26. Januar 2007

Fahrbericht Maserati Quattroporte: Automatisch schön

Der Maserati Quattroporte
Der Maserati Quattroporte © Foto: Werk

Maseratis rasantes Familienauto Quattroporte hat ein dezentes Facelift bekommen. An der Optik war zwar nicht mehr viel zu verbessern. Aber endlich ist die Sportlimousine auch mit einem standesgemäßen Automatikgetriebe zu bekommen.




Von Jürgen Wolff

Massig, eindrucksvoll, edel und extravagant - so steht der Quattroporte nach wie vor da. Typisch italienisch: Sanfte Schwünge, kraftvolle Kurven und grandiose Überhänge. Alles wie gehabt. Innen Luxus aus Leder, edlen Hölzern, funktionalen Tasten und Instrumenten - und viel italienischem Ambiente. Und schon beim ersten Blick über den neu gestalteten Mitteltunnel die erste wesentliche Veränderung: Der kleine Hebel für die Automatik ist weg. Die ist völlig neu - und erkennbar an einem zwar vom Material her edlen, aber ansonsten hundsgewöhnlich normalen Schalthebel, wie man ihn so ähnlich auch in jedem Automatik-Benz findet.


Entspannung im Stadtverkehr

Der Schalthebel
Der Schalthebel © Foto: Werk

Die Schaltung, die dahinter steckt, ist aber komplett überarbeitet - und nun die beste Automatik, die Maserati je verbaut hat. Vor allem im Alltag. Anders als etwa der GranSport ist der Quattroporte zwar ein Sport- aber nicht unbedingt ein Rennwagen. Entsprechend gehört der innerstädtische Stop-and-Go-Verkehr bei ihm zum täglichen Brot.

Bislang war die Abstimmung der Automatik mehr auf Kraftentfaltung denn auf Ampelstau ausgelegt: Das Spiel mit dem Gaspedal erforderte viel Gefühl. Zu viel mitunter. Das ist nun anders. Mit der neuen 6-Gang-Automatik von ZF lässt sich im Stadtverkehr ganz entspannt gleiten - und stehen. Das Anfahrverhalten ist sehr viel gutmütiger geworden - ohne dass der Wagen bei flotter Fahrt an sportlicher Dynamik verliert. Die Gänge schalten nun weicher und ruckfrei, die Reaktionsgeschwindigkeit der Automatik ist noch einmal verbessert worden.

Gewichtsverteilung bleibt perfekt

Geschaltet werden kann wie gehabt auch über die optionalen Lenkradpaddel. Und nun zusätzlich auch sequenziell über den Schaltgriff selbst. Wer will, kann die Abstimmung der Automatik in vier Modi selbst auswählen.

Auch wenn Maserati mit der neuen Automatik bei seinem Flaggschiff das Ende der traditionellen Transaxle-Bauweise (Motor vorn und Getriebe hinten) einläutet, bleibt die Gewichtsverteilung mit 51 Prozent auf der Hinter- und 49 Prozent auf der Vorderachse weiter nahezu perfekt.

Neun Prozent weniger Verbrauch

Das edle Heck
Das edle Heck © Foto: press-inform

Das Herz des Quattroporte schlägt unter einer mächtigen Motorhaube - und ist ebenfalls neu. Der 4,2 Liter V8-Motor (4244 ccm Hubraum) leistet nach wie vor 294 kW/400 PS (bei 7000 U/min.) und 460 Nm maximales Drehmoment bei 4250 U/min. Wer Gas gibt, wird mit einem grandiosen Sound belohnt. Wer es ruhiger mag, der kann auch beinahe lautlos cruisen.

Trotz des mächtigen Leergewichts von knapp zwei Tonnen ist die 100-km-h-Marke nach 5,6 Sekunden erreicht. Und der Tatendrang des Italieners endet erst bei 270 km/h. Maserati verspricht mit der neuen Maschine rund neun Prozent weniger Verbrauch - das wären 14,7 Liter auf 100 km.

Hoffen auf Lottogewinn

Komfort pur im Innenraum
Komfort pur im Innenraum © Foto: press-inform

Und was kostet er nun, der automobile Traum auf Rädern? Der Einstieg beginnt bei 112.060 Euro. Die Serienausstattung ist mit elektrischen Ledersitzen vorn und hinten, Xenonlicht, komplettem Sicherheitspaket und Navigationssystem überaus umfangreich.

Annehmlichkeiten wie Multimediasystem im Fond, Komfortsitze vorn und hinten, erweitertes Lederpaket oder das obligatorische Kofferset kosten extra und lassen noch ein Stück vehementer auf den nächsten Lottogewinn hoffen. Also auf zur Annahmestelle.






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Maserati

Fünf Brüder gründeten 1914 die Marke mit dem Dreizack, der eine Hommage an die Heimatstadt Bologna ist und im richtigen Leben den Neptunbrunnen der Stadt ziert. Bereits zur Gründung hatten sich die Brüder ausschließlich dem Rennsport verschrieben, die größten Erfolge kamen allerdings erst in den 50er Jahren. Der Argentinier Juan Manuel Fangio gewann 1957 auf einem Maserati sein fünftes Championat. Nachdem Citroen Ende der 60er Jahre 60 Prozent an dem italienischen Unternehmen hielt, übernahm Fiat 1993 das Kommando und gliederte vier Jahre später Maserati bei Ferrari ein. Seit 2005 ist Maserati aber wieder ein eigenständiges Unternehmen im Fiat-Konzern, arbeitet aber weiterhin eng mit Ferrari zusammen.



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