14. April 2009

Fahrbericht Ford Ka Kölscher Cityflitzer mit italienischen Genen

Der Ford Ka
Der Ford Ka © Foto: AG/Flehmer

Der Ford Ka genießt nicht den Kultstatus des engsten Verwandten. Trotzdem erweist sich der Kleinwagen als der bessere Fiat 500.




Von Holger Holzer

In komplett neuem Design steht nun der neue Kleinstwagens Ford Ka beim Händler. Der 3,62 Meter lange Dreitürer hat sich von der Knutschkugel mit dem breiten Heck zum flotten Keil mit angriffslustiger Front gewandelt. Zwei Motoren stehen zur Wahl: ein 51 kW/69 PS starker Benziner und ein 55 kW/75 PS starker Diesel.


Plattform mit Fiat 500

Auch wenn man es dem Viersitzer nicht ansieht: Sein engster Verwandter ist der Retro-Flitzer Fiat 500. Die beiden Kleinstwagen teilen sich Plattform und Motoren und werden gemeinsam im polnischen Tychy gebaut. Trotz gleicher Gene setzt sich der Ka von seinem italienischen Bruder ab und tritt deutlich sportlicher auf. Dafür sorgen unter anderem ein weit aufgerissenes Kühlergrillmaul, die kleinen seitlichen Fensterflächen und zahlreiche Sicken und Kanten im Blechkleid. Trotzdem bleibt der Ka mit seinem hohen Dach und den knuffigen Proportionen ausreichend schnuckelig, um keinen Kleinwagenkäufer zu erschrecken.

Das Platzangebot im Innenraum kann sich sehen lassen, vor allem vorn herrscht ein luftiges Raumgefühl. Hinten geht es naturgemäß etwas enger zu, die kleinen Fond-Fenster erlauben wenig Helligkeit ein. Wer statt Passagieren Gepäck mitnehmen will, kann die Rücklehne bereits in der Basisversion geteilt umklappen und hat dann Platz für 710 Liter Ladegut. Bei voller Bestuhlung steht mit 241 Litern nicht eben viel Platz zur Verfügung. Nervig: Die Heckklappe lässt sich nur mit dem Schlüssel öffnen, einen Knopf oder Hebel gibt es nicht.

Deutlich agiler

Schickes Heck
Schickes Heck © Foto: AG/Flehmer

Beim Fahrverhalten lässt sich ein weiterer Unterschied zum Fiat feststellen: der Ka ist dank eines zusätzlichen Stabilisators deutlich agiler. Trotzdem bietet der Kleine ordentlichen Fahrkomfort, da auch Federn und Dämpfer modifiziert wurden. Hinzu kommt eine präzise Lenkung, die dem Fahrer gute Rückmeldung über den Straßenzustand gibt. Antriebsseitig kann zwischen zwei kleinvolumigen Motoren gewählt werden, von denen der 51 kW/69 PS starke Benziner aufgrund des niedrigeren Basispreises für Privatkunden die bessere Wahl ist.

Das Vierzylindertriebwerk geht im Stadtverkehr auch durchaus flott zu Werke, bei steileren Anstiegen muss es sich aber etwas mühen. Der Hersteller rechnet mit einem Kraftstoffverbrauch von 5,1 Litern Super auf 100 Kilometern, was bei vorsichtiger Fahrweise auch erreichbar scheint. Noch sparsamer ist man mit dem Diesel unterwegs, der lediglich 4,2 Liter Diesel schlucken soll. Zudem verfügt der 1,3-Liter-Selbstzünder schon bei niedrigen Touren über eine gute Beschleunigung und wirkt daher deutlich spritziger als der Benziner. Die 2000 Euro Aufpreis machen ihn jedoch nur für Vielfahrer interessant. Weitere Motoren, etwa das 100-PS-Triebwerk aus dem Fiat 500, sind zunächst nicht geplant.

ESP nur gegen Aufpreis

Aufgeräumter Innenraum
Aufgeräumter Innenraum © Foto: Ford

Preislich ist der Ford unterhalb seines italienischen Zwillings positioniert. Der Einstiegspreis liegt bei 9750 Euro, für 1000 Euro mehr erhält man ein ordentlich ausgestattetes Auto mit Klimaanlage, Fensterhebern und Zentralverriegelung. Der Schleuderschutz ESP ist allerdings nur gegen Aufpreis zu haben.

Trotz prinzipieller Baugleichheit kann sich der Ka vom bereits seit Ende 2007 erhältlichen Fiat 500 absetzen. Optisch und beim Fahrverhalten setzt er deutlich eigene Akzente. Hinzu kommt ein recht fairer Preis. Den von Ford prognostizierten 20.000 Verkäufen bis zum Jahresende dürfte somit nichts im Wege stehen. (mid)






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