18. Juni 2008

Fahrbericht Mazda6 2.0 CD Kombi Auf bayrischen Wegen

Der neue Mazda6 Kombi
Der neue Mazda6 Kombi © Foto: Mazda

Müde Kombis waren gestern. In der Mittelklasse geht so richtig die Post ab. Überraschend dynamisch setzt sich der neue Mazda 6 Kombi in Szene.




Von Stefan Grundhoff

Kaum eine Marke hat sich in den letzten fünf Jahren derart positiv gewandelt, wie Mazda. Bestes Beispiel ist der aktuelle Mazda 6. Keine Spur mehr von dem wenig schmucken Lastesel in Form des ehemals trägen 626. Mandelaugen, hohe Seitenlinie und dynamische Formen sorgen dafür, dass sich völlig neue Kundengruppen nach einem Sechser Kombi umschauen. Das 4,77 Meter lange Mittelklassemodell macht nicht nur optisch auf sportlich - er fährt sich auch so.


Automatik erwünscht

Das Fahrwerk ist gerade mit den äußerlich stimmigen 18-Zoll-Felgen sportlich straff. Die prächtige Kurvenlage muss man sich im 1,5 Tonnen schweren Fünftürer jedoch durch spürbare Komforteinbußen erkaufen. Gerade auf der Rückbank schlagen Gullydeckel und Fahrbahnunwägbarkeiten zumeist unangenehm durch. Die leichtgängige Lenkung ist präzise und gibt eine exzellente Rückmeldung von der Straße. Der kurze Schalthebel des Sechsgang-Getriebes liegt ebenfalls prächtig in der rechten Hand, ist jedoch nur hakelig zu bedienen.

Nicht nur Langstreckenpiloten würden sich gerade in Verbindung mit dem zwei Liter großen Diesel eine Automatikvariante wünschen. Doch hier verweigert sich Mazda seinen Kunden nach wie vor. Bei der Konkurrenz sind Automatik- und Doppelkupplungen längst auch mit Dieseltriebwerken zu kombinieren. «Wir haben hierzu aus Japan bisher keinen Liefertermin bekommen», so Mazda-Vertriebsleiter Andreas Schmidt, «wir fordern diese Kombination für den deutschen Markt vehement.»

Größerer Motor kommt

Sportliche Linie zum Heck hin
Sportliche Linie zum Heck hin © Foto: Mazda

Nachgelegt wird jedoch beim Motor. Derzeit gibt es nur ein stimmiges Volumenmodell mit zwei Litern Hubraum und 103 kW/140 PS. Das maximale Drehmoment von 330 Nm bei 2000 Touren sorgt dafür, dass man auch schaltfaul unterwegs sein kann. Ende des Jahres soll die zweite Version mit 2,2 Litern und 185 PS verfügbar sein. Schließlich bietet die Konkurrenz in der Dieselklasse mehr als einen Motor.

Der aktuelle Einzelgänger mit 140 PS bietet mit 0 auf 100 km/h in 10,9 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von gut 200 km/h nur mittelprächtige Werte. Da der Vierzylinder ohne eine Start-Stopp-Automatik oder eine regeneratives Bremssystem auskommen muss, könnte der Durchschnittsverbrauch geringer sein. Statt der in Aussicht gestellten 5,7 Liter Diesel pro 100 Kilometern verbrauchte der Commonrail-Diesel durchschnittlich 7,4 Liter Diesel. Der Tank fasst 64 Liter. Erfreulicher als der Verbrauch ist dabei das geringe Geräuschniveau. Selbst beim Kaltstart und bei höheren Autobahngeschwindigkeiten hält sich der Geräuschpegel angenehm niedrig.

Bekanntes Mazda-Styling

Eigene Designsprache im Innenraum
Eigene Designsprache im Innenraum © Foto: Mazda

Der Innenraum des Sechsers zeigt sich im bekannten Mazda-Styling. Hell erleuchtete Runduhren und klar gegliederte Bedienelemente erfreuen den Fahrer bei Tag- und Nachtfahrten. Wenig überzeugend zeigen sich jedoch die die Lichtbedienung am Lenkstockhebel, die allenfalls zaghaft illuminierten Schalter in der Tür und das zweite Informationsdisplay unter der Windschutzscheibe. Ein zentrales Display für Bordcomputer, Radiosender, Navigationsbildschirm und Klimaanlage sollte doch reichen.

Die Sitze sind bequem, bieten guten Seitenhalt und eine straffe Beinauflage. Nicht nachvollziehbar jedoch, wieso der Beifahrersitz über keine Höhenverstellung verfügt. Schließlich sollten auch die Mitreisenden angenehm sitzen. Mehr Beinauflage und Verstellmöglichkeiten könnte es auch im Fond geben. Das Platzangebot gibt dabei keinen Anlass zur Klage.

Durchschnitt auf der Rückbank

Großer Laderaum, niedrige Ladekante
Großer Laderaum, niedrige Ladekante © Foto: Mazda

Doch eine verstell- und verschiebbare Rückbank sind mittlerweile ebenso kein Hexenwerk wie ordentliche Fond-Kopfstützen oder eine Sitzheizung hinten. Hier bietet der Mazda 6 im Vergleich zur nationalen Konkurrenz nur Durchschnitt. Während sich andere Hersteller oft mit kleinen Kofferräumen behelfen müssen, erlauben sich die Japaner hier keine Schwäche. Die sportiven Asiaten zeigen, dass sich ein großer Laderaum und sportliches Design durchaus unter einen Hut bringen. Wer die große Heckklappe öffnet, dem stehen für Transporte zwischen 519 und 1.751 Litern Stauraum zur Verfügung. Die Ladekante ist angenehm niedrig und das Gepäckabteil lässt sich problemlos beladen.

Die Rücksitze fallen mit einem Handgriff nach vorn und geben einen ebenen Laderaum von bis zu 1,92 Metern Länge frei. Unter dem Laderaum gibt es Platz für die zusammengefaltete Laderaumabdeckung. Wem das nicht reicht: die maximale Dachlast liegt bei 100 Kilogramm und wer will, kann Anhänger bis 1,6 Tonnen an den Haken nehmen. Was fehlt, ist jedoch ein intelligentes Verzurrsystem oder eine elektrische Hecklappe.

Beginn bei 25.200 Euro

Pfiffige Lösung bei der Heckklappe
Pfiffige Lösung bei der Heckklappe © Foto: Mazda

Das Basismodell des Mazda6 Kombi 2.0 CD kostet 25.200 Euro. Deutlich interessanter dürfte für die meisten Kunden der 27.900 Euro teure Ausstattungsvariante Mazda 6 Kombi Exclusive sein, die unter anderem mit Tempomat, Nebellampen, CD-Radio und Klimaautomatik ausgestattet ist. Empfehlenswert: das DVD-Navigationssystem für teure 2.300 Euro. Die komplette Sicherheitsausstattung mit Airbags und ESP ist obligatorisch. Die Wartungsintervalle für den Mazda 6 Diesel liegen bei 20.000 Kilometern oder einem Jahr.






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