenig dynamisch als sein großer Bruder, verbraucht laut Hersteller aber auch nur 6,1 Liter. Mit dem Meriva hat Opel ein überzeugendes Gesamtpaket geschnürt, mit dem man mit Sicherheit an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen wird.






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