16. Mai 2012

Fahrbericht Umfassendes Facelift Hyundai i20: Ansetzen zum Überholen

Der Hyundai i20 wurde aufgefrischt
Der Hyundai i20 wurde aufgefrischt © Hyundai

Drei Jahre nach der Markteinführung erhält der Hyundai i20 bereits ein Facelift. Ganz neu zum Einsatz kommt beim Konkurrenten des VW Polo ein Dreizylinder-Diesel.




Von Alexandra Felts

Inzwischen dürfte sich herumgesprochen haben, dass Hyundai keine Billigautos produziert. Modelle wie der SUV ix35, die i40- und kompakte i30-Reihe verkaufen sich immer besser. Die größte Herausforderung beim Projekt Imagewandel dürfte aber das Massensegment der Kleinwagen darstellen. Vom Klassenprimus VW Polo abgesehen, hat man es hier mit Klassikern wie Ford Fiesta, Opel Corsa, Renault Clio, Citroën C2 oder asiatischer Konkurrenz wie dem Toyota Yaris zu tun. Der neue Clio feiert demnächst Premiere, der Yaris kommt bald in einer günstigen Hybrid-Version auf den Markt.


Hyundai i20 als Raumwunder

Hyundai hält mit einem umfassenden Facelift des durchaus schon erfolgreichen i20 dagegen. Zur deutschen Markteinführung im Juni startet der aufgefrischte Kleinwagen, der zusammen mit dem neuen i30 auf dem Genfer Autosalon im Frühjahr debütierte, wie gewohnt als Drei- und Fünftürer. Mit 11.550 Euro für das 3-türige Modell in der Basisausstattung Classic muss man für die Frischzellenkur etwa 50 Euro mehr als bisher ausgeben. Damit schwimmt der i20 preislich gut im Schwarm der anderen mit. Doch mit 12.000 verkauften Einheiten im letzten Jahr und schon 4000 Käufern im ersten Quartal wollen die Koreaner natürlich irgendwann ausscheren und überholen.

In Höhe und Breite ist der Getz-Nachfolger i20 unverändert geblieben. In der Länge ist der kleine Koreaner, der als Dreitürer in Indien und fünftürig in der Türkei gebaut wird, um 55 Zentimeter auf vier Meter angewachsen: eine Folge der neu gezeichneten Rückleuchten und einem ausgeprägteren hinteren Stoßfänger. Als Raumwunder gerühmt, lässt sich auch nach dem Facelift das Volumen des Kofferraums von 295 auf beachtliche 1060 Liter erweitern.

Drei Ausstattungslinien für den Hyundai i20

Viel Platz ist im Hyundai i20
Viel Platz ist im Hyundai i20 © Hyundai

Vorne hat Hyundais Beitrag zum B-Segment ein prägnanteres Gesicht bekommen, das auch die neue Kühlerform des Herstellers andeutet. Ebenfalls neu gezeichnet wurden die um die Front herumgezogenen Scheinwerfer mit LED-Taglicht, die Motorhaube mit kräftigen Bügelfalten im Metall und die Heckleuchten. Die optische Kür zielt auf einen wertigen Eindruck.

Obwohl in der Volumenklasse jeder Cent von den Schöpfern mehrfach umdreht werden muss, fällt auch das runderneuerte Outfit für den Innenraum angenehm auf: neue Bezüge und Farben und ein hochwertigerer Eindruck für den Armaturenträger und die Mittelkonsole. Für den i20 werden drei Ausstattungslinien angeboten, wobei zu den gehobenen Versionen Trend und Style Extras geordert werden können, die früher größeren Bauklassen vorbehalten waren: schlüsselloser Zugang, Rückfahrkamera sowie Licht- und Regensensoren.

Dreizylinder vom Kia Rio zum Hyundai i20

Bis zu 1060 Liter kann der Hyundai i20 aufnehmen
Bis zu 1060 Liter kann der Hyundai i20 aufnehmen © Hyundai

Im Motorenangebot zum Facelift der ausschließlich frontgetriebenen Kleinwagen feiert hier der 1,1-Liter-Dreizylinder-Diesel Premiere, den Hyundai bisher für den Rio der Schwestermarke Kia gebaut hatte. Die beiden vorherigen Diesel mit 1,2- und 1,4 Litern Hubraum sind Opfer der Marktanalyse: sie werden in dieser Klasse zu wenig nachgefragt, um rentabel zu sein. Der kleine Selbstzünder in der spritsparenden Blue-Version des Herstellers soll nur 3,2 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen und nur 84 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Um diesen angegebenen Wert erreichen zu können, verfügt der kleine Sparmeister als einziger in dieser Baureihe über ein serienmäßiges manuelles Sechsganggetriebe, eine Start-Stopp-Automatik sowie über Leichtlaufreifen.

Das gute Gewissen verlangt zwar eine Investition von rund 17.000 Euro, aber dafür bietet der Öko-i20 jede Menge Fahrvergnügen. Bei ersten Ausfahrten konnte zwar die Traummarke nicht auf Anhieb geknackt werden. Doch der Dreizylinder entschädigt für die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten mit typischer Drehfreude, agilem Beschleunigen und angenehmer Laufruhe. In Verbindung mit dem knackigen Sechsganggetriebe, dem ordentlichen Fahrwerk und der gut ansprechenden, elektrisch unterstützten Lenkung ist diese Version schon eine Alternative zu den beiden Benzinmotoren, die auch an den Start gehen.

Hyundai i20 mit fünf Jahren Garantie

Das Automatikgetriebe für den Hyundai i20 kostet 1000 Euro
Das Automatikgetriebe für den Hyundai i20 kostet 1000 Euro © Hyundai

Die beiden Verbrenner mit je 1,2- und 1,4-Litern Hubraum wurden ebenfalls nochmals in Puncto Verbrauch und Emissionen verbessert. Die 1,2-Liter-Benzin-Variante mit stadttauglichen 63 kW/86 PS dürfte auch diesmal zum Topseller der Reihe avancieren. Für rund 1000 Euro kann man seinem i20 auch ein Automatikgetriebe gönnen. Alle Modelle haben serienmäßig das hauseigene elektronische Stabilitätsprogramm VSM an Bord. Und natürlich wirbt Hyundai auch hier mit der Fünf-Jahres-Garantie bei unbegrenzter Kilometerzahl.






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