29. Dezember 2006

Fahrbericht Familien-fit: Maserati Quattroporte Sport GT

Der Maserati Quattroporte Sport GT
Der Maserati Quattroporte Sport GT © Foto: press-inform

Falls vom Weihnachtsgeld noch etwas übrig geblieben ist: Maserati bietet mit dem Quattroporte Sport GT einen Renner für die ganze Familie. Allerdings muss in den meisten Fällen wohl noch weiter gespart werden.




Von Thomas Flehmer

Die Zeiten, in denen ein Maserati lediglich 210 Stundenkilometer fuhr, sind gut 25 Jahre vorbei. Inzwischen dringen die Modelle der italienischen Marke in weit höhere Bereiche vor. Geblieben ist derweil der exzellente Name der italienischen Modellmarke, die seit 2003 auch wieder die - zugegeben besser betuchten - Familien vornehmlich ins Visier genommen hat. Zwei Jahre nach dem Markteintritt des Quattroporte stellte das Unternehmen im vergangenen Jahr dem neuen Flaggschiff die sportliche Version «Sport GT» zur Seite, um den Spaß nicht nur der Familienväter weiter zu vergrößern.


Motor bleibt gleich

Dabei sind dynamischere Veränderungen am V8-Saugmotor mit Genen aus dem ehemaligen Stammhaus Ferrari ausgeblieben. Wie der «normale» Quattroporte verfügt der Sport GT über 294 kW/400 PS und ein maximales Drehmoment von 451 Nm. Das reicht aus, um den Viertürer (Quattro Porte) in 5,2 Sekunden die 100 km/h-Grenze passieren zu lassen. Auf eine Abregelung hat man bei Maserati verzichtet, so dass der Vortrieb erst bei 275 Kilometern pro Stunde endet.

Der kraftvolle Klang der Abgasanlage unterstreicht dabei die enorme Potenz des Familiensportlers. Dabei soll der Sport GT dank Veränderungen am Automatikmodus «nur» noch 15,8 statt 18,9 Liter SuperPlus verbrauchen.

Automatik vernachlässigen

Luxus pur im Innenraum
Luxus pur im Innenraum © Foto: Werk

Die merkbaren, aber unsichtbaren Veränderungen nahmen die Arbeiter aus Modena am Getriebe vor. Im «Sport-Modus» werden die Schaltzeiten um 35 Prozent verkürzt und das modifizierte Skyhook-Fahrwerk macht die 5,05 Meter lange Limousine deutlich straffer.

Dabei sollte man aber die weiterhin sehr gewöhnungsbedürftige Automatik außer acht lassen und sofort die Paddel am Lenkrad aktivieren. Erst dann spürt man so richtig die Kraft des Vehikels. Wenn man sich den Spaß erlaubt, beim Abbremsen nicht nur einen, sondern gleich zwei Gänge herunterzuschalten, verzückt der Sound des aufheulenden Motors nicht nur die Insassen.

Gegenwart mit Tradition verknüpft

Edle Linienführung
Edle Linienführung © Foto: Werk

Diese sind natürlich schon vorher hin und weg. Dabei wirkt der Quattroporte Sport GT äußerlich zunächst sogar etwas unscheinbar. Doch die vom italienischen Edel-Designer Pininfarina fabrizierte Schönheit tritt schnell zutage: Der schwarze Maschengitter- Kühlergrill mit dem rot-konturierten Dreizack - dem Maserati-Markenzeichen - sowie die im gleichen Ambiente angelegte Lufteinlässe an den Seiten und die 20-Zoll-Leichtmetallfelgen zeugen von Charakter und erinnern an die historischen Rennwagen der Italiener.

Dass sich die elegante Linie bis zum letzten Ende des Hecks fortgesetzt wird, ist selbstverständlich. Heraus kommt eine der schönsten Limousinen der heutigen Zeit.

Carbon statt Holz

Pedalerie in Aluminium
Pedalerie in Aluminium © Foto: Werk

Die Verzückung hält auch im Innenraum an. Im Gegensatz zum Serienmodell sind beim Sport GT die Applikationen nicht aus Holz, sondern - um der Dynamik weiteren Nachdruck zu verleihen - aus Carbon. Das Silber hat auch bei der Pedalerie Vorrang, hier wird Aluminium eingesetzt. Ganz in Edel-Leder präsentieren sich die Sitze. Die Nähte sind von Hand gefertigt, jedes Modell ist somit anders.

Mit Leder wurde auch das Lenkrad verziert und verschafft so dem Luxus weiteren Platz. Dabei ist nicht nur der äußere Schein wichtig. Die Sitze halten, was das Auge verspricht. Seitenhalt und Straffheit vorne wie hinten. Die Personen der zweiten Sitzreihe können sich ihre Position ganz individuell einstellen und sogar in Richtung Waagerechte gehen. Kaum ein Fernsehsessel dürfte bequemer zu sein.

Technische Neuerungen fehlen

Die Rückansicht
Die Rückansicht © Foto: Werk

Fernsehen könnte man übrigens im Quattroporte - wenn man denn den Tuner als Extra geordert hat. Aber auch ohne TV kann man im Quattroporte überleben - auch wenn technische Innovationen der absoluten Oberklasse wie Nachtsichtassistent und Abstands-Tempomat nicht vorgesehen wird.

Das Unternehmen, das 2007 den hundertsten Geburtstag begeht, lebt auch von und über seinen Namen. Denn auch wenn die Neuerungen der Technik noch fehlen, stehen die Italiener beim Preis den deutschen Vorzeigemodellen der Oberklasse wie 7er BMW oder Mercedes CL-Klasse in nichts nach. Ab 115.000 Euro geht der Spaß los, 140.000 Euro sind leicht erreicht.






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Maserati

Fünf Brüder gründeten 1914 die Marke mit dem Dreizack, der eine Hommage an die Heimatstadt Bologna ist und im richtigen Leben den Neptunbrunnen der Stadt ziert. Bereits zur Gründung hatten sich die Brüder ausschließlich dem Rennsport verschrieben, die größten Erfolge kamen allerdings erst in den 50er Jahren. Der Argentinier Juan Manuel Fangio gewann 1957 auf einem Maserati sein fünftes Championat. Nachdem Citroen Ende der 60er Jahre 60 Prozent an dem italienischen Unternehmen hielt, übernahm Fiat 1993 das Kommando und gliederte vier Jahre später Maserati bei Ferrari ein. Seit 2005 ist Maserati aber wieder ein eigenständiges Unternehmen im Fiat-Konzern, arbeitet aber weiterhin eng mit Ferrari zusammen.



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