3. Juni 2010

Fahrbericht Opel Insignia 2.0 CDTI 4x4 Sports Tourer Auf Kundenfang bei Audi & Co

TSA beim Insignia von Opel soll ein Aufschaukeln des Wohnwagens verhindern.
TSA beim Insignia von Opel soll ein Aufschaukeln des Wohnwagens verhindern. © Opel

Wer den Opel Insignia mit Dieselmotor und Allradantrieb bestellen wollte, wurde von seinem Händler bislang enttäuscht - bislang. Ab Herbst können Dieselfreunde nun auch auf die Kraft der vier Räder setzen.




Von Frank Mertens

Der Stolz auf dieses Auto ist den Verantwortlichen bei Opel anzumerken. Mit dem Insignia hat der Rüsselsheimer Hersteller einen Neuanfang vollzogen. "Seht her, wir können auch Premium!" Entsprechend gern verweist man auf die 40 unterschiedlichsten Auszeichnungen und die bislang über 230.000 Bestellungen für dieses Fahrzeug. Allein 2009 wurde der Insignia 160.000 Mal verkauft.


Premiumkunden angelockt

Mit dem Insignia ist etwas gelungen, was Opel zuvor in dieser Form noch mit keinem anderen Auto gelang: Kunden der etablierten deutschen Premiumhersteller interessieren sich nun auch für Autos aus Rüsselsheim. "Fünf Prozent der Kunden kommen von Mercedes und BMW, zehn Prozent von Audi und VW", sagt Opel-Vizepräsident Alain Visser zufrieden.

Hochwertige Qualität

Nun möchte Opel die Kollegen aus Wolfsburg, Ingolstadt, München und Stuttgart noch etwas mehr ärgern, sprich ihnen weitere Kunden streitig machen. Damit das gelingt, wird der Insignia nun mit den zwei neuen Ausstattungsvarianten "Indian Summer" und "Sport Edition" angeboten. Dabei handelt es sich bei der Variante "Indian Summer" um einen Bezug der Sitze mit cognacfarbenem Nappaleder, das mit Cashmere-Ziernähten versehen ist. Eine derart hochwertige Qualität hat man bislang in einem Opel noch nicht gesehen. Auf den Tisch des Händlers muss man dafür 1760 Euro legen. Wer Premium will, muss dafür halt bezahlen.

Allrad und Diesel bestellbar

Stärken will Opel die Wettbewerbssituation des Insignia vor allem aber mit der Kombination eines Diesels und des optionalen Allradantriebs. Bislang konnten nur Benziner mit einem 4x4-System geordert werden. „Da gerade Geschäftskunden an dieser Kombination interessiert sind, nehmen wir sie nun ins Angebot auf“, so Visser. Da Opel den Insignia aber nicht nur als klassischen Geschäftswagen sieht, sondern auch als Lifestyle-Vehicle, will man auch die Kunden ansprechen, die beispielsweise einen Wohnwagen, ein Boot oder einen Pferdeanhänger hinter sich herziehen wollen. Für die Klientel, die den Insignia mit Anhängerkupplung ordern, haben sich die Rüsselsheimer was besonderes einfallen lassen: die TSA nämlich.

Diese drei Buchstaben stehen für Trailer Stability Assist. Ein elektronisches Fahrsicherheitssystem, das helfen soll, gefährliche Pendelbewegungen des Gespanns in Verbindung mit dem serienmäßigen ESP zu verhindern. So gut das System bei den Praxistests auch funktionierte, die physikalischen Gesetze kann es auch nicht überwinden. Entsprechend empfiehlt Opel-Spezialist Rüdiger Hiemenz zusätzlich zum TSA auch ein Fahrsicherheitstraining. "Gespann fahren muss gelernt werden."

Doch auch demjenigen, der nicht mit einem Gespann unterwegs sein will, bietet sich durch die Kombination von dem 160 PS starkem 2.0 CDTI und dem Allradantrieb ein gutes Paket. So stellt der Vierzylinder-Commonrail-Motor ein maximales Drehmoment von 350 Nm zur Verfügung, das zwischen 1750 und 2500 Umdrehungen in der Minute anliegt. So lässt es sich mit der serienmäßigen manuellen Sechsgangschaltung auch schaltfaul unterwegs sein. Auf Tempo 100 beschleunigt der Sports Tourer in 10,3 Sekunden, die Spitze ist bei 210 km/h erreicht. Glaubt man den Herstellerangaben, dann soll sich der Sports Tourer mit einem Verbrauch von sechs Litern auf 100 Kilometern begnügen. Kein schlechter Wert, vor allem wenn man bedenkt, dass man mit Allrad unterwegs ist.

Verbrauch sparen

Das Allradsystem von Opel ist übrigens gekoppelt mit dem Fahrwerkssystem lex Ride. Es bietet dem Fahrer neben dem Normal- auch den Tour- und den Sportmodi. Je nachdem wie man nun gerne unterwegs sein will, der Insignia bietet seinem Fahrer damit eine Vielzahl von Optionen.

Das 4x4-System ist übrigens in der Lage, die Antriebskräfte je nach Erfordernis von null auf 100 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse zu verteilen. Wenn das Allrad-System nicht benötigt wird, ist man nur mit
Frontantrieb unterwegs – das reduziert den Verbrauch. Wer Lust auf Diesel und Allrad hat, der muss dafür mindestens bei der Limousine 33.825 Euro bezahlen, beim Sports Tourer stehen 34.675 Euro in der Preisliste.






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