16. März 2007

Fahrbericht Modellfamilie komplett Opel Corsa OPC: Kleiner Kugelblitz

Der Opel Corsa OPC
Der Opel Corsa OPC © AG/Mertens

Mit dem Opel Corsa ist die OPC-Familie komplett. Der Kleinwagen der Rüsselsheimer sieht nicht nur sportlich aus, sondern bietet mit seinen 192 PS auch beeindruckende Fahrleistungen, wie unser Test zeigt.




Von Frank Mertens

Er ist klein, er ist stark und er sieht zudem verdammt gut aus. Kurz nach dem Marktstart des Corsa schickt Opel in diesem Monat die OPC-Variante seines erfolgreichen Kleinwagens ins Rennen um die Gunst sportbegeisterter Kunden.

Damit geht die Zeit der Selbstbeschränkung des nach Leistung gierenden Corsa-Käufers zu Ende. Musste er sich bisher mit 125 PS im 1.7 CDTI zufrieden geben, kann er nun aus dem Vollen schöpfen. Der Corsa OPC ist zu einem Kraftpaket mit 192 PS mutiert. Und das trifft nicht nur auf die Motorleistung zu. Auch sein Auftreten ist ausgesprochen selbstbewusst. «Wir wollten bei der Entwicklung des Corsa OPC mal so richtig was raushauen. Wir wollten mit diesem Fahrzeug ins Extreme gehen», gibt OPC-Chefdesigner Ulli Hochmuth zu.


Geschmacklicher Grenzbereich

Dass man mit einem derartigen Anspruch auch in geschmackliche Grenzbereiche vorstoßen kann und polarisiert, ist Hochmuth bewusst. «Wer es dezenter mag, findet bei uns im Produktportfolio sicherlich etwas passendes», sagt Hochmuth vorsorglich. Große Sorgen, mögliche Kunden zu verprellen, braucht sich der OPC-Chefdesigner aber nicht zu machen.

So, wie der neue Power-Corsa vor einem steht, ist er keine Beleidigung für das Auge. Ganz im Gegenteil: Die Optik ist schnittig, dynamisch, keine Spur prollig. Die Front- und Heckschürzen - die mit dezenten Kiemen versehen sind - sorgen für einen kraftvollen Auftritt. Das Heck wird bestimmt durch ein mittig platziertes dreieckiges Auspuffendrohr und einen Heckspoiler. Wer sich den Corsa OPC genau anschaut, wird erkennen, dass sich dieses dreieckige Stilelement am ganzen Auto wieder findet: an den Nebelscheinwerfern, den Seitenspiegel als auch an den Felgen.

Sportsitze mit Seitenairbags

Die Recaro-Sitze im Opel Corsa OPC
Die Recaro-Sitze im Opel Corsa OPC © Foto: Mertens

So sportlich wie außen präsentiert sich der Corsa auch im Innenraum. Dafür sorgen vor allem die Recaro-Sportsitze, die erstmals in einer OPC-Variante zum Einsatz kommen und über Seitenairbags verfügen. So etwas gab es bisher noch nie bei Schalensitzen. Das Cockpit des OPC ist ausgesprochen klar strukturiert, sorgt beim Fahrer für keine Irritationen. Erfreulich ist zudem, dass das bislang aufdringlich wirkende Blau in den Rundinstrumenten dezenter geworden ist. Dem Auge tut das gut.

Doch wie ist es nun mit dem, worauf es bei diesem Auto vor allem ankommt, der Fahrleistung? Sie lässt sich sehen. Der 1.6 Liter Vierzylinder-Motor, er werkelt bereits mit 180 PS im Meriva OPC, sorgt für ein satten Vortrieb. Ein Drehmoment von 230 Nm - mit der Overboost-Funktion sind es sogar 266 Nm, sind eine Ansage. Ein sanfter Druck aufs Gaspedal reicht, um den Kleinen zu einem Großen werden zu lassen.

Das Sportlenkrad im Opel Corsa OPC
Das Sportlenkrad im Opel Corsa OPC © Foto: Werk

Wer allerdings zu vehement den Fuß durchdrückt, der erkennt schnell, dass ein Fronttriebler nun einmal Probleme bekommt, eine derartige Kraft auch immer mühelos auf die Straße zu bringen. Die Anti-Schlupfregelung hat in solchen Momenten arg zu tun. Der Fahrer ist zudem gefordert, das ausgesprochen griffige Sportlenkrad - die Lenkung reagiert ausgesprochen direkt - mit beiden Händen gut festzuhalten. Der Corsa beschleunigt in 7,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h, seine Spitzengeschwindigkeit liegt bei 225 km/h. Der Verbrauch liegt nach Herstellerangaben bei 7,.9 Litern. Das Sechsgang-Getriebe des Corsa arbeitet präzise, könnte aber etwas kürzer übersetzt sein.

Gute Balance

Das Heck mit dem Dreiecksauspuff
Das Heck mit dem Dreiecksauspuff © Foto: Mertens

Das um 15 Millimeter tiefergelegte Fahrwerk wurde, wie bei allen OPC-Modellen, auf der Nordschleife des Nürburgrings abgestimmt: Dabei wurde insbesondere Wert auf eine gute Balance zwischen Agilität und Fahrzeugkontrolle gelegt, wie der zweimalige Le Mans-Sieger Manuel Reuter sagt, der heute als Markenbotschafter für Opel arbeitet.

Die Fahrwerksabstimmung ist gelungen, selbst bei flotten Kurvendurchfahrten kommt selten das Gefühl von Unsicherheit auf, vor allem auch dank eines gut regelnden ESP nicht. Wenn es eng wird, dann sorgen die innenbelüfteten Scheibenbremsen (308 mm Durchmesser vorn, 264 mm hinten) für gute Verzögerungswerte.

Grenzen für Fronttriebler

Der 1.6 Liter-Vierzylinder im Opel Corsa OPC
Der 1.6 Liter-Vierzylinder im Opel Corsa OPC © Foto: Werk

Doch wie gesagt: Ein ausschließlich über die Vorderräder angetriebenes Kraftpaket wie der Corsa OPC stößt halt schneller an seine Grenzen als beispielsweise ein Allradler. Doch irgendwann wird es den Allradantrieb auch für die OPC-Modelle geben. Bloß wann, das steht noch nicht fest. Bis dahin müssen sich die Kunden halt mit dem begnügen, was der jüngste Sproß der OPC-Familie zu bieten hat.

Und das ist nicht wenig. Wer sich für den Corsa OPC interessiert, der muss dafür 22.560 Euro bezahlen - auch das ist eine Ansage. Opel rechnet für das laufende Jahr mit einem Absatz von 3000 Corsa OPC. Seit der Markteinführung der OPC-Modelle im Jahr 1999 sind bisher insgesamt 30.000 Fahrzeuge aus dem Performance-Center der Rüsselsheimer abgesetzt worden. Der Bestseller unter den OPC-Modellen ist der Familien-Van Zafira mit 12.000 verkauften Fahrzeugen.






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