12. Dezember 2008

Fahrbericht Land Rover Freelander TD4e Keine Kompromisse im Gelände

Start- und Stopp hilft selbst in London sparen
Start- und Stopp hilft selbst in London sparen © Foto: Land Rover

Ein Land Rover ohne Offroad-Fähigkeiten wäre wie die Queen ohne Krone. Selbst beim Freelander TD4e mit Start-Stopp-System gilt daher die Devise: Sparen ja, aber keine Kompromisse im Gelände.




Von Sebastian Viehmann

James Bond hat in seinem Kinoleben schon viele Land Rover gefahren. Wäre 007 politisch korrekt, müsste er im nächsten Streifen wohl einen Freelander TD4e pilotieren. «Das ist der sparsamste Land Rover aller Zeiten», freut sich Peter Cockle, Technik-Chef der Marke. Start-Stopp-Automatik und Schaltempfehlungen im Armaturenträger sind nicht gerade neu in der Automobilindustrie. Doch man merkt den Briten die Erleichterung darüber an, dass sie wenigstens irgendetwas betont Sprit Sparendes im Programm haben. Weitere Maßnahmen sollen folgen. 700 Millionen Pfund investieren Jaguar und Land Rover nach einigen Angaben in neue Antriebstechnologien. Der Konzern arbeitet dabei mit dem britischen Technology Strategy Board zusammen.


Serienmäßig an Bord

Die automatische Motorabschaltung soll beim Freelander TD4 (112 kW / 152 PS) eine Verbrauchsersparnis von 0,7 Litern auf 100 Kilometer erreichen, der Durchschnittsdurst des Geländewagens würde damit von 7,5 auf 6,8 Liter Diesel pro 100 Kilometer sinken. Vorerst gibt es das System nur beim Handschalter, aber immerhin ohne Aufpreis. Es sei ab Mai 2009 serienmäßig an Bord, verspricht Land Rover-Chef Phil Popham. Im Stadtverkehr seien nahezu 20 Prozent Ersparnis drin, behaupten die Briten.

Das neue System funktioniert ähnlich wie bei anderen Herstellern: Langsam an die Ampel heranfahren, auskuppeln und den Schalthebel in den Leerlauf bringen. Beim Halt schaltet sich der Motor ab. Sobald man die Kupplung tritt, springt der Diesel mit einem leichten, aber wahrnehmbaren Rütteln wieder an. Nach einer halben Stunde hat man sich an das An-Aus-Spiel gewöhnt. Bei unseren Testfahrten durch die ewig verstopfte Londoner City lag der Durchschnittsverbrauch laut Bordcomputer zwischen sieben und acht Litern pro 100 Kilometer. Den städtischen Verbrauch für den normalen Freelander TD4 gibt Land Rover mit 9,2 Litern an. Ob die Start-Stopp-Funktion aktiv ist, verrät eine Leuchte im Instrumentenbrett. Per Knopfdruck kann man das System abschalten. Mit Texthinweisen im Instrumentendisplay hilft die Technik dem Fahrer auf die Sprünge und fordert ihn beispielsweise dazu auf, den Schalthebel in den Leerlauf zu bringen.

Abschalten im Gelände

Keine Kompromisse im Gelände
Keine Kompromisse im Gelände © Foto: Land Rover

Um für die vielen zusätzlichen Startvorgänge gerüstet zu sein, bekam der TD4 unter anderem einen neuen Anlassermotor sowie eine leistungsfähigere Batterie eingepflanzt. Die Bordelektronik überwacht ständig Faktoren wie Außentemperatur oder Batteriespannung und schaltet die Start-Stopp-Automatik ab, wenn kurzfristig mehr Energie benötigt wird.

Eine kleine zusätzliche Wasserpumpe sorgt dafür, dass die Innenraumtemperatur während des Stopps konstant bleibt, ohne dass gleich der Motor wieder hochfahren muss. Auch wenn der Wagen eine abschüssige Strecke herunter rollt, tritt der Diesel automatisch in Aktion, damit der Fahrer die Servounterstützung für Bremsen und Lenkung behält. Sobald man eins der Geländeprogramme aktiviert, wird die Start-Stopp-Automatik ebenfalls in den zeitweiligen Ruhestand geschickt - mitten im Schlamm könnte man sie auch schlecht gebrauchen.

Große Schritte stehen noch bevor

Gewichtsersparnis kommt später
Gewichtsersparnis kommt später © Foto: Land Rover

Mit der Start-Stopp-Technologie für alle Dieselmodelle soll der CO2-Ausstoß der Land Rover-Flotte gesenkt werden. Die wirklich großen Schritte - etwa Diesel-Hybrid oder Plug-in-Hybrid - stehen den Briten noch bevor. Den genauen Zeitplan gibt Land Rover nicht bekannt. Beim Dieselhybrid mit elektrisch angetriebener Hinterachse (ERAD) können sowohl Elektro- und Dieselmotor einzeln als auch beide Motoren zusammen das Auto antreiben.

Auch mit konventionellen Methoden wie Gewichtsersparnis wollen die Briten den Verbrauch ihrer Autos drücken. Bei einer Sache gibt es aber keine Kompromisse: «Was auch immer wir bauen», sagt Land Rover-Sprecher Paul Entwistle, «es wird in jedem Fall geländegängig sein.»






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