6. Juli 2006

Fahrbericht Lexus RX 350: Mehr Power für die Reiselust

Der Allradler kommt jetzt mit neuem V6-Antrieb
Der Allradler kommt jetzt mit neuem V6-Antrieb © Foto: press-inform

Der elegante Allrad-Cruiser Lexus RX 50 ist längst eine feste Größe in der Liga der prestigeträchtigen Luxus-SUVs. Jetzt bietet der überarbeitete Benziner RX 350 mehr Leistung und mehr Luxus.




Von Stefan Grundhoff

Die Amerikaner stehen auf den elegant anmutenden Lexus-SUV, der dort bislang RX 330 hieß. In Europa hat sich besonders der hybridgetriebene RX 400h einen Namen machen können Weil die Japaner nicht nur auf Hybridtechnik setzen wollten und ein verbrauchsgünstiger Diesel nicht in Sicht ist, wurde der 4,74 Meter lange Standard-Benziner überarbeitet. Technische Finessen und mehr Power sollen den RX 350 insbesondere gegen die starke deutsche Konkurrenz von M-Klasse, X7, Q7 und Touareg bestehen lassen.

Kein leichtes Unterfangen, denn der Lexus wurde genau auf einen Markt zugeschnitten: Nordamerika. Das sieht man außen und besonders innen auf den ersten Blick. Wertige Materialien, viel Platz und gewohnte Bedienelemente. Nein, hier hat sich der RX nicht spürbar verändert. Man sitzt bequem und bringt auch seine Getränke bequem unter. Die Klimaautomatik dürfte problemlos auch in der Sahara bestehen und der Kofferraum lässt sich durch Umklappen der Rückbank bequem erweitern. Geöffnet wird das Gepäckabteil elektrisch - praktisch. Bei einem Radstand von 2,72 Metern sitzt man auch im Fond bequem. Lexus sollte allerdings einmal über eine neue Gepäckraumabdeckung nachdenken.


Mehr Leistung - weniger Verbrauch

Keine Frage: dieser Wagen ist ein echter USA-Cruiser. Ab sofort gibt es mehr Power, denn der bisherige Dreiliter-Benziner wurde von der Konkurrenz förmlich überrollt. Schließlich ist er neben dem RX 400h mit Hybrid-Power das einzige Aggregat. Dem RX fehlt nicht nur ein Diesel, sondern auch ein prestigeträchtiger Achtzylinder. Mit dem Plus an Leistung ist der RX 350 deutlich attraktiver geworden. Der 3,5 Liter große Sechszylinder mit variabler Ventilsteuerung leistet 203 kW/276 PS und ein maximales Drehmoment von 342 Nm bei 4700 U/min. So geht er gleich vom Start weg deutlich kraftvoller zu Werke.

Guter Sprinter

Der neue V6 kommt in 7,8 Sekunden von Null auf 100 km/h
Der neue V6 kommt in 7,8 Sekunden von Null auf 100 km/h © Foto: press-inform

Besonders beim Überholen oder Fahren mit hohen Drehzahlen hat das neue Triebwerk mehr zu bieten. Den Spurt von Null auf 100m km/h legt der zwei Tonnen schwere Allradler in 7,8 Sekunden zurück. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 200 km/h abgeriegelt. Lexus verspricht trotz üppiger Dimensionen und der obligatorischen SUV-Stirnwand einen Durchschnittsverbrauch von 11,2 Litern Super auf 100 Kilometer. Macht trotz deutlich mehr Leistung eine Verbrauchreduzierung im Vergleich von knapp acht Prozent zum Vorgänger.

Gewohnt beeindruckend ist das Geräuschniveau des überarbeiteten Lexus. Weder im Innenraum noch in der Umgebung ist mehr als ein sanftes Säuseln zu vernehmen. Wie zu erwarten ist der Lexus RX 350 auch bei flotter Gangart kein Krawallmacher, sondern steht optisch und technisch für dezentes Understatement. Ein wichtiger Aspekt ist in diesem Zusammenhang die zurückhaltend arbeitende Fünfstufenautomatik, die exzellent abgestuft ist; eine sechste Stufe jedoch gerade bei höheren Geschwindigkeiten vertragen könnte.

Preise starten bei 44.650 Euro

Lexus RX 350: Kein Typ für schweres Gelände
Lexus RX 350: Kein Typ für schweres Gelände © Foto: press-inform

Die Lenkung könnte direkter sein und nach wie vor stören die Nick- und Wankbewegungen. Die optionale Luftfederung des RX 350 Executive ist daher eine sinnvolle Wahl. Ähnlich wie sein Vorgänger ist auch der Lexus RX 350 mehr Kombi, denn Geländewagen. Der Allradantrieb überträgt die Kraft bei normaler Fahrt im Verhältnis 50:50 an beide Achsen. Wird’s schlüpfrig, wird variabel verteilt. Das hilft im Schnee, bei Nässe und auf unbefestigten Pisten. Mehr sollte man dem Japaner jedoch nicht zumuten. Im Gelände hat er nichts zu suchen und auch seine Fahrdynamik hat Grenzen.

Die weichen Ledersitze unterstreichen die Eleganz des Allrad-Cruisers
Die weichen Ledersitze unterstreichen die Eleganz des Allrad-Cruisers © Foto: press-inform

Stattdessen kann man lieber auf einer gut ausgebauten Straße das üppige Platzangebot genießen. Die weichen Ledersessel umschließen den Körper angenehm und der Fahrer findet sich nach kurzer Orientierung problemlos im Innenraum zurecht. Die Kopfstützen im Fond sind jedoch zu kurz und auch die gesamte Sitzposition könnte bequemer sein. Die Rückbank lässt sich um zwölf Zentimeter in Längsrichtung verschieben. Das sorgt für Entspannung.

DVD-Navigation und Luftferderung gibt's im teuren Extra-Paket
DVD-Navigation und Luftferderung gibt's im teuren Extra-Paket © Foto: press-inform

Über die neue Einparkhilfe mit Videokamera kann man trotz des sehr unübersichtlichen Hecks problemlos einparken. Die Preise für den Lexus RX 350 beginnen in Deutschland bei 44.600 Euro. Die sinnvolle EXecutive Linie kostet mit Xenon-Kurvenlicht, beheizten Ledersitzen sowie der elektrischen Heckklappe 49.650 Euro. Teurer kommt die Ausstattung mit DVD-Navigation und Luftfederung zu stehen. Beides kostet zusammen noch mal 6300 Euro.






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