5. November 2010

Fahrbericht Opel Astra Sports Tourer 1.4 Turbo Opel Astra ST weckt neue Erwartungen

Der Opel Astra Sports Tourer
Der Opel Astra Sports Tourer © Opel

Opel schickt in zwei Wochen den Astra Sports Tourer zu den Händlern. Der Kombi der Rüsselsheimer verfügt neben guten Fahrleistungen auch über eine gute Restwertprognose.




Von Frank Mertens

Der Opel Astra hat die Erwartungen der Verantwortlichen bereits vor Ablauf des Jahres erfüllt. Europaweit entschieden sich bisher 230.000 Kunden für den Fünftürer aus Rüsselsheim. Geht es nach Opel-Vertriebschefin Imela Labbé, soll der in zwei Wochen zu einem Einstiegspreis von 18.000 Euro bei den Händlern stehende Astra Sports Tourer an diesen Erfolg anknüpfen.

Dafür sollen auch die Flottenkunden sorgen. Dieses Klientel steht bekanntlich auf Autos mit großem Laderaum. "Über 50 Prozent der Kunden in Deutschland entscheiden sich beim Astra allein für den Kombi", sagt Labbé. Damit wird deutlich, welches Potenzial im Sports Tourer steckt, der den alten Caravan ablöst.


Opel Astra ST hat 500 Liter Ladevolumen

Gut, im Vergleich zum Vorgänger bietet er mit 500 Liter Ladevolumen 40 Liter weniger. Doch das dürften insbesondere die Kunden verschmerzen, die beim Kombi ebenfalls Wert auf ein ausdrucksstarkes Design legen, selbst wenn das zu Lasten der Zuladung geht.

Aber 500 Liter, seien wir ehrlich, sind nicht wenig. Zudem können sie bei umgelegter Rückbank auf 1550 Liter erhöht werden. Zur Erleichterung beim Beladen sorgt beim Sports Tourer ein kleiner Knopf an der rechten Seitenverkleidung des Kofferraums. Drückt man ihn, legen sich die Lehnen der Rückbank im Verhältnis 60:40 automatisch um.

Das System nennt Opel Flex-Fold und ist bei den Ausstattungsvarianten Sport und Innovation Serie. Sind die Sitze umgeklappt, wächst die Ladelänge übrigens auf 1,84 Meter an – ein anständiger Wert. Nett sind auch Kleinigkeiten wie die links und rechts an der Kofferraumklappe angebrachten Griffe – sie erleichtern doch deutlich das Schließen der Heckklappe.

Easy Access-System

Praktisch ist auch das Easy Access-System: Hier genügt ein leichter Druck auf die Gepäckraumabdeckung, die dann schräg nach oben gleitet. Der Sports Tourer kommt übrigens auf eine Gesamtlänge von 4,70 Meter, das sind 18 Zentimeter mehr als beim Vorgänger. Im Innenraum unterscheidet sich der Sports Tourer erwartungsgemäß nicht von der Limousine. Das Cockpit ist gut ablesbar, die Instrumente gut bedienbar, wenngleich man sich an die mit Knöpfen überfrachtete Mittelkonsole erst gewöhnen muss.

Nicht oft genug loben kann man die Ergonomiesitze, die das Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken (AGR) tragen. Für sie muss man zwar in der Ausstattunsglinie Edition mindestens 390 Euro bezahlen, doch dieser Mehrpreis lohnt sich. Wer lange Strecken zurücklegt, steigt aus diesen Sitzen mit seiner Vielzahl von Einstellmöglichkeiten schlicht entspannter aus. Das haben auch die Kunden erkannt. 31 Prozent der Astra-Kunden entscheiden sich mittlerweile für einen AGR-Sitz.

2.0 CDTI für Astra zu empfehlen

Für den neuen Sports Tourer wird Opel neun Motorisierungen anbieten, vier Diesel und fünf Benziner, ferner ist auch eine LPG-Version in Planung. Ihr Leistungsspektrum reicht vom 1.3 CDTI mit 95 PS und Start-Stopp-System bis zum 1.6 Turbo mit 180 PS. Von uns getestet wurde der 1.4 Turbo mit 140 PS (ab 20.500 Euro).

Der Vierzylinder bringt es auf ein maximales Drehmoment von 200 Newtonmetern, die zwischen 1850 und 4900 Umdrehungen anliegen. Zwar beschleunigt das Aggregat in 10,6 Sekunden auf Tempo 100, doch ein Ausbund an Agilität ist der 1.4er nicht. Er giert geradezu nach Drehzahl, um den fast 1400 Kilo schweren Sports Tourer auf Vordermann zu bringen. Wer so fährt, muss dann aber auch einen recht präsent klingenden Motor ertragen. Bei den Testfahrten kam der Benziner übrigens auf einen durchschnittlichen Verbrauch von 7,5 Litern.

Überzeugend wirkt dagegen der 2.0 CDTI (25.305 Euro) mit 160 PS. Sein Drehmoment von 350 Nm (liegt zwischen 1750 bis 2000 Umdrehungen an) sorgt für einen souveränen Antritt und passt damit auch zum dynamischen Styling dieses Kombis. In 9,8 Sekunden hat er Tempo 100 erreicht, seine Spitzengeschwindigkeit liegt bei 207 km/h. Im Durchschnitt wird ein Verbrauch von 5,1 Liter versprochen.

Astra ST mit gutem Fahrwerk

Ein Lob verdient sich am neuen Astra neben der gut arbeitenden Lenkung und einem knackig abgestimmten Fahrwerk insbesondere das Fahrwerk. Wie beim Fünftürer kommt eine Verbundlenker-Hinterachse mit Wattgestänge zum Einsatz. Sie sorgt dafür, dass man mit dem Astra Sports Tourer ausgesprochen sportlich unterwegs sein kann.

Wer noch 980 Euro übrig hat, sollte sie für das Flexride-Sicherheitsfahrwerk ausgegeben. Das System passt das Fahrwerk automatisch auf die jeweiligen Fahrbahnverhältnisse an – insgesamt kann der Fahrer unter den drei Einstellungen Standard, Tour und Sport wählen – eine prima Sache.

Da viele Kunden beim Autokauf auch auf die Wirtschaftlichkeit ihres neuen Fahrzeuges schauen, hebt Opel-Vertriebschefin Labbé neben der guten Versicherungseinstufung die guten Restwertprognosen für den Sports Tourer hervor.

Laut Bähr und Fess soll er nach 36 Monaten und einer Laufleistung von 60.000 Kilometer noch auf einen Restwert von 61 Prozent kommen. "Damit bieten wir einen wahren Restwertriesen an", so Labbé. In Kombination aus den guten Fahrleistungen und der Wirtschaftlichkeit dürfte der Sports Tourer also alles mitbringen, um den Erfolg der Limousine noch zu übertreffen.






Mehr zur Marke Opel

Rainer Bachen, leitender Ingenieur des Opel Ampera-e«Elektrisch laden ist wie Bier zapfen»

Mit dem Ampera-e bringt Opel den derzeitigen Reichweiten-Champion auf den Markt. Das Beladen der großen Batterie wird laut dem leitenden Ingenieur Rainer Bachen die Kunden vor keine allzu großen Probleme stellen.


Technisch verwandt mit Peugeot 3008Opels drittes X: Grandland X feiert Premiere auf der IAA

Opel fährt auf der IAA in Frankfurt im Herbst das bisher größte Mitglied der X-Familie vor. Der Grandland X ist weniger auf das Gelände als für Fahrten auf dem Boulevard vorgesehen.


Betriebsversammlungen an deutschen StandortenNach Übernahme: Opel bündelt europäische Geschäfte

Opel organisiert sich nach der vollzogenen Übernahme durch PSA Peugeot Citroen neu. Wie es nach dem Auslaufen der Job- und Standortgarantien aussehe, ist noch nicht klar – Optimismus herrscht aber vor.



Mehr aus dem Ressort

Der Opel Ampera-e ist der Reichweiten-Champion der Elektroautos
Geringe Verfügbarkeit des ElektroautosOpel Ampera-e: Dynamischer Reichweiten-Champion

Die Angst vor fehlender Reichweite hat Opel mit dem neuen Ampera-e zu den Akten gelegt. Dafür bauen sich andere Hürden auf, die der Stromer-Champion überwinden muss, damit sich das Straßenbild auch mit dem Fünfsitzer füllt.


Der Vesta soll Lada neuen Schwung bringen
Kompaktklasse aus RusslandLada Vesta: Von der römischen Göttin zum russischen Stufenheck

Mit dem Vesta will Lada das angestaubte Image ablegen. Zwar wird der Kompakte in für hiesige Längengrade zunächst nur in der ungewöhnlichen Stufenheck-Variante angeboten, bietet dabei aber doch einige Farbtupfer.


Hyundai i30 neu Aufmacher Hyundai
Gestiegener Preis für KompaktenHyundai i30: Fortschritt nicht nur bei der Sicherheit

Der neue Hyundai i30 ist ein gefälliges Auto. Er sieht nicht nur besser aus als der Vorgänger, sondern hat auch beim Thema Sicherheit zugelegt. Doch leider ist auch der Preis der Einstiegsvariante gestiegen.