Honda CB 1300S glänzt mit tollem Handling

Die Honda CB 1300 S © Foto: Honda

Honda hat die CB 1300 mit einer Halbschalenverkleidung und ABS ausgestattet. Herausgekommen ist ein Motorrad, das mit seinen Fahrleistungen und vor allem Handlingeigenschaften überzeugt.

Von Frank Mertens

Sie führt in der Modellpalette von Honda ein Schattendasein: Von der CB 1300 wurden in Deutschland im zurückliegenden Jahr gerade einmal 450 (!) Motorräder abgesetzt. Damit das anders wird, hat Honda sein Big Bike einer gründlichen Überarbeitung unterzogen. Dazu zählt neben der optionalen Ausstattung des Motorrades mit einer in rot-weiß lackierten Halbschalenverkleidung auch ein ABS-System. Bei der Optik haben sich die Entwickler an der CB 1100 R orientiert.

Mächtiger Motor

Der wuchtige Motorblock der Honda CB 1300 Foto: Werk

All das steht der CB 1300 S, die auch in schwarzer Lackierung zu haben ist, gut zu Gesicht. Der erste Blick auf das voll getankt 264 Kilogramm wiegende Schwergewicht flößt in der Tat Respekt ein: Der flüssigkeitsgekühlte Vierzylinder-Viertaktmotor thront mächtig im Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen. Aber das war es dann auch. Wenn man erst einmal auf der Honda Platz genommen hat und die ersten Meter hinter sich gebracht hat, sorgt dieses Motorrad für die erste Überraschung - so einfach ist es zu händeln.

Das Cockpit der CB 1300 ist sehr übersichtlich Foto: Werk

Von über fünf Zentnern Gewicht ist nichts mehr zu spüren. Zu den guten Handlingeigenschaften trägt neben der glänzenden Fahrwerksabstimmung auch die Ergonomie bei: Selbst groß gewachsene Fahrer fühlen sich auf der Honda sofort wohl. Der aufrecht sitzende Fahrer kann so die CB 1300 leicht und locker durch noch so enge Kurven zirkeln. Wer diese Handlingeigenschaften des 10990 Euro teuren Bikes genussvoll erlebt, der will gar nicht mehr aufhören, dieses Schwergewicht von einer Kehre in die andere zu bewegen. Der Spaßfaktor ist garantiert. Kompliment! Selten hat der Tester ein solch schweres Bike so mühelos bewegt.

Überzeugende Leistung

Die Naked-Version der CB 1300. Foto: Werk

Und dieses Fahrvergnügen wird durch die Leistungsdaten der CB 1300 S noch gesteigert - so überzeugend beschleunigt die Honda über den gesamten Drehzahlbereich. Zurecht loben die Honda-Entwickler das sanfte Ansprechverhalten des 1284 ccm-Vierzylinders: Fast schon geschmeidig entfaltet die Honda ihre Kraft, wobei sie ihr maximales Drehmoment von 117 Nm bei 6000 Umdrehungen pro Minute erreicht. So wird es ein wahres Vergnügen, nach Kurvenausfahrten den Gasgriff aufzudrehen und diese unbändige Kraft zu spüren. Dieses hervorragende Ansprechverhalten ist auf eine Überarbeitung der Kraftstoffeinspritzung und des Zündsystems zurückzuführen. Zu Meckern gibt es auch am Fünfgang-Getriebe der Honda nichts - die Gänge lassen sich mühelos einlegen.

Wer es denn möchte, der kann ohne Mühe auch die Grenzbereiche erfahren. Die CB 1300 S bringt es mit ihren 116 PS auf 240 km/h Höchstgeschwindigkeit. Wer so etwas braucht, der kann dieses Tempo auch dank der Halbverkleidung problemlos fahren, wenngleich der Windschutz für groß gewachsene Fahrer - sprich jenseits der 1,80 Meter - besser sein könnte. Doch so richtig Spaß macht die Honda vor allem in Geschwindigkeitsbereichen weit unterhalb der 200 km/h-Grenze - dort fühlt sie sich so richtig in ihrem Element.

Kurze Bremsintervalle

Die Vorderradbremse der Honda CB 1300. Foto: Werk

Und wenn es einmal wirklich eng wird, dann kann sich der Fahrer voll und ganz auf das Bremssystem mit seiner 310 mm schwimmenden Doppelscheibenbremse vorn und der 256 mm Einscheibenbremse hinten verlassen. Sie packen mächtig, aber auch sehr gut dosierbar zu. Und wenn es in den Grenzbereich geht, dann kann man sich auf das ABS verlassen, das man bereits aus der CBF 600 kennt und das für die CB 1300 entsprechend modifiziert wurde. Das Ansprechverhalten des ABS mit seinen kurzen Regelintervallen - die in Hand- und Fußbremse vernehmlich sind - überzeugt.

Angesichts der ersten Testfahrten auf der neuen CB 1300 S überrascht es, dass diese Maschine auch als Naked Bike im zurückliegenden Jahr nicht mehr Käufer gefunden hat. Denn dieses Motorrad hat einen weitaus größeren Zuspruch verdient. Honda hat mit den Modifikationen auf jeden Fall alles dafür getan.