7. März 2012

Fahrbericht Gelungener VW Passat-Konkurrent Hyundai i40 1.7 CRDI CW: Es geht voran

Der Hyundai i40 CW überzeugt nicht nur beim Design
Der Hyundai i40 CW überzeugt nicht nur beim Design © Hyundai

Hyundai nähert sich mit seinen Produkten immer näher an die europäische Konkurrenz an. Mit dem i40 CW machten die Koreaner dabei mehr als nur einen kleinen Schritt.




Von Peter Eck

Wohl keine andere Marke hat in den vergangenen zehn Jahren einen derartigen Imagesprung hingelegt wie Hyundai. Inzwischen machen die Koreaner, die Anfang der 90er mit Modellen wie dem Pony eher im automobilen Keller angesiedelt waren, schon den deutschen Volumenherstellern Konkurrenz. Mit einem Hyundai kann man sich heute sehen lassen, mit dem neuen Mittelklasse-Modell i40 sowieso.


Gelungene Kombination im Hyundai i40 1.7 CRDI CW

Den gibt es zunächst nur als Kombi. Das ist so gewollt, denn in diesem Segment fahren die Lademeister ihren Limousinen-Schwestermodellen eh um Längen davon. So liegt beim Klassenprimus Passat die Kombi-Quote in Deutschland bei 75 Prozent und der Dieselanteil bewegt sich in ähnlichen Regionen. Der neue i40 als Kombi und mit Dieselmotor ist also eine ideale Kombination, um die Frage zu beantworten: Wie nahe haben die Koreaner auf Opel, Ford und VW aufgeschlossen? Dass sie sich mit den Franzosen und Japanern bereits auf Augenhöhe bewegen, daran zweifelt sowieso kaum noch jemand.

Fangen wir mit der Optik an: Uns gefiel der Mittelklasse-Kombi sehr. Wo ein Passat optisch an der eigenen Bedeutung zu ersticken scheint, wirkt der Koreaner zwar weniger ausgefeilt, hat dafür aber den Reiz des Neuen auf seiner Seite. Anders als die meisten japanischen Hersteller haben Hyundai und das zum Konzern gehörende Schwesterunternehmen Kia durchaus einen Sinn für europäischen Geschmack. Kein Wunder, sind doch sowohl der Kia-Chefdesigner als auch der europäische Designchef von Hyundai Deutsche.

Sparsamer Diesel des Hyundai i40 CW

Wertiger Innenraum des Hyundai i40 CW
Wertiger Innenraum des Hyundai i40 CW © Hyundai

Beim i40 könnte man höchstens mäkeln, dass die Dynamik des Fahrzeugs schon ein wenig grenzwertig herausgestellt ist. Fährt man hinter dem Kombi, sieht man so viel vom stark abfallenden Dach, wie bei kaum einem anderen Fahrzeug. Und das heißt wiederum – dieser Hyundai sieht sich mindestens so sehr als Lifestyler wie als Lademeister. Obwohl die bis zu 1720 Liter Fassungsvermögen noch nicht einmal von schlechten Eltern sind.

Nicht ganz mit dem dynamischen Gesamteindruck mithalten kann der Motor. Der 1,7-Liter-Diesel ist kräftig, benötigt aber aus dem Leerlauf heraus ein wenig Zeit und Drehzahl, um auf Durchzug zu schalten. Das manuelle Sechsgang-Getriebe ist dabei nicht das Problem, weil es vernünftig gestuft wurde und sich knackig schalten lässt. Hat man den Hyundai erst einmal auf Touren gebracht, zeigt sich der Selbstzünder mit seinen vernünftigen 136 PS nicht nur ausreichend stark, sondern auch ausgesprochen sparsam. Den offiziellen Durchschnittswert von 4,7 Litern übertrafen wir im Test nur um einen halben Liter – akzeptabel.

Fehlende Feinabstimmung am Fahrwerk des Hyundai i40 CW

Hyundai i40 mit Schwächen beim Fahrwerk
Hyundai i40 mit Schwächen beim Fahrwerk © Hyundai

Die deutlichsten Schwächen zeigt das in der Länge 4,77 Meter messende Fahrzeug bei Fahrwerk und Fahrkomfort. Der i40 rollt bei nicht perfekter Asphaltierung – und welche Straße ist heute schon frei von kleineren oder größeren Schlaglöchern - steif und ein wenig ungelenk ab. Hier fehlt es dem Koreaner deutlich an Feinabstimmung, die das Fahrwerk grundsätzlich sicher noch hergeben würde. Und hier liegt auch sicher der größte Unterschied zu den Wettbewerbern deutscher und auch französischer Provenienz.

Den größten positiven Abstand legt der Hyundai bei Ausstattung und Preis zwischen sich und die Konkurrenz. Schon in der in Kombination mit diesem Motor niedrigsten Ausstattungsstufe „Style“ für 28.990 Euro ist die Ausstattung ansehnlich: Klimaautomatik, Einparkhilfe vorne und hinten, Alarmanlage, Tempomat und 16-Zoll-Alus – wobei optionale 17-Zöller dem Fahrzeug eindeutig besser stehen. Wer knapp 3600 Euro für die „Premium“-Version drauflegt, erhält die 17-Zoll-Felgen, dazu noch Xenon-Licht und schlüssellosen Fahrzeugzugang. Ein VW Passat liegt da immer 5000 bis 6000 Euro höher, ist allerdings auch das reifere Fahrzeug.

Fünf Jahre Garantie für Hyundai i40

Hyundai i40 als Lademeister voll tauglich
Hyundai i40 als Lademeister voll tauglich © Hyundai

Im Alltag wird man den Unterschied, so man nicht ständig zwischen verschiedenen Modellen wechseln, allerdings kaum merken. Dafür umso mehr die großzügige Vollgarantie über fünf Jahre, denen deutsche Wettbewerber weiterhin nur mickrige zwei Jahre entgegenzusetzen haben. Fazit: Hyundai ist schon seit vielen Jahren auf dem richtigen Weg, nämlich dem nach Europa. Mit dem i40 ist das Unternehmen auf diesem Weg wieder ein großes Stück vorangekommen. (SP-X)






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