Unkomplizierter Fahrspaß

Mazda MX-5

Offenes Vergnügen im MX-5 © Foto: Mazda

Der MX-5 ist der letzte Mohikaner unter den günstigen offenen Zweisitzer. Dem hohen Fahrspaß in der Freizeit stehen dem Veteran so manche Hürden im Alltag entgegen.

Von Holger Holzer

Der Ausdruck "Fahrspaßmobil" passt wohl auf wenige Autos besser als auf den Mazda MX-5. Der unkomplizierte und vergleichsweise preiswerte Roadster ist zwischen all den modischen Hightech-Stahldachcabrios einer der letzten seiner Art. Einschränkungen bei Transportkapazität und Alltagnutzen muss man da einfach in Kauf nehmen.

Zeitloses Design

Mit Mazdas offenem Zweisitzer hat 1989 die Renaissance des Offenfahrens begonnen. Damals war der Roadster außerhalb der absoluten Luxusklasse nahezu ausgestorben, heute hat wieder fast jeder Autokonzern ein Modell im Angebot. Audis TT, BMWs Z-Modelle und der Mercedes SLK wären ohne den Vorreiter aus Japan vielleicht nie auf den Markt gekommen.

Dass der MX-5 trotz des gewachsenen Angebots immer noch zu den Bestsellern seiner Klasse gehört, hat er auch seinem zeitlosen Design und der im besten Sinne robusten Technik zu verdanken. Auch in der aktuellen dritten Generation ist er ein klassischer Roadster mit zwei Sitzen und manuell betätigtem Stoffdach. Die lange und flache Karosserie verzichtet auf Design-Mätzchen und präsentiert sich schlicht und sportlich - bei jedem Generationswechsel hat es an der Silhouette immer nur leichte Änderungen gegeben.

Hohes Maß an Agilität

Knackig-kurzer Schalthebel Foto: Mazda

Die knackige Optik findet ihre Fortsetzung auch beim Fahrverhalten. Das geringe Gewicht des Roadsters mit Kleinwagenmaßen sowie der Antrieb über die Hinterräder sorgen für ein hohes Maß an Agilität. Diese wird vom straff abgestimmten Fahrwerk und der sehr direkten Lenkung unterstrichen. Ungefiltert teilt der Roadster seinem Fahrer Straßenzustand und Fahrsituation mit.

Der 1,8-Liter-Vierzylinder-Benziner unter der Haube dreht freudig hoch und setzt den Wagen mit seinen 93 kW/126 PS gleichmäßig, aber nachhaltig in Bewegung. Bei offenem Dach hört man seinen verblüffend sportlichen Klang besonders gut. Kontrolliert wird der Vierzylinder über den knackig-kurzen Schaltknüppel der serienmäßigen Fünfgang-Box und gut dosierbare Gas- und Bremspedale. Weht dann noch der Fahrtwind durchs Haar, wird die Landpartie zum ungetrübten Vergnügen.

Beengte Platzverhältnisse

Nicht viel Platz im Kofferraum Foto: Mazda

Was in der Freizeit funktioniert, muss im stressigen Alltag aber nicht immer klappen. Und so hat das Roadster-Konzept auch einige Nachteile: Der MX-5 ist eng; vor allem bei geschlossenem Verdeck bleibt kaum Freiraum für Köpfe und Extremitäten der Insassen. Der Einstieg durch die beiden Türen liegt so tief, dass man sich in engen Parklücken extrem umständlich in den Sitz verdrehen muss. Gepäck hat kaum Platz, in den Kofferraum passt maximal eine größere Reisetasche. Selbst Ablagen im Cockpit sind Mangelware. Und auf langen Strecken kann der allzeit gut vernehmbare Motorsound zur Last werden.

Direkte Konkurrenten hat der Mazda MX-5 nicht mehr, seit MG TF und Toyota MR-2 ausgelaufen sind. Die anderen aktuellen Roadster auf dem Markt sind mittlerweile deutlich leistungsstärker und teurer. Preiswerter als die 22.090 Euro, die der Zweisitzer in der Basisversion kostet, geht es also nicht. Die Ausstattung umfasst dann schon das Wichtigste, etwa Klimaanlage, CD-Radio, den Schleuderschutz ESP und vier Airbags. Gegen Aufpreis lassen sich unter anderem Sitzheizung, Sechsganggetriebe und eine Automatik mit ebenfalls sechs Stufen ordern.

Fahrspaß und zivile Preise

Zeitloses Design Foto: Mazda

Seit kurzem gibt es für 2400 Euro ein elektrisch betätigtes Hardtop, das die Winterfestigkeit erhöht. Fahrspaß, zeitgemäße Sicherheitsausstattung und zivile Preise - der Mazda MX-5 zeigt keine großen Schwächen. Da wirkliche Konkurrenten in seiner Preis- und Leistungsklasse zurzeit fehlen, führt kaum ein Weg an dem Nippon-Klassiker vorbei. (mid)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam noch das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.