Rolle vorwärts

Mazda CX-7 2.2l MZR-CD

Der geliftete Mazda CX-7 © Foto: Mazda

Zwei Jahre lang bot Mazda seinen SUV nur als Benziner an. Ab sofort soll der Diesel für den Erfolg sorgen.

Von Thomas Flehmer

Ein Dieselmotor gehört ins SUV-Segment wie ein Deckel auf dem Topf. Seit zwei Jahren hat Mazda sich die Exklusivität geleistet, den CX-7 lediglich als Benziner anzubieten. Dass nun bereits zwei Jahre nach der Einführung ein Facelift für den 4,70 Meter langen Geländewagen ansteht, ist dem Umstand geschuldet, dass die Japaner nun einen Selbstzünder anbieten. Der bereits aus dem Mazda 6 bekannte 2.2 MZR-CD mit 173 PS verleiht auch dem 1.8-Tonner eine durchaus sportliche Note, nachdem das merkliche Turboloch bei 2000 Kurbelwellen-Umdrehungen überwunden ist.

7,5 Liter Verbrauch

Ganze 400 Newtonmeter greifen dann so stark ein, dass man im Innenraum nicht den Eindruck hat, in einem sperrigen PS-Monster zu sitzen, sondern in einem durchaus sportlichen Model, auch wenn der Sprint aus dem Stand bis Tempo 100 km/h immerhin 11,3 Sekunden dauert.

So kann sich der 1,64 Meter hohe Allradler auch locker in die Kurven legen ohne vom Hinterrad überholt zu werden. Bei Steigungen muss aber immer schnell heruntergeschaltet werden, was etwas zu hakelig von statten geht, um halt das Mobil auf Touren zu halten. 7,5 Liter soll das 2,2 Liter große Triebwerk auf 100 Kilometern nur verschlingen, was einem CO2-Ausstoß von 199 Gramm auf einem Kilometer entspricht.

NOx-Falle für Euro 5

Euro 5-Norm erfüllt Foto: Mazda

Leider fehlt noch ein Start-Stopp-System, mit dem der Verbrauch noch weiter hätte gedrückt werden können. Dafür setzt Mazda als erster japanischer Hersteller AdBlue an, eine Harnstofflösung, die das Abgas von schädlichen Stickoxiden (NOx) befreit. In einem 15,5 Liter großen Extratank befindet sich die Lösung, die nach 20.000 Kilometern bei der anstehenden Inspektion automatisch wieder aufgefüllt wird.

Durch das AdBlue erreicht der Selbstzünder die Euro5-Norm, Daimler schafft damit sogar Euro 6. Auch Mazda würde bei einer Leistungsverringerung des Motors die derzeit höchste Norm schaffen. Da diese Norm aber erst ab 2014 vorgeschrieben ist, begnügen sich die Japaner mit Euro 5. Die Fahrfreude leidet darunter nicht. Bis Tempo 200 km/h hält der CX-7 gut und vor allem geräuscharm mit.

Optisch deutlich aufgebessert

Viel Chrom und Klavierlack Foto: Mazda

Die so genannte NOx-Falle verbunden mit dem Einsatz des Selbstzünders ist das herausragende Kriterium bei diesem schnellen Facelift. Aber auch optisch wurde Hand angelegt und das SUV rundlicher, zugleich aggressiver gestaltet. Die Front erhielt das derzeitige Markengesicht, das ihren Ursprung bei der kürzlich eingeführten neuen Generation des Mazda 3 erhielt.

Mit dem Fünfpunkt-Kühlergrill und vielen Chromelemente sieht der neue Siebener im Vergleich mit dem Vorgänger deutlich frischer aus. Wie bei allen Mazda-Modellen wird ein japanischer Begriff gewählt, um den Charakter des jeweiligen Fahrzeugs zu beschreiben. Beim CX-7 kommt der Begriff Sen-ren zur Anwendung, was hochwertig oder anspruchsvoll bedeutet. So wurde der Innenraum mit Metall- und Klavierlack wertiger gestaltet und der Instrumententräger komplett neu konzipiert. Das Lenkrad ist weiterhin mit Schaltern übersät, an die sich aber nicht nur langjährige Mazda-Fahrer schnell gewöhnen.

Navi im Tomtom-Format

Viel Platz im Kofferraum Foto: Mazda

Das Navigationssystem mit dem kleinen Monitor im Tomtom-Format begeistert nicht jeden, ist aber für 720 Euro recht günstig. Neu ist auch der Spurwechselassistent, der bei optisches Zeichen im Seitenspiegel vor herannahenden Fahrzeugen warnt. Im Falle einer starken Bremsung setzt zudem das Notbremslicht ein, um den folgenden Verkehr zu warnen.

Die Beifahrer bekommen davon nichts mit. Sie können sich in die sehr bequemen Ledersitze hineindrücken und die Fahrt genießen. Platz genug für Kopf und Beine ist auch in der zweiten Reihe, das Gepäck kommt bei einem Stauraum von 455 Litern, die bei umgeklappter Rücksitzbank auf 1348 Liter anwachsen, gut unter.

Unter 30.000 Euro

Aggressivere Frontpartie Foto: Mazda

29.990 Euro müssen für die Einstiegsversion Prime Line investiert werden, der Hauptteil werde sich laut Mazda-Sprecher Jochen Münzinger aber für die zweite Ausstattungsvariante Center Line entscheiden, die bei 31.590 Euro beginnt und so ziemlich alles an Bord hat, was das Herz begehrt.

Weiterhin im Angebot bleibt auch der Benziner mit 260 PS, der mindestens 36.990 Euro kostet. Der bisherige Alleinunterhalter wird aber in die Bedeutungslosigkeit abrutschen. Lediglich drei Prozent werden sich für den Ottomotor aus der sportlichen MPS-Reihe entscheiden. Der Rest findet den richtigen Deckel für den Topf.