14. Februar 2010

Fahrbericht Opel Corsa 1.3 CDTi Ecoflex Mehr Leistung, weniger Verbrauch

Der Opel Corsa 1.3 CDTi emittiert nur 98 Gramm CO2
Der Opel Corsa 1.3 CDTi emittiert nur 98 Gramm CO2 © Foto: Opel

Opel hat dem Corsa eine Modellüberarbeitung verpasst. Obwohl die Motoren über mehr Leistung verfügen, konnte der Verbrauch um bis zu 13 Prozent reduziert werden.




Von Frank Mertens

Der VW-Konzern hat im vergangenen Jahr gerade den neuen Polo auf den Markt gebracht, den großen Konkurrenten des mittlerweile doch etwas in die Jahre gekommenen Opel Corsa. Bei der Wahl zum "Auto des Jahres" konnte der neue Polo sich auch gleich den Sieg sichern.

Damit der Corsa angesichts dieses Konkurrenten nicht gänzlich ins Hintertreffen gerät, hat Opel seinen Bestseller einer Modellüberarbeitung unterzogen. Ab sofort wird der Kleinwagen, auf den immerhin 30 Prozent der Verkäufe von Opel entfallen, mit neuen Motoren angeboten. Sie verfügen nicht nur über mehr Leistung, sondern auch der Verbrauch wurde reduziert, je nach Motorisierung um bis zu 13 Prozent. Daneben bieten den Rüsselsheimer ihren Bestseller auch mit Autogasantrieb an. Wie Opel bei der Präsentation des neuen Corsa mitteilte, kommen die beliebtesten Antriebskombinationen, der 1.2 Liter- und der 1.4 Liter-Benzinmotor, auf Verbräuche zwischen 5,0 und 5,5 Liter. Die 1.2 Liter Ecoflex-Variante, so heißen bei Opel die Spritsparmodelle, soll sich sogar bei einer Leistung von 85 PS mit einem Verbrauch von 5,1 Liter begnügen.


Etliche Modifikationen

Die Verbrauchsreduktionen wurden durch eine Vielzahl von Maßnahmen erzielt. Dazu gehören unter anderem zweifache Nockenwellen-Versteller zur variablen Steuerung der Einlass- und Anlassventile beziehungsweise neue Ölpumpen, eine Schaltpunktanzeige und eine neue Thermostat-Regelung, mit der die Motoraufwärmphase reduziert werden soll. Eine Start-Stopp-Automatik ist bislang nicht erhältlich, soll aber noch in diesem Jahr folgen.

Von uns getestet wurde der 1.3 CDTi Ecoflex-Motor. Im Vergleich zum Vorgänger verfügt er mit nun 95 PS über 20 PS mehr Leistung. Trotz des Leistungszuwachses konnte der Spritverbrauch von 4,1 Liter auf 3,7 Liter (CO2-Ausstoß 98 g/km) reduziert werden. Ein Wert, der den Blick auf die Verbrauchsanzeige im Bordcomputer mal nicht zur Qual werden lässt.

Guter Eindruck

Dieses Spritsparmodell machte bei den Testfahrten rund um Frankfurt eine ausgesprochen gute Figur. Dass das Ansprechverhalten des Vierzylinder-Common-Rail-Motors von den Ingenieuren verbessert wurde, sorgt für spürbar besseren Vorwärtsdrang, So wuchs das maximale Drehmoment von 170 auf 190 Newtonmeter an. Den Spurt auf Tempo 100 absolviert der über ein gut abgestimmtes manuelles Fünfganggetriebe verfügende Spar-Opel in akzeptablen 12,3 Sekunden, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 117 Stundenkilometer. Mehr braucht man wirklich nicht. Leider verfügt der Motor noch nicht über die Euro 5-Norm.

Bei der Modellüberarbeitung beließen es Opel aber nicht nur bei der Effizienzsteigerung der Motoren, sondern legt seine Aufmerksamkeit auch auf das Fahrwerk. Und das war gut so: Während beim Vorgänger die Lenkung doch leicht schwammig reagierte, spricht sie nun deutlich besser, schlicht direkter an. Neben Modifikationen an Federn, Dämpfern und Stabilisatoren erhielt die elektrische Servolenkung auch eine neue Software aufgespielt.

Präzisere Lenkung

In Kombination aller Maßnahmen ist die Lenkung nicht nur präziser, sondern auch die Richtungsstabilität besser geworden. Der Corsa fährt sich somit recht knackig. Wer Lust hat, den 1.3 CDTi mit 95 PS zu fahren, muss dafür in der Ausstattungsvariante Selection 15.600 Euro auf den Tisch legen. Wem auch etwas weniger Leistung reicht, dürfte mit dem 1.3 CDTi mit 75 PS zufrieden sein, für den 14.810 Euro fällig werden.

Die Gesamtheit dieser Modifikationen haben dem Corsa gut getan. Ob sie allerdings reichen, den VW Polo in diesem Jahr von der Spitze im Segment der Kleinwagen zu verdrängen, dürfte schwierig werden.






Mehr zur Marke Opel

Rainer Bachen, leitender Ingenieur des Opel Ampera-e«Elektrisch laden ist wie Bier zapfen»

Mit dem Ampera-e bringt Opel den derzeitigen Reichweiten-Champion auf den Markt. Das Beladen der großen Batterie wird laut dem leitenden Ingenieur Rainer Bachen die Kunden vor keine allzu großen Probleme stellen.


Technisch verwandt mit Peugeot 3008Opels drittes X: Grandland X feiert Premiere auf der IAA

Opel fährt auf der IAA in Frankfurt im Herbst das bisher größte Mitglied der X-Familie vor. Der Grandland X ist weniger auf das Gelände als für Fahrten auf dem Boulevard vorgesehen.


Betriebsversammlungen an deutschen StandortenNach Übernahme: Opel bündelt europäische Geschäfte

Opel organisiert sich nach der vollzogenen Übernahme durch PSA Peugeot Citroen neu. Wie es nach dem Auslaufen der Job- und Standortgarantien aussehe, ist noch nicht klar – Optimismus herrscht aber vor.



Mehr aus dem Ressort

Der Opel Ampera-e ist der Reichweiten-Champion der Elektroautos
Geringe Verfügbarkeit des ElektroautosOpel Ampera-e: Dynamischer Reichweiten-Champion

Die Angst vor fehlender Reichweite hat Opel mit dem neuen Ampera-e zu den Akten gelegt. Dafür bauen sich andere Hürden auf, die der Stromer-Champion überwinden muss, damit sich das Straßenbild auch mit dem Fünfsitzer füllt.


Der Vesta soll Lada neuen Schwung bringen
Kompaktklasse aus RusslandLada Vesta: Von der römischen Göttin zum russischen Stufenheck

Mit dem Vesta will Lada das angestaubte Image ablegen. Zwar wird der Kompakte in für hiesige Längengrade zunächst nur in der ungewöhnlichen Stufenheck-Variante angeboten, bietet dabei aber doch einige Farbtupfer.


Hyundai i30 neu Aufmacher Hyundai
Gestiegener Preis für KompaktenHyundai i30: Fortschritt nicht nur bei der Sicherheit

Der neue Hyundai i30 ist ein gefälliges Auto. Er sieht nicht nur besser aus als der Vorgänger, sondern hat auch beim Thema Sicherheit zugelegt. Doch leider ist auch der Preis der Einstiegsvariante gestiegen.